Krypto-Hack-Verluste im Dezember um 60 % gesunken

Trauriger Krypto-Hacker

Die Verluste durch Krypto-Hacks sind im Dezember deutlich zurückgegangen. Laut der Blockchain-Sicherheitsfirma PeckShield sanken die Schäden um 60 Prozent auf rund 76 Millionen Dollar. Im November hatten die Verluste noch bei 194,2 Millionen Dollar gelegen.

Der Rückgang markiert einen der niedrigsten Monatswerte seit Langem und bietet der gebeutelten Branche eine kurze Verschnaufpause. Dennoch warnen Experten vor voreiliger Entwarnung: Die Bedrohungslage bleibt angespannt.

Address-Poisoning-Betrug verursacht 50 Millionen Dollar Schaden

PeckShield dokumentierte im Dezember insgesamt 26 größere Sicherheitsvorfälle. Der schwerwiegendste betraf einen einzelnen Nutzer, der durch einen sogenannten Address-Poisoning-Angriff 50 Millionen Dollar verlor.

Bei dieser Betrugsmasche senden Angreifer winzige Transaktionen von Wallet-Adressen, die legitimen Adressen täuschend ähnlich sehen. Die gefälschten Adressen stimmen dabei oft am Anfang und Ende mit den echten überein. Wer in seiner Transaktionshistorie nicht genau hinschaut, kopiert versehentlich die betrügerische Adresse und überweist Geld direkt an die Kriminellen.

Private-Key-Leak führt zu Millionenverlust

Ein weiterer schwerer Vorfall betraf eine Multi-Signatur-Wallet, bei der ein Private-Key-Leak zum Diebstahl von rund 27,3 Millionen Dollar führte. Obwohl Multi-Signatur-Wallets als besonders sicher gelten, zeigt dieser Fall, dass auch komplexe Sicherheitssysteme durch einzelne Schwachstellen kompromittiert werden können.

PeckShield betonte, dass mangelhaftes Schlüsselmanagement selbst bei fortschrittlichen Wallet-Lösungen zu erheblichen Verlusten führen kann. Die Sicherheitsfirma empfiehlt daher dringend, Private Keys offline zu speichern und niemals unter irgendwelchen Umständen weiterzugeben.

Trust Wallet und Flow Protocol gehackt

Auch Plattform-Exploits prägten den Dezember. Am Weihnachtstag wurde die Browser-Erweiterung von Trust Wallet Ziel eines Angriffs, bei dem rund 7 Millionen Dollar an Nutzergeldern abgezogen wurden. Browserbasierte Wallets gelten aufgrund ihrer permanenten Internetverbindung als besonders anfällig für Cyberangriffe.

Darüber hinaus verlor das Flow Protocol durch einen Exploit etwa 3,9 Millionen Dollar. Sicherheitsexperten empfehlen weiterhin die Nutzung von Hardware-Wallets zur langfristigen Aufbewahrung von Kryptowährungen.

Phishing-Angriff auf Coinbase-Nutzer

US-Behörden erhoben zudem Anklage gegen Ronald Spektor, einen 23-Jährigen aus Brooklyn. Er soll durch Phishing und Social Engineering etwa 16 Millionen Dollar von rund 100 Coinbase-Nutzern gestohlen haben.

Spektor gab sich als Coinbase-Mitarbeiter aus und warnte Opfer vor angeblichen unmittelbaren Bedrohungen ihrer Konten. Durch den erzeugten Druck brachte er sie dazu, ihre Kryptowährungen auf von ihm kontrollierte Wallets zu überweisen.

Jahresbilanz bleibt ernüchternd

Trotz des positiven Dezember-Trends ist die Jahresbilanz besorgniserregend. Die zehn größten Vorfälle des Jahres 2025 summierten sich auf Verluste von rund 2,2 Milliarden Dollar. Der größte Einzelfall war der Bybit-Hack im Februar, bei dem Angreifer etwa 1,4 Milliarden Dollar erbeuteten. Es war der größte Krypto-Diebstahl aller Zeiten.

Positiv hingegen: Phishing-Angriffe gingen laut der Web3-Sicherheitsplattform Scam Sniffer um 83 Prozent zurück. Die Verluste durch Wallet-Drainer sanken auf 83,85 Millionen Dollar, verglichen mit knapp 494 Millionen Dollar im Vorjahr.

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