US-Präsident Donald Trump hat mit der Ankündigung von 100-prozentigen Strafzöllen auf chinesische Importe die Finanzwelt erschüttert und den Krypto-Markt auf eine Achterbahnfahrt geschickt.Binnen 24 Stunden wurden laut Daten von CoinGlass über 1,6 Millionen Trader liquidiert, es gab Verluste von mehr als 19 Milliarden US-Dollar. Besonders stark traf es Bitcoin, Ethereum und Solana: Allein auf Bitcoin entfielen 5,38 Milliarden US-Dollar an aufgelösten Long-Positionen, bei Ethereum waren es 4,43 Milliarden und bei Solana 2,01 Milliarden. Analysten sprechen bereits vom größten Deleveraging-Ereignis des Jahres, wenn nicht der Krypto-Geschichte.
"It is impossible to believe that China would have taken such an action, but they have, and the rest is History. Thank you for your attention to this matter!" – President Donald J. Trump pic.twitter.com/Kx6deI2voC
— The White House (@WhiteHouse) October 10, 2025
Die panikartigen Verkäufe wurden durch Trumps bekräftigte Zollpläne und Chinas Reaktion ausgelöst. Peking warf den USA „klassische Doppelmoral“ vor, beklagte den Missbrauch des Begriffs „nationale Sicherheit“ und kritisierte die einseitige Kontrolle über kritische Technologien wie Halbleiter. China kündigte an, seine wirtschaftlichen Interessen „entschlossen“ zu verteidigen, sollte Washington seinen Kurs nicht ändern. Eine Entspannung scheint vorerst nicht in Sicht, auch wenn Trump andeutete, die Zölle vor dem 1. November zurücknehmen zu können, sollte China einlenken.
Preisschwankungen: Bitcoin kurzzeitig unter 102.000 US-Dollar
Die direkten Folgen auf die Kryptopreise waren dramatisch. Bitcoin fiel am Freitagabend kurzzeitig unter 102.000 US-Dollar, nachdem er am selben Morgen noch über 122.000 US-Dollar gehandelt wurde. Zwar stabilisierte sich der Kurs bis Samstag wieder bei rund 113.600 US-Dollar, doch der Schock sitzt tief. Ethereum verlor zwischenzeitlich 14 Prozent und fiel von 4.365 US-Dollar auf 3.742 US-Dollar, während Solana fast 20 Prozent einbüßte. Die Gesamtmarktkapitalisierung aller Kryptowährungen sank innerhalb von 24 Stunden um mehr als neun Prozent auf 3,8 Billionen US-Dollar.
Auffällig war auch das Verhalten der Derivatebörsen: Auf Hyperliquid kam es zur größten Einzel-Liquidation des Tages, eine ETH-USDT-Position im Wert von 203 Millionen US-Dollar wurde aufgelöst. Ein On-Chain-Analyst vermutet, dass ein Hyperliquid-Whale gezielt auf Short-Positionen gesetzt haben könnte und so möglicherweise über 190 Millionen US-Dollar Gewinn erzielt hat.
Privacy-Coins trotzen dem Abverkauf
Inmitten der Turbulenzen konnten sich einige Projekte dem allgemeinen Trend widersetzen. Privacy-Coins wie Dash und Zcash gehörten zu den wenigen Gewinnern. Dash legte innerhalb von 24 Stunden über 30 Prozent zu, während Zcash sogar besser dastand als vor dem Crash. Anleger scheinen also zunehmend Schutz in anonymitätsfokussierten Kryptowährungen zu suchen, womöglich als Reaktion auf geopolitische Unsicherheiten und regulatorische Risiken.
Gleichzeitig geriet der Stablecoin USDe von Ethena unter Druck. Die Dollarbindung des Tokens verlor kurzfristig ihre Parität, was Erinnerungen an den Kollaps von Terra Lunas UST wachrief. Ethena Labs reagierte prompt und veröffentlichte eine Reservenbestätigung sowie die Versicherung, dass sämtliche Mint- und Redeem-Funktionen ohne Unterbrechung verfügbar gewesen seien. Der Kurs des ENA-Tokens fiel dennoch um rund 15 Prozent.
Hoffnung auf politische Deeskalation
Während klassische Märkte wie der Nasdaq und der S&P 500 ebenfalls stark einbrachen, richten sich die Blicke vieler Anleger nun auf die kommenden Wochen. Einige hoffen, dass Trump auf Druck aus der Wirtschaft zurückrudert und sich der Handelskonflikt entschärft.
Andere fürchten jedoch eine Eskalation mit weiteren Kursverlusten, ähnlich dem „Black Monday“ von 1987. Am Krypto-Markt könnten neue Kapitalzuflüsse und selektive Käufe von Bitcoin und anderen aussichtsreichen Projekten jedoch für Stabilität sorgen.
Zuletzt aktualisiert am 12. Oktober 2025




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