Krypto-Hacks 2025: Rekordverluste, gezielte Angriffe und Nordkoreas Schattennetzwerke

Seitdem Kryptowährungen eine gewisse Popularität erreicht haben und die entsprechenden Kurse deutlich anzogen, rückten sie zwangsläufig auch in den Fokus von Cyberkriminellen. Wo Vermögenswerte wachsen, entstehen natürlich auch Anreize für Kriminelle. Der Angriff auf Mt. Gox im Jahr 2011 gilt als der erste große, öffentlich bekannt gewordene Krypto-Hack, der heute noch seinen Schatten wirft.

In den darauffolgenden Jahren nahm sowohl das verwaltete Vermögen der Kryptobörsen und Blockchainprojekte zu als auch die Zahl der Angriffe auf die entsprechenden Plattformen.

Während bei früheren Attacken noch vergleichsweise geringe Summen gestohlen wurden, erreichten die Verluste im Jahr 2025 erstmals knapp 4 Milliarden US-Dollar.

Während frühere Jahre von einer Vielzahl kleinerer DeFi-Exploits geprägt waren, zeigte sich 2025 ein klarer Trend zu wenigen, dafür extrem großen Sicherheitsvorfällen. Dabei stand immer wieder ein bestimmtes Land im Fokus: Nordkorea mit seiner Hackergruppe Lazarus.

Großangriffe, operative Fehler und Milliardenverluste

Der Web3-Sicherheitsbericht des Cybersecurity-Unternehmens Hacken beziffert die durch Hacks und sicherheitsrelevante Vorfälle verursachten Verluste im Web3-Umfeld auf rund 3,95 Milliarden US-Dollar. Damit ist 2025 eines der verlustreichsten Jahre in der zugegeben noch jungen Geschichte des Krypto Marktes.

Auffällig ist dabei die starke Konzentration der Schäden: Ein großer Teil der Gesamtsumme entfiel auf wenige, allerdings große Angriffe.

Besonders deutlich wird das in der zeitlichen Betrachtung. Bereits im ersten Quartal 2025 wurden Verluste von über zwei Milliarden US-Dollar registriert. In den folgenden Quartalen ging das gemeldete Schadensvolumen zwar zurück, bewegte sich jedoch weiterhin auf einem strukturell hohen Niveau.

Inhaltlich relevant ist zudem die Zuordnung der Schadensursachen. Der Bericht zeigt, dass der größte Teil der Verluste nicht auf klassische Programmierfehler in Smart Contracts zurückzuführen war, sondern auf operative Sicherheitsprobleme wie unzureichende Zugriffskontrollen, kompromittierte Schlüssel oder fehlerhafte interne Prozesse.

Technische Schwachstellen im Code spielten insbesondere bei früheren Angriffen eine zentrale Rolle, etwa beim The-DAO-Hack oder bei der Attacke auf die Ronin-Bridge. Im Jahr 2025 waren solche Codefehler zwar weiterhin relevant, hatten jedoch einen deutlich geringeren Anteil am Gesamtschaden als operative Sicherheitsprobleme.

Operative Sicherheitsfehler als Hauptursache

Entgegen der verbreiteten Annahme, dass fehlerhafte Smart Contracts das größte Sicherheitsrisiko darstellen, zeigt die Analyse für das Jahr 2025 ein anderes Bild. Der überwiegende Teil der Verluste ist auf operative Sicherheitsprobleme zurückzuführen, darunter insbesondere:

  • kompromittierte Administrator-Schlüssel
  • unzureichende Zugriffskontrollen
  • fehlerhafte Multi-Signature-Setups
  • Social-Engineering-Angriffe auf Mitarbeiter
  • mangelnde Trennung kritischer Systeme

Insgesamt lassen sich rund 50 bis 55 Prozent der Gesamtschäden dieser Kategorie zuordnen. Smart-Contract-Schwachstellen spielten zwar weiterhin eine Rolle, hatten allerdings einen deutlich geringeren Anteil am Gesamtschaden.

Der Bybit-Hack als größter Einzelvorfall des Jahres

Der Angriff auf die Krypto-Börse Bybit im Februar 2025 war mit einem geschätzten Schaden von rund 1,4 bis 1,5 Milliarden US-Dollar der größte Sicherheitsvorfall 2025. In absoluten Zahlen übertraf der Hack sämtliche bekannten Krypto-Angriffe der vergangenen Jahre.

Nach Einschätzung mehrerer Sicherheitsanalysen beruhte der Angriff nicht auf einem einzelnen Softwarefehler, sondern auf kompromittierten Zugriffsrechten, internen Schwachstellen und gezielter Vorbereitung.

Die Spur der Ermittlungen führte schnell nach Nordkorea. Der Bybit-Hack machte deutlich, wie verwundbar selbst große, professionell betriebene Börsen gegenüber langfristig geplanten und hochkomplexen Angriffen sind.

Weitere großvolumige Hacks und Sicherheitsvorfälle im Jahr 2025

DMM Bitcoin

Im Frühjahr 2025 wurde die japanische Kryptobörse DMM Bitcoin Ziel eines Angriffs, bei dem rund 4.500 Bitcoinentwendet wurden. Der Schaden belief sich – abhängig vom Kurs – auf mehrere hundert Millionen US-Dollar. Nach ersten Untersuchungen handelte es sich nicht um einen Angriff auf die Blockchain selbst, sondern um einen Vorfall, der interne Systeme und Zugriffskontrollen betraf.

