Die weltweiten Finanzmärkte, allen voran der hochsensible Krypto-Sektor, haben auf neueste Entwicklungen im eskalierenden Handelskonflikt zwischen den USA und China reagiert.
Nachdem Donald Trump am Freitag neue Strafzölle in Höhe von 100 % auf chinesische Produkte angekündigt hatte, gerieten sowohl traditionelle Börsen als auch digitale Vermögenswerte unter erheblichen Druck. Binnen eines Tages wurden fast 2 Billionen US-Dollar an US-Börsenwert vernichtet. Besonders der Krypto-Markt erlebte, ausgelöst durch die Sorge vor einer Verschärfung des geopolitischen Konflikts, einen regelrechten Ausverkauf.
Doch bereits am Wochenende ruderte der US-Präsident zurück. Auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social bemühte sich Trump um Schadensbegrenzung. Er schrieb, Präsident Xi habe lediglich einen „schlechten Moment“ gehabt und betonte, dass die USA China helfen und nicht schaden wollten. Auch Vizepräsident JD Vance zeigte sich versöhnlich. In einem Interview forderte er Peking auf, den „Weg der Vernunft“ zu wählen, betonte aber gleichzeitig, dass die USA über weitreichendere wirtschaftliche Mittel verfügten.
Peking relativiert Maßnahmen, Märkte beruhigen sich
Chinas Handelsministerium wiederum versuchte, die Auswirkungen der eigenen Exportkontrollen zu relativieren. Die neuen Beschränkungen auf seltene Erden seien keine vollständigen Verbote, sondern zielten auf ausgewählte Ausfuhren. Die globale Produktion werde nicht ernsthaft gefährdet, hieß es aus Peking. Gleichzeitig kritisierte ein Sprecher des Ministeriums das Vorgehen der USA als „klassisches Beispiel doppelter Standards“.
MOFCOM Spokesperson’s Remarks on China’s Recent Economic and Trade Policies and Measures
Q: On October 9, the Ministry of Commerce and the General Administration of Customs published an announcement on imposing export control measures on related rare earth items. What are…
— 中华人民共和国商务部MOFCOM (@MOFCOM_China) October 12, 2025
Diese diplomatisch weicheren Töne wirkten unmittelbar auf die Märkte. Bitcoin konnte um 2 % auf knapp unter 114.000 US-Dollar zulegen. Noch deutlicher fiel die Erholung bei Altcoins aus: Ether (ETH), Solana (SOL) und Dogecoin (DOGE) verbuchten Tagesgewinne zwischen 5 % und 7 %. Dennoch bleibt die Wochenbilanz negativ. Bitcoin notiert immer noch 7,5 % im Minus, Solana und Dogecoin liegen 16 % bzw. 19 % unter ihren Werten von Anfang Oktober. Ob jetzt ein guter Moment ist, um Bitcoin oder andere Kryptowährungen zu kaufen, lässt sich noch nicht abschließend sagen.
Zölle, Exportkontrollen und ein mögliches Gipfeltreffen
Die Unsicherheit bleibt also. Trump hatte am Freitag angekündigt, dass die neuen Zölle ab dem 1. November greifen sollen, eventuell sogar früher. Zudem plant die US-Regierung Exportbeschränkungen für kritische Softwaretechnologien. Auf chinesischer Seite reagierte man mit der Ausweitung der Exportkontrollen auf fünf zusätzliche seltene Erden und neuen Regulierungen für ausländische Unternehmen, die auf chinesische Materialien angewiesen sind.
Die Chancen auf eine Deeskalation hängen nun stark von einem möglichen Treffen zwischen Trump und Xi beim APEC-Gipfel in Südkorea ab. Während zunächst spekuliert wurde, dass das Treffen abgesagt werden könnte, stellte Trump klar, es sei noch nichts entschieden. Ein Scheitern der Gespräche könnte die globale Erholung nach der Pandemie erheblich gefährden, insbesondere, wenn die gegenseitige wirtschaftliche Eskalation weiter Fahrt aufnimmt.
Zuletzt aktualisiert am 12. Oktober 2025




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