
Polygon hat mehrere zuvor geheime Sicherheitslücken in seinem Proof-of-Stake-Netzwerk offengelegt, nachdem diese bereits über zwei Hard Forks geschlossen wurden. Betroffen waren die Clients Bor und Heimdall, die Komponenten der Ausführungs- und Konsensschicht von Polygon sind.
Laut einer Donnerstagsmitteilung des Validators Support Teams von Polygon Labs im Polygon-Forum handelte es sich um Risiken für Denial-of-Service-Angriffe, eine übermäßige Beanspruchung von Validator-Ressourcen sowie Fehler bei der Verarbeitung von Checkpoints und Milestones.
Austin und Kyoto: Zwei Hard Forks als Reparatur
Die Fixes wurden über die Hard Forks Austin und Kyoto ausgerollt. Diese wurden zunächst privat entwickelt und getestet, bevor sie auf dem Mainnet aktiviert und anschließend öffentlich kommuniziert wurden. Der schwerwiegendste Fehler betraf Heimdall: Eine speziell präparierte Transaktion hätte Validatoren zu übermäßiger Rechenarbeit zwingen und damit potenziell das gesamte Netzwerk stören können.

Der Austin-Hard-Fork adressierte zudem zwei separate DoS-Schwachstellen in Bor, die laut Polygon die Blockverarbeitung hätten verlangsamen oder einzelne Nodes zum Absturz bringen können. Nach Angaben von Polygon wurde keine der Schwachstellen auf dem Mainnet bei einer Ausnutzung beobachtet. Die Patches seien proaktiv implementiert worden, bevor Details öffentlich wurden.
Für Node-Betreiber hat die Offenlegung direkte Konsequenzen: Wer weiterhin ältere Client-Versionen jenseits der jeweiligen Aktivierungshöhen betreibt, ist bereits aus dem Konsens gefallen und muss aktualisieren, um wieder Teil der kanonischen Kette zu werden. Verpflichtend sind Bor v2.10.0 für alle Polygon-PoS-Nodes sowie Heimdall v0.11.0 für Validatoren und Full Nodes. Beide Upgrades laufen laut der Forumsmitteilung bereits aktiv auf dem Mainnet.
Offenlegung nach erfolgreicher Aktivierung
Bei Austin und Kyoto veröffentlichte Polygon die technischen Angaben erst, nachdem die Hard Forks aktiviert worden waren. Die beiden Upgrades schlossen damit die beschriebenen Risiken in Bor und Heimdall, bevor die Details öffentlich gemacht wurden.
Für Betreiber von Nodes und Validator-Infrastruktur bleibt die Aktualisierung auf die genannten Versionen entscheidend. Systeme mit älteren Client-Versionen operieren laut Polygon außerhalb des kanonischen Netzwerks, solange sie nicht aktualisiert werden.
POL-Kurs zum Zeitpunkt der Meldung
Für Privatanleger, die kein eigenes Validator-Setup betreiben, ändert die Offenlegung zunächst wenig am Umgang mit ihren POL-Beständen. Laut Daten von CoinGecko notierte POL, Polygons nativer Token, zum Zeitpunkt der Cointelegraph-Meldung bei rund 0,10 US-Dollar. Das entsprach einem Minus von etwa 4 Prozent auf Wochensicht, einem Plus von 44 Prozent im Monatsvergleich und 2,3 Prozent seit Jahresbeginn.

Die Offenlegung verdeutlicht vor allem die Bedeutung aktueller Client-Software für Betreiber von Polygon-PoS-Nodes. Für technische Einzelheiten zu den behobenen Schwachstellen und den erforderlichen Versionen verweist Polygon auf seine Forumsmitteilung.
Zuletzt aktualisiert am 30. August 2026





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