
Die Gespräche über eine große US-Marktstrukturreform für digitale Assets stecken weiter fest – und der Streitpunkt ist ausgerechnet das scheinbar technische Detail „Stablecoin-Yield“.
Nach einem Treffen im Umfeld des Weißen Hauses gab es zwar „konstruktive“ Signale, aber keinen Durchbruch. Banken drängen auf strikte Grenzen für Zinsen oder Rewards auf Stablecoins, weil sie Abflüsse von Einlagen fürchten.
Krypto-Unternehmen halten dagegen: Ohne Anreize lasse sich ein wettbewerbsfähiger Stablecoin-Markt kaum aufbauen. In dieser Pattsituation versuchen Teile der Branche nun, mit neuen Zugeständnissen Bewegung in die Verhandlungen zu bringen.
Neue Zugeständnisse: Banken sollen stärker mitverdienen
Nach Informationen aus den laufenden Gesprächen bringen Krypto-Firmen Kompromisse ins Spiel, die vor allem kleinere Institute adressieren: Community Banks sollen im Stablecoin-System eine sichtbarere Rolle bekommen – etwa indem sie Reserven mitverwahren, als Verwahrer auftreten oder über Partnerschaften selbst tokenisierte Dollar-Produkte emittieren. Die Idee dahinter ist politisch wie ökonomisch: Wenn Banken nicht nur „Zuschauer“ sind, sondern an Infrastruktur und Erträgen beteiligt werden, sinkt der Widerstand gegen Stablecoins, die im Kern wie digitale Einlagenkonkurrenz wirken können.
NEW: 🇺🇸 President Trump says he hopes the Bitcoin and crypto market structure bill gets done so he can sign it into law ✍️ pic.twitter.com/hyvoZgOIpF
— Bitcoin Magazine (@BitcoinMagazine) February 2, 2026
Der harte Kern bleibt jedoch die Frage, ob Stablecoin-Halter Zinsen, Rewards oder vergleichbare Vergütungen bekommen dürfen. Bankvertreter argumentieren, solche Zahlungen könnten Einlagen aus dem klassischen Bankensystem abziehen und damit Risiken für die Finanzstabilität erhöhen. Krypto-Unternehmen sehen in Rewards hingegen ein Marktinstrument, das Nutzer bindet und Innovation ermöglicht – und verweisen darauf, dass auch Banken mit Zinsen um Kundengelder konkurrieren.
Dass das jüngste White-House-Format ohne Einigung endete, zeigt: Die Fronten sind noch nicht aufgelöst, sondern werden eher in juristische und aufsichtsrechtliche Detailfragen übersetzt.
CLARITY Act: Was das Gesetz eigentlich regeln soll
Der „Digital Asset Market Clarity Act of 2025“ (CLARITY Act) ist im Kern ein Marktstruktur-Rahmenwerk: Er soll definieren, wann ein Krypto-Token eher als Wertpapier oder als „Digital Commodity“ einzustufen ist – und damit, ob primär die SEC oder die CFTC zuständig wäre. Ziel ist weniger eine einzelne Verbraucherregel als ein System aus Zuständigkeiten, Registrierungen und Aufsichtspflichten für Handelsplätze, Broker/Dealer und andere Intermediäre im Spot-Markt.
Genau deshalb ist der Stablecoin-Yield-Streit so brisant. Zuletzt hat der Stillstand der Verhandlungen in den vergangenen Wochen sogar dazu geführt, dass zahlreiche politische Termine und Abstimmungen verschoben wurden.
🚨NEW: Some color on today’s meeting: One Dem staff source said discussions were “positive” and the gathering was “arguably the most productive Democratic meeting to date.” Senate Majority Leader @SenSchumer made an appearance, emphasizing the importance of industry engagement… https://t.co/felxEb0pTi
— Eleanor Terrett (@EleanorTerrett) February 4, 2026
Parallel signalisieren Akteure aus dem demokratischen Lager zwar wieder Gesprächsbereitschaft – inklusive Berichten über „produktive“ interne Runden – doch ohne eine Lösung beim Yield-Thema bleibt der CLARITY-Prozess anfällig für erneute Verzögerungen.
Zuletzt aktualisiert am 5. Februar 2026




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