Bitcoin steht seit Beginn für technologische Innovation, digitale Knappheit und auch für ein sehr hohes Maß an Sicherheit. Doch genau diese Sicherheit rückt nun erneut in den Mittelpunkt von Experten. Auslöser dabei ist die rasante Entwicklung des Quantencomputings. Laut den Einschätzungen von Fachleuten, die zuletzt auch auf Binance Square diskutiert wurden, könnten die kryptografischen Grundlagen von Bitcoin durch leistungsfähige Quantencomputer angegriffen werden. Der Gründer der Bitcoin Investmentfirma Capriole Fund warnte am 17. Dezember, dass Bitcoin bis 2028 unter 50.000 US-Dollar fallen könnte. Noch ist das Szenario theoretisch, trotzdem gewinnt diese Debatte immer mehr an Schärfe. Wie real diese Bedrohung wirklich ist, möchten wir in diesem Artikel genauer unter die Lupe nehmen.
Was genau ist eigentlich ein Quantencomputer?
Ein Quantencomputer ist kein schnellerer normaler Computer, sondern eine vollkommen andere Art zu rechnen. Während herkömmliche Computer mit klaren Zuständen arbeiten, also entweder 0 oder 1, nutzen Quantencomputer sogenannte Qubits. Diese können, wenn man es einfach sagen möchte, mehrere Zustände gleichzeitig annehmen. Man kann sich das wie einen Lichtschalter vorstellen, der nicht nur an oder aus kennt, sondern beides gleichzeitig. Dadurch können Quantencomputer bestimmte Rechenaufgaben parallel bearbeiten, für die die klassischen Rechner Millionen Jahre benötigen würden.
Besonders stark sind sie dabei bei mathematischen Problemen, die auf extrem vielen möglichen Kombinationen beruhen, wie sie auch in der Kryptografie von Kryptowährungen verwendet werden. Und genau deshalb gelten sie als potenziell gefährlich für die heutigen Verschlüsselungssysteme, die darauf vertrauen, dass solche Berechnungen praktisch unmöglich sind.
Warum Experten vor den langfristigen Folgen warnen
Wer heutzutage in Kryptowährungen investieren möchte, vertraut natürlich darauf, dass mathematische Probleme praktisch unlösbar bleiben. Doch genau dieses Prinzip gerät durch den Quantencomputer ins Wanken. Anders als klassische Rechner arbeiten sie nicht linear, sondern parallel in mehreren Zuständen. Dadurch können sie, wie bereits im oberen Abschnitt beschrieben, bestimmte Berechnungen signifikant beschleunigen. Im Fokus steht dabei die elliptische Kurvenkryptografie, die Bitcoin zur Absicherung von Transaktionen nutzt. Ein ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer könnte dann theoretisch gesehen, private Schlüssel aus öffentlichen Adressen berechnen. Das würde bedeuten, dass sich damit Coins bewegen lassen, ohne dass man im Besitz des eigentlichen Schlüssels ist. Experten betonen allerdings, dass dieses Szenario extrem hohe technische Voraussetzungen erfordert, die aktuell nicht gegeben sind.
Doch auch Edwards sagte, dass es derzeit keine Bedrohung gibt, allerdings müsste etwas geschehen, wenn das so bleiben soll. „If we haven’t deployed a fix by 2028, I expect Bitcoin will be sub $50K and continue to fall until it’s fixed“. Edwards warnte außerdem, dass die Untätigkeit „the largest Bitcoin bear market on record“ auslösen könnte.
Starting to think we will just need a huge bear market to wash out the idiots who think the Quantum threat to Bitcoin is a joke, and to incentive the maxis into taking action to upgrade the network. If We haven't deployed a fix by 2028, I expect Bitcoin will be sub $50K and…
— Charles Edwards (@caprioleio) December 17, 2025
Deshalb schlägt er eine technische Lösung namens BIP-360 vor. Das ist im Grunde wie ein Sicherheits-Upgrade für Bitcoin, das digitale Währungen vor Quantencomputern schützen soll. Er sagte überdies, dass dies unbedingt in den nächsten Jahren geregelt werden muss, da es sonst zu einem viel größeren Crash führen könnte, der dann nicht mehr mit der FTX-Pleite vergleichbar ist. Denn gegen diesen Crash würde FTX wie ein Kinderspiel aussehen.
Wie real ist die Bedrohung wirklich und was bedeutet das für Anleger?
Aktuelle Quantencomputer verfügen über einige hundert Qubits und sind extrem fehleranfällig. Um Bitcoins Kryptografie real anzugreifen, wären Millionen stabiler und auch fehlerfreier Qubits notwendig. Dabei sehen selbst optimistische Prognosen dieses Niveau frühestens in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren. Dazu kommt aber auch ein Punkt, der oft übersehen wird. Ein erfolgreicher Angriff auf Bitcoin wäre kein stilles Ereignis. Denn es wäre sofort sichtbar, würde weltweit für jede Menge Aufmerksamkeit sorgen und dann natürlich auch unmittelbare Reaktionen auslösen. Entwickler sind schon dabei und arbeiten an quantensichere Alternativen, die im Ernstfall implementiert werden könnten.
Für viele Anleger bleibt daher die Überlegung, ob sie aktuell Bitcoin kaufen sollen oder nicht. Aus heutiger Sicht können wir jedoch Entwarnung geben, da Quantencomputing kein unmittelbarer Investmentfaktor darstellt. Der Markt bewertet Bitcoin nach Angebot, Nachfrage, Regulierung und Adoption. Die Quantenfrage ist zwar langfristig gesehen eine technologische Variable, aber ganz klar nicht der nächste Kurstreiber.
Sind alternative Kryptowährungen ebenfalls betroffen?
Nicht alle Blockchains