Iran setzt auf Krypto-Strategie mit BRICS, um globale Sanktionen zu umgehen

Flagge des Iran

Iran treibt Pläne zur Einführung von Kryptowährungen für internationale Handelsabwicklungen voran, um US- und UN-Sanktionen zu umgehen.

Auf dem deBlock Summit, Irans erster staatlich unterstützter internationaler Blockchain-Konferenz, bezeichneten hochrangige Regierungsvertreter digitale Währungen als notwendig für das Überleben der sanktionsgetroffenen Wirtschaft.

Die Strategie wird zum Thema, nachdem Frankreich, Großbritannien und Deutschland im August 2025 einen „Snapback-Mechanismus“ aktivierten, der internationale Sanktionen gegen Teheran wiederherstellte.

„Keine Option, sondern Notwendigkeit“ – Parlamentssprecher fordert Krypto-Adoption

Mohammad Bagher Ghalibaf, Sprecher des iranischen Parlaments, erklärte auf dem deBlock Summit, dass digitale Währungen neue Wege für Handel und grenzüberschreitende Zahlungen eröffnen. „Unabhängige Nationen können von diesen neuen Zahlungsmethoden profitieren“, sagte Ghalibaf.

Er bezeichnete die Einführung von Kryptowährungen als kritisch für Irans wirtschaftliches Überleben: „Die Abwicklung internationaler Transaktionen in digitalen Währungen ist für uns keine Option, sie ist notwendig.“ Ghalibaf kündigte die Verpflichtung des Parlaments an, mit Universitäten, Technologiefirmen und Forschern an Blockchain-Initiativen zusammenzuarbeiten.

Der Parlamentssprecher betonte, dass Iran als regionales und globales Zentrum für Blockchain-Technologie fungieren wolle. „Wir wollen einen Zufluss von Investitionen in digitale Währungen sehen“, erklärte er und rief Akademiker, Forscher und den Unternehmenssektor zur Zusammenarbeit mit dem Parlament auf.

SWIFT-Ausschluss zwingt Teheran zum Handeln

Die USA haben seit 1979 verschiedene Sanktionen gegen den Iran verhängt. Eine der schwerwiegendsten Konsequenzen ist Irans Ausschluss vom globalen SWIFT-Zahlungsnetzwerk. Angesichts dieser Beschränkungen hat Iran erhebliche Schwierigkeiten, Handelszahlungen über konventionelle Bankennetzwerke abzuwickeln.

Der „Snapback-Mechanismus“ wurde ausgelöst, weil Frankreich, Großbritannien und Deutschland Bedenken hinsichtlich der Urananreicherung Irans und des eingeschränkten Zugangs für Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde äußerten. Diese Maßnahme verschärfte die ohnehin angespannte finanzielle Situation Teherans erheblich.

De-Dollarisierung und BRICS: Irans strategische Vision

Pooria Asteraky, Vorsitzender des deBlock Summit, bezeichnete Kryptowährungen als „Demokratisierung der Finanzen“. Er erklärte: „Kryptowährungen sind eine potenzielle Lösung, um die Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern und die globale Finanzzentralisierung zu durchbrechen.“

Asteraky fügte hinzu: „BRICS-Länder wollen die Dollar-Hegemonie beseitigen, und das könnte mithilfe von Kryptowährungen möglich sein.“ Diese Vision kollidiert jedoch mit der Realität innerhalb des BRICS-Blocks.

Indien hat sich von der De-Dollarisierungs-Agenda distanziert. Das Außenministerium veröffentlichte im August 2025 eine Erklärung, wonach solche Schritte „nicht Teil von Indiens finanzieller Kalkulation“ seien. Präsident Trump warnte BRICS-Länder, dass die USA Zölle verhängen würden, falls sie weiterhin die Möglichkeit einer alternativen Währung erkunden.

Industrie kritisiert undurchsichtige Regulierung

Während die Regierung optimistisch ist, warnen Führungskräfte aus der Privatwirtschaft, dass Irans regulatorisches Umfeld immer noch undurchsichtig und einschränkend ist.

Ehsan Mehdizadeh, CEO von Wallex Iran, der größten Krypto-Börse des Landes, kritisierte die Intransparenz scharf: „Ein Land, das mit Sanktionen konfrontiert ist, kann es sich nicht leisten, innovative Finanzinfrastruktur abzulehnen. Dennoch haben die iranischen Regulierungsbehörden noch immer nicht verstanden, wie Blockchain-Technologie funktioniert.“

Mehdizadeh betonte, dass Krypto nur begrenzt helfen könne, Irans SWIFT-Isolation zu mildern, solange das restriktive regulatorische Umfeld nicht die notwendige Transparenz schaffe. Er argumentierte: „Digitale Vermögenswerte bieten einen Weg um Zahlungssystembeschränkungen herum“, aber die Umsetzung bleibe problematisch.

Zentralbank behält strikte Kontrolle

Die Zentralbank Irans überwacht den Krypto-Marktplatz mit eisernerHand und hat strenge Kontrollen implementiert, einschließlich der Blockierung von Gateways, die die Umwandlung iranischer Rial in digitale Währungen ermöglichen.

Krypto-Mining ist im Iran legal, doch gibt es eine angespannte Debatte unter Politikern über den Umgang mit dem hohen Strombedarf. Shamseddin Hosseini, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des Parlaments, stellte die Frage: „Sollten Miner subventionierte Tarife erhalten?“ Er fügte hinzu, die Regierung „sollte die wirtschaftlichen Risiken und Vorteile einer Ausweitung von Krypto abwägen, wenn sich die Lage verbessern würde.“

Die Debatte über Energiepreise für das Mining wird zunehmend relevant, da Iran mit erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen durch steigende Stromkosten konfrontiert ist.

Blockchain als Vertrauensbrücke für ausländische Investitionen

Ali Hakim Javadi, Vorsitzender der Information Technology Organization Irans, betonte, dass ausländische Investitionen Vertrauen erfordern. Er erklärte: „Ein Smart Contract, der Blockchain nutzt, ist nicht nur ausreichend zuverlässig, weil Smart Contracts manipulationssicher sind, sondern er würde Konflikte entmutigen und wäre ein Sprung in Richtung eines zuverlässigeren Vertrauens für Geschäfte.“

Javadi fügte hinzu: „Wir arbeiten an Verträgen, die transparent und dynamisch sind. Blockchain kann Vertrauen auf eine Weise aufbauen, wie es traditionelle Systeme nicht können.“

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