
Der Wettbewerb zwischen zentralen Kryptobörsen und dezentralen Handelsplattformen gewinnt derzeit deutlich an Dynamik. Aktuelle Marktdaten zeigen, dass sich Handelsaktivitäten zunehmend in Richtung On-Chain-Lösungen verschieben. Besonders auffällig ist die Entwicklung rund um Hyperliquid, eine spezialisierte dezentrale Derivatebörse.
Neue Zahlen zum Handelsvolumen und zur Kursentwicklung sorgen aktuell für Aufmerksamkeit in der Branche, da sie auf strukturelle Veränderungen im Kryptomarkt hindeuten könnten.
Denn Hyperliquid übertrifft in gewissen Metriken bereits die führende Krypto-Börse Coinbase.
Hyperliquid überholt Coinbase: das steckt dahinter
Aktuellen Marktdaten zufolge erreicht Hyperliquid ein kumuliertes Handelsvolumen von rund 2,6 Billionen US-Dollar und liegt damit deutlich vor Coinbase mit etwa 1,4 Billionen US-Dollar. Bemerkenswert ist dabei nicht nur die absolute Größe, sondern vor allem der Kontext: Hyperliquid operiert als On-Chain-Derivateplattform, während Coinbase zu den größten zentralisierten Börsen weltweit zählt. Parallel dazu entwickelte sich der zugehörige HYPE-Token seit Jahresbeginn positiv mit rund 31,7 Prozent Kursplus, während Coinbase-Aktien im selben Zeitraum etwa 27 Prozent verloren haben.
Ein wesentlicher Faktor hinter dieser Entwicklung ist das sogenannte „Notional Trading Volume“. Dabei handelt es sich um das gesamte nominelle Handelsvolumen von Derivaten, also den rechnerischen Gegenwert aller Kontrakte unabhängig vom eingesetzten Kapital. Gerade im Futures- und Perpetual-Handel entstehen dadurch hohe Volumina, ohne dass reale Kapitalflüsse im gleichen Umfang stattfinden. Diese Kennzahl gilt dennoch als wichtiger Indikator für Marktaktivität, Liquidität und institutionelles Interesse.
BREAKING: Hyperliquid is quietly outgrowing Coinbase.
Trading Volume (Notional):
• Coinbase: $1.4T
• Hyperliquid: $2.6TThat’s nearly 2x Coinbase’s volume… from an onchain exchange. And the market is noticing.
YTD Price Performance:
• Hyperliquid: +31.7%
• Coinbase:… https://t.co/bqWcubvu7O pic.twitter.com/49IWNadjy4— Artemis (@artemis) February 9, 2026
Hyperliquid positioniert sich gezielt in diesem Segment. Die Plattform kombiniert eine eigene Hochleistungs-Blockchain mit Orderbuch-basiertem Derivatehandel und versucht damit, die Geschwindigkeit zentraler Börsen mit der Transparenz dezentraler Systeme zu verbinden. Vor allem professionelle Trader nutzen solche Plattformen zunehmend, da sie Selbstverwahrung, geringere Gegenparteirisiken und oft niedrigere Gebühren bieten. Diese Faktoren erklären zumindest teilweise den aktuellen Wachstumsschub.
Dezentralisierung gewinnt weiter an Bedeutung
Der Trend passt zu einer längerfristigen Entwicklung im Kryptomarkt. Der Anteil dezentraler Börsen am gesamten Spot-Handelsvolumen steigt seit Jahren kontinuierlich, auch wenn es zuletzt phasenweise Korrekturen gab. Die sogenannte CEX-to-DEX-Ratio liegt aktuell bei etwa 17 Prozent und signalisiert weiterhin eine dominante Stellung zentraler Anbieter. Dennoch zeigt der langfristige Trend eine schrittweise Verschiebung zugunsten dezentraler Alternativen.

Viele Marktbeobachter erwarten, dass dieser Anteil perspektivisch die Marke von 20 Prozent überschreiten könnte. Gründe dafür sind technologische Fortschritte, steigende regulatorische Anforderungen an zentrale Anbieter sowie ein wachsendes Bewusstsein für Selbstverwahrung nach mehreren Börseninsolvenzen der vergangenen Jahre. Ob Plattformen wie Hyperliquid diesen Trend nachhaltig prägen können, hängt jedoch stark von Liquidität, Nutzervertrauen und regulatorischer Entwicklung ab.
Neue Derivate-Struktur erweitert Handelsmöglichkeiten
Hyperliquid treibt seine technologische Entwicklung weiter voran und arbeitet derzeit an der Einführung sogenannter „Outcomes“, die im Rahmen des geplanten HIP-4-Upgrades umgesetzt werden sollen. Dabei handelt es sich um vollständig besicherte Derivatekontrakte, deren Abrechnung innerhalb klar definierter Preisbereiche erfolgt. Diese Konstruktion ermöglicht Handelsformen, die etwa an Prognosemärkte oder begrenzte Optionsstrukturen erinnern, jedoch ohne klassischen Hebelhandel oder Liquidationsmechanismen auskommen.
HyperCore will support outcome trading (HIP-4). Outcomes are fully collateralized contracts that settle within a fixed range. They are a general-purpose primitive that are useful for applications such as prediction markets and bounded options-like instruments. There has been…
— Hyperliquid (@HyperliquidX) February 2, 2026
Die neuen Kontrakte sollen zudem eine stärkere Nichtlinearität in Handelsstrategien erlauben und zeitlich befristete Marktpositionen abbilden. Gleichzeitig bleiben sie mit bestehenden Funktionen wie Portfolio-Margin-Systemen oder der HyperEVM-Infrastruktur kompatibel. Aktuell befindet sich das Feature noch in der Testphase im Testnet. Erst nach Abschluss der technischen Entwicklung und ausreichendem Nutzerfeedback sollen standardisierte Märkte auf Basis objektiver Abrechnungsdaten entstehen. Diese sollen voraussichtlich in USDH denominiert werden und perspektivisch auch permissionless nutzbar sein.
Somit hat Hyperliquid mit Prediction-Markets bereits das nächste Wachstumssegment identifiziert. Doch auch Coinbase expandierte zuletzt in diesen Bereich.
Out: Odds set by the house.
In: Price set by the crowd.
Now there's a new way to trade your takes.
Prediction markets are live in all 50 states on Coinbase.
Trade any real-world outcomes across sports, politics, culture and more. pic.twitter.com/CIjz9T9pjX
— Coinbase 🛡️ (@coinbase) January 28, 2026
Spannend dürfte es damit werden, wie Hyperliquid und Coinbase hier langfristig performen.
Zuletzt aktualisiert am 10. Februar 2026




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