Strategy, Peter Schiff & der Streit um Bitcoin

Bitcoin

Dass der Investor Peter Schiff kein großer Freund von Bitcoin und Kryptowährungen im Allgemeinen ist, dürfte sich mittlerweile weit über die Grenzen des Kryptouniversums herumgesprochen haben. Jetzt hat er allerdings neben Bitcoin ein weiteres Feindbild ausgemacht: Strategy (ehemals MicroStrategy), einer der größten institutionellen Bitcoin Hodler. Aus Schiffs Sicht ist nicht nur der digitale Vermögenswert selbst eine gefährliche Illusion – auch das Geschäftsmodell von Strategy hält er für brandgefährlich.

Peter Schiff: Vom Bitcoin-Skeptiker zum Strategy-Kritiker

Peter Schiff ist seit Jahren die wohl lauteste Stimme der Finanzwelt, wenn es darum geht, Bitcoin als spekulative Blase, als künstliches Phänomen oder gar als „Fake Asset“ zu bezeichnen. Seine Kritikpunkte sind seit Jahren dieselben: Bitcoin habe keinen inneren Wert, keinen wirklichen Nutzeun und erzeuge keine Zinserträge. Der Kurs werde lediglich durch Hoffnung gestützt und Hoffnung allein sei nun mal kein Investment.

Dass Schiff nun Strategy attackiert, ist vermutlich wenig überraschend. Das Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren vom Softwareanbieter zum Bitcoin Wal gewandelt. Chairman Michael Saylor gilt als einer der größten Bitcoin Verfechter und ist damit wahrscheinlich das ideale Feindbild für Schiff.

Peter Schiff geht sogar so weit zu behaupten, Strategy sei strukturell ähnlich aufgebaut wie ein Schneeballsystem, ein durchaus drastischer Vorwurf. Seine Begründung: Das Unternehmen erwirtschafte keine nennenswerten operativen Umsätze, sondern generiere frisches Kapital fast ausschließlich durch das Ausgeben neuer Aktien, Wandelanleihen oder durch andere Finanzierungsinstrumente.

Dieses Kapital werde anschließend genutzt, um weiter Bitcoin zu kaufen oder Dividenden auszuschütten. Ohne immer neue Käufer, argumentierte er, breche das Kartenhaus früher oder später zusammen. Michael Saylor hat auf diese Vorwürfe bis jetzt übrigens nicht reagiert.

Strategys Transformation: Vom Softwarehaus zum Bitcoin-Tresor

Um Peter Schiffs Abneigung gegen Strategy nachvollziehen zu können, muss man ein einen genaueren Blick auf das Geschäftsmodell werfen. Strategy war einst ein klassisches Tech-Unternehmen mit Produkten für Datenanalyse und Unternehmenssoftware. Doch mit dem Einstieg in Bitcoin leitete die Führungsspitze, sprich Michael Saylor, eine radikale Neuausrichtung ein.

Im Jahr 2020 kaufte Strategy, damals noch MicroStrategy, das erste Mal Bitcoin. Heute besitzt das Unternehmen 649.780 BTC, mehr als jedes andere börsennotierte Unternehmen weltweit. Mittlerweile ist Strategy weniger ein Softwareanbieter als vielmehr ein Vermögensverwalter – allerdings nur für einen einzigen digitalen Vermögenswert.

Das operative Geschäft spielt nur noch eine Nebenrolle. Der Kern des Modells besteht darin, Kapital zu beschaffen, um Bitcoin zu kaufen. Die Wertsteigerung des Unternehmens hängt also unmittelbar vom Bitcoin-Kurs ab. Solange der Kurs steigt, sieht das ambitioniert und visionär aus. Doch sobald der Markt schwächelt und Finanzierungskosten steigen, wird sichtbar, wie fragil die Konstruktion ist.

Genau diese Abhängigkeit führt zu den jüngsten Bedenken: Strategy hat hohe Verpflichtungen aus Vorzugsaktien und Anleihen, die bedient werden müssen – und im Gegensatz zu klassischen Industrieunternehmen fehlt ein verlässlicher Cashflow. Kritiker, zu denen auch Peter Schiff gehört, halten das für ein strukturelles Risiko, das nicht ignoriert werden kann.

Schiffs Gold-Narrativ: Sicherheit statt Vision

Schiff ist nicht einfach nur gegen Bitcoin – er steht für das Gegenteil. Für ihn ist Gold der ultimative Wertspeicher: knapp, physisch, über Jahrtausende bewährt. Gold ist für Schiff nicht bloß ein Asset, sondern ein ideologischer Gegenentwurf zu digitalen Experimenten. Kaum jemand stellt infrage, warum Gold wertvoll ist. Sein Nutzen in der realen Welt, die begrenzte Verfügbarkeit und die Tatsache, dass es überall auf der Welt akzeptiert wird, sprechen schlicht für sich.

Für Schiff ist Bitcoin hingegen ein „Glaubenssystem“ ohne eine reale Basis. Und wenn ein Unternehmen wie Strategy sein Schicksal mit diesem Glauben verknüpft, hält er das für ein bewusst eingegangenes Risiko – oder, je nach seiner Laune, für puren Wahnsinn.

Warum viele trotzdem bullish auf Strategy bleiben

Trotz all dieser teils berechtigten Kritik gibt es eine wachsende Gruppe von Anlegern, die Strategy nicht als tickende Zeitbombe, sondern als ihre Zugangstür in die digitale Zukunft betrachten. Für sie ist Strategy ein Vehikel, um an der Entwicklung von Bitcoin zu partizipieren – ohne Wallet, ohne technische Hürden, ohne Regulierungssorgen.

Und es gibt durchaus Punkte, die aus langfristiger Sicht für das Modell sprechen:

  • Bitcoin ist das knappste digitale Gut der Welt – die Nachfrage könnte steigen, während das Angebot fix bleibt.
  • Innovationen im Kryptomarkt führen zu einer Renaissance digitaler Assets.
  • Wer heute Bitcoin Kaufen möchte, denkt nicht nur an kurzfristige Kursziele, sondern an eine mögliche Neubewertung des gesamten Finanzsystems.

Wer an diese Zukunft glaubt, sieht in Strategy nicht das Risiko, sondern den Hebel.

Bitcoin: Wie geht es jetzt weiter?

Die Wahrheit liegt wohl irgendwo zwischen den Extremen. Die einen sehen Bitcoin als digitalen Safe Haven, die anderen als toxische Zeitbombe. Während die Fans auf eine langfristige Bitcoin Prognose setzen, die weit über aktuelle Kursniveaus hinausgeht, warnt Schiff vor dem finalen Crash.

Interessant ist jedoch: Während Bitcoin-Skeptiker über Risiken sprechen, arbeiten Entwickler, Fonds und Startups längst an der nächsten Evolutionsstufe digitaler Assets. Neue Kryptowährungen entstehen mit echten Anwendungsfällen – von Tokenisierung über DeFi-Ökosysteme bis hin zu digitalen Rohstoffen.

Zuletzt aktualisiert am 1. Dezember 2025

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