Munchables

Das Blockchain-Spiel Munchables verlor 2025 über 60 Millionen US-Dollar, nachdem Angreifer administrative Berechtigungen innerhalb des Systems missbrauchten. Auffällig war, dass keine klassische Smart-Contract-Schwachstelle ausgenutzt wurde, sondern privilegierte Zugänge, also Konten oder Schlüssel mit erweiterten administrativen Rechten, über die kritische Funktionen wie Vertragsänderungen, Token-Minting oder Systemfreigaben ohne zusätzliche Genehmigungen ausgeführt werden konnten.

PlayDapp

Bei PlayDapp nutzten Angreifer kompromittierte Schlüssel, um Minting-Funktionen auszulösen, die eigentlich internen Kontrollmechanismen unterliegen sollten. Dadurch konnten neue Token ohne entsprechende Gegenwerte erzeugt und in Umlauf gebracht werden, was den Marktwert des Tokens massiv verwässerte und einen Schaden von rund 290 Millionen US-Dollar verursachte. Der Vorfall machte deutlich, dass zentrale Berechtigungen und Schlüsselmanagement auch bei funktionierenden Smart Contracts ein eigenständiges und erhebliches Risiko darstellen.

HTX

Die Kryptobörse HTX meldete im Verlauf des Jahres 2025 mehrere sicherheitsrelevante Vorfälle, darunter Abflüsse aus Hot- und Warm-Wallets im hohen zweistelligen Millionenbereich.

Nach internen und externen Analysen standen dabei operative Schwächen im Wallet-Management und in den Zugriffskontrollen im Vordergrund, insbesondere bei der Absicherung privilegierter Zugänge und der Trennung kritischer Systeme.

Die Vorfälle reihten sich damit in eine Serie von Angriffen ein, bei denen nicht der Smart-Contract-Code, sondern die operative Umsetzung zentraler Sicherheitsmechanismen ausschlaggebend war.

Trust Wallet

Im Jahr 2025 wurde eine Sicherheitslücke in einer Browser-Erweiterung von Trust Wallet bekannt, die es Angreifern ermöglichte, Nutzer-Assets abzugreifen, ohne die Blockchain selbst zu kompromittieren.

Nach bisherigen Erkenntnissen betraf der Vorfall vor allem Nutzer, die die betroffene Extension aktiv einsetzten. Die Verluste lagen insgesamt im einstelligen Millionenbereich . Ursache war kein klassischer Exploit eines Smart Contracts, sondern eine Schwachstelle in der Client-seitigen Software.

Der Vorfall war insbesondere deshalb relevant, weil er Endnutzer direkt betraf und verdeutlichte, dass sich Angriffe zunehmend auf Wallet-Software, Browser-Erweiterungen und Supply-Chain-Komponenten verlagern.

Anders als bei Angriffen auf Börsen oder Protokolle lassen sich solche Schwachstellen nur begrenzt durch On-Chain-Mechanismen absichern, da sie im Zusammenspiel von Software-Updates, Drittanbieter-Abhängigkeiten und Nutzerumgebung entstehen.

Radiant Capital

Das DeFi-Lending-Protokoll Radiant Capital wurde im Jahr 2025 nach einem ersten schweren Sicherheitsvorfall im Jahr 2023 erneut Ziel eines Angriffs, bei dem mehrere Millionen US-Dollar verloren gingen.

Bereits beim früheren Vorfall waren Schwächen im Zusammenspiel aus Zugriffsrechten, Governance-Strukturen und externer Abhängigkeiten ausgenutzt worden. Der erneute Angriff verdeutlichte, dass selbst mehrfach auditierte Protokolle bei komplexen Angriffsvektoren und Governance-Abhängigkeiten langfristig verwundbar bleiben.

Nordkorea – Epizentrum der Kryptohacks

Nordkoreanische Hackergruppen werden in mehreren unabhängigen Analysen mit mehr als der Hälfte der hohen Schadenssummen im Jahr 2025 in Verbindung gebracht. Nach öffentlich zugänglichem Kenntnisstand gelten sie damit als die derzeit sichtbarsten staatlich unterstützten Akteure, denen systematische Angriffe auf Kryptobörsen und zentrale Web3-Infrastrukturen zugeschrieben werden.

Kryptowährungen spielen in diesem Kontext eine besondere Rolle, da sie sich zur Umgehung internationaler Sanktionen und zur Beschaffung harter Devisen eignen. Der bekannteste Name in diesem Kontext ist die „Hackergruppe Lazarus“.

Auffällig ist dabei, dass sich die Aktivitäten dieser Gruppen nicht auf externe Angriffe beschränken. In mehreren dokumentierten Fällen wurden Kryptounternehmen gezielt infiltriert, indem Akteure unter falschen Identitäten als Entwickler, Freelancer oder IT-Dienstleister in Projekte eingebunden wurden.

Ziel dieser Vorgehensweise ist es, dauerhaften Zugriff auf interne Systeme, Code-Repositories oder Schlüsselmanagement-Prozesse zu erlangen und Angriffe über längere Zeit vorzubereiten.

Die Kriminellen unterscheiden sich damit deutlich von klassischer Cyberkriminalität. Ihre Operationen sind langfristig angelegt, basieren auf umfangreichen Ausspionieren interner Strukturen, gezieltem Social Engineering und dem Missbrauch legitimer Zugriffsrechte.

Die Angriffe sind weniger opportunistisch, sondern strategisch geplant und richten sich bevorzugt gegen zentrale Infrastrukturen mit hoher Liquidität.

Zuletzt aktualisiert am 30. Dezember 2025

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