Kasachstan will im Jahr 2026 einen staatlichen Krypto-Reservefonds mit einem Volumen zwischen 500 Millionen und 1 Milliarde US-Dollar ins Leben rufen. Wie Zentralbankchef Timur Suleimenov in einem Interview erklärte, soll der Fonds über börsengehandelte Produkte wie ETFs und Aktien von Blockchain- und Krypto-Unternehmen Zugang zur Branche erhalten.
In volatile Kryptowährungen an sich soll demnach nicht direkt investiert werden. So wolle man vom Wachstum des Sektors profitieren, ohne sich dessen Risiken in vollem Umfang auszusetzen.
Krypto-Einnahmen fließen in Staatsfonds
Der Fonds wird unter anderem mit Vermögenswerten ausgestattet, die zuvor illegal ins Ausland geschafft und später vom Staat zurückgeholt wurden. Hinzu kommen Erträge aus staatlich kontrollierten Krypto-Mining-Projekten sowie digitale Assets, die im Zuge von Ermittlungen gegen illegale Börsen und Mining-Farmen beschlagnahmt wurden. Auch Erträge von staatlich lizenzierten Mining-Farmen sollen einfließen.
Die kasachischen Behörden betonen, dass es keine direkten Käufe von Kryptowährungen durch den Staat geben werde. Vielmehr soll sich der Fonds an „professionellen Standards“ orientieren und innerhalb bestehender Gesetze agieren. Auch internationale Partner könnten sich künftig beteiligen, allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt.
Im Hintergrund steht der Plan von Präsident Kassym-Jomart Tokajew, durch die Digitalisierung der Wirtschaft neue Impulse zu setzen. Der Fonds soll vom Astana International Financial Centre (AIFC) verwaltet werden, das sich seit 2022 als Knotenpunkt für Blockchain und Fintech in Zentralasien etabliert hat. Die Maßnahme gilt zudem als Teil einer größeren Strategie zur Diversifizierung der nationalen Wirtschaft, die bislang stark von Rohstoffexporten abhängig ist.
Gleichzeitig harter Kurs gegen illegale Anbieter
Parallel zu dieser staatlich gesteuerten Krypto-Offensive geht Kasachstan scharf gegen nicht lizenzierte Akteure vor. Im Oktober 2025 schlossen die Behörden 130 illegale Börsen und konfiszierten virtuelle Vermögenswerte im Wert von 16,7 Millionen US-Dollar. Auch 81 intransparente Cash-out-Gruppen mit einem Umsatz von insgesamt 43 Millionen Dollar wurden aufgedeckt.
Laut dem Gesetz über digitale Vermögenswerte dürfen in Kasachstan nur Plattformen operieren, die von der Astana Financial Services Authority lizenziert sind und mit lokalen Banken kooperieren.
Ein neues Kapitel in Zentralasien?
Mit dem Aufbau des Fonds unternimmt Kasachstan einen kontrollierten, aber ambitionierten Schritt in Richtung digitaler Finanzzukunft. Die Regierung zeigt, dass sie bereit ist, Innovationen zuzulassen, allerdings unter klar definierten Bedingungen.
Sollte das Projekt wie geplant anlaufen, könnte es als Modell für andere Schwellenländer dienen, die digitale Assets in ihre Staatsfinanzen integrieren wollen, ohne sich unkalkulierbaren Risiken auszusetzen.




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