Wall-Street-Stratege Christopher Wood verkauft Bitcoin wegen wachsender Quantencomputer-Bedrohung

Jefferies-Stratege Christopher Wood streicht Bitcoin aus seinem Portfolio

Christopher Wood, globaler Leiter der Aktienstrategie bei Jefferies, hat seine Bitcoin-Bestände vollständig aus seinem Modellportfolio entfernt und sich damit von einer Position verabschiedet, die er noch vor wenigen Jahren als Absicherung gegen Inflation verteidigt hatte. Hintergrund der Entscheidung sind zunehmende Bedenken hinsichtlich der potenziellen Bedrohung durch Quantencomputer für die Sicherheit von Blockchain-Systemen.

Strategiewechsel bei Jefferies: Gold ersetzt Bitcoin

In der aktuellen Ausgabe seines regelmäßig erscheinenden Newsletters „Greed & Fear“ begründet Wood seinen Rückzug mit Fortschritten bei Quantencomputern, die künftig die kryptografischen Grundlagen von Bitcoin gefährden könnten. Insbesondere verweist der Stratege auf die Möglichkeit, dass dieses Risiko früher als bisher angenommen Realität werden könnte. Ihm zufolge sei diese Gefahr „nur noch wenige Jahre entfernt“, nicht erst in einem Jahrzehnt oder später.

Wood hatte Bitcoin erstmals im Dezember 2020 in sein Modellportfolio aufgenommen – zu einer Zeit, in der Regierungen weltweit mit umfangreichen Konjunkturpaketen auf die wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie reagierten. Anfang 2021 erhöhte er seine Bitcoin-Allokation sogar auf 10 Prozent. Diese Position wurde nun vollständig verkauft und durch zwei neue Allokationen ersetzt: Jeweils fünf Prozent entfallen künftig auf physisches Gold und Goldminenaktien.

Der Stratege macht deutlich, dass jede ernstzunehmende Bedrohung der kryptografischen Sicherheit von Bitcoin dessen Investitionsgrundlage ins Wanken bringen würde. Er sieht in potenziellen Angriffsmöglichkeiten auf Transaktionen und Mining-Prozesse ein „existenzbedrohendes Risiko“, das die Position von Bitcoin als digitalem Wertaufbewahrungsmittel und Alternative zu Gold grundsätzlich infrage stellt.

Technologische Herausforderungen durch Quanten-Rechenleistung

Hintergrund der Sorgen ist die Funktionsweise von Quantencomputern, deren Rechenleistung auf sogenannten Qubits basiert. Im Gegensatz zu klassischen Bits, die entweder den Wert 0 oder 1 annehmen, können Qubits dank Superposition beide Zustände gleichzeitig einnehmen. In Kombination mit dem Phänomen der Verschränkung ermöglichen Quantencomputer die gleichzeitige Berechnung zahlreicher komplexer Probleme.

Genau dieses Potenzial stellt eine Bedrohung für die Blockchain-Technologie dar. Bitcoin basiert auf kryptografischen Verfahren, die derzeit als sicher gelten, weil sie mit herkömmlichen Computern nicht in praktikabler Zeit zu knacken sind. Mit dem zunehmenden Fortschritt im Quantencomputing droht sich dies jedoch zu ändern. Insbesondere besteht die Gefahr, dass öffentliche Schlüssel aus bereits vorhandenen Transaktionsdaten rückwirkend dazu verwendet werden könnten, private Schlüssel zu errechnen – ein massives Sicherheitsrisiko für Nutzer.

Schätzungen von David Duong, Global Head of Investment Research bei Coinbase, zufolge könnten rund 32,7 Prozent der zirkulierenden Bitcoin-Menge für solche Angriffe anfällig sein. In einem LinkedIn-Beitrag schreibt Duong, dass etwa 6,51 Millionen BTC auf Blockhöhe 900.000 kompromittiert sein könnten, da deren öffentliche Schlüssel bereits sichtbar sind.

Auch in der Entwicklerszene sorgt das Thema für Diskussionen. Nic Carter, Partner bei Castle Island Ventures, kritisierte im Dezember via X (ehemals Twitter), dass viele Bitcoin-Entwickler die Risiken durch Quantencomputing herunterspielen würden. „Kapital ist besorgt und sucht nach Lösungen. Entwickler bleiben größtenteils in völliger Verleugnung“, so Carter. Seiner Ansicht nach drückt dieses Verhalten bereits jetzt auf die Kursentwicklung der Kryptowährung.

Zudem arbeiten mehrere Start-ups daran, sogenannte post-quantensichere Lösungen für Blockchains zu entwickeln. Diese könnten mittelfristig dazu beitragen, Bitcoin und andere Kryptowährungen gegen zukünftige Angriffsarten zu wappnen. Bis dahin bleibt die Frage offen, ob der technologische Fortschritt bei Quantencomputern tatsächlich schnell genug voranschreitet, um kurzfristig als reale Bedrohung zu gelten.

Fest steht: Christopher Wood zieht Konsequenzen aus dieser Entwicklung und verzichtet künftig auf Bitcoin als Bestandteil seines Investmentmodells – ein bemerkenswerter Kurswechsel eines prominenten Wall-Street-Analysten.

Zuletzt aktualisiert am 16. Januar 2026

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