Die Trump-Administration hat am 5. Dezember ihre aktualisierte National Security Strategy (NSS) veröffentlicht. Es handelt sich um ein 76-seitiges Strategiepapier, das die außen- und sicherheitspolitischen Prioritäten der USA festlegt. Auffällig ist, dass Bitcoin, Blockchain und digitale Assets mit keinem Wort erwähnt werden, obwohl Präsident Trump im Wahlkampf versprochen hatte, der „Krypto-Präsident“ zu werden.
Andere Technologien im Fokus
Die NSS gilt als eines der wichtigsten Dokumente des Weißen Hauses und wird per Gesetz regelmäßig aktualisiert. Sie definiert, welche Technologien, Bedrohungen und Chancen für die nationale Sicherheit der USA relevant sind. Das Strategiepapier nennt explizit künstliche Intelligenz, Biotechnologie und Quantencomputing als entscheidende Bereiche für die technologische Führungsrolle Amerikas.
„Wir wollen sicherstellen, dass US-Technologie und US-Standards die Welt voranbringen“, heißt es in dem Dokument. Auch Bereiche wie Unterwasser-Technologie, Weltraum, Nukleartechnik und autonome Systeme werden als strategisch bedeutsam eingestuft.
Deutlicher Kontrast zu Wahlkampf-Rhetorik
Die Auslassung von Bitcoin und Blockchain steht in scharfem Kontrast zu Trumps öffentlichen Äußerungen. Auf der Bitcoin 2024 Conference in Nashville hatte der Präsident im Juli versprochen: „Ich werde sicherstellen, dass die Zukunft von Krypto und die Zukunft von Bitcoin in den USA gemacht werden, nicht ins Ausland getrieben werden.“
Trump positionierte sich während des Wahlkampfs wiederholt als Verfechter der Krypto-Industrie und warnte, China würde die globale Führungsrolle bei digitalen Währungen übernehmen, falls die USA keine pro-Krypto-Politik verfolgen. In einem Interview mit CBS‘ 60 Minutes im November betonte er: „Ich möchte nicht, dass China Nummer eins in der Welt bei Krypto wird.“
Konkrete Pro-Crypto-Maßnahmen der Administration
Trotz der Auslassung in der NSS hat die Trump-Administration seit Amtsantritt im Januar durchaus konkrete Schritte unternommen. Dazu zählen die Unterzeichnung des GENIUS Act zur Stablecoin-Regulierung, die Einrichtung einer Presidential Working Group on Digital Asset Markets und das Verbot einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC).
Mehrere Enforcement-Verfahren gegen Krypto-Unternehmen wurden eingestellt, und Trump etablierte tatsächlich eine strategische Bitcoin-Reserve, allerdings nicht durch Bitcoin-Neukäufe, sondern ausschließlich aus beschlagnahmten Bitcoin-Beständen, was einige Krypto-Befürworter enttäuschte.
KI-Bedrohung durch Gegner im Fokus
Stattdessen konzentriert sich die Sicherheitsstrategie stark auf KI-Risiken: „Von fortgeschrittener künstlicher Intelligenz bis zu quantengestützten Sensorsystemen wetteifern Gegner und Konkurrenten darum, diese Technologien zu Waffen zu machen und in die globale digitale Infrastruktur einzubetten“, warnt das Dokument.
Die USA fürchten, dass Rivalen eigene Regeln, Backdoors und Standards in globale Netzwerke implementieren könnten.




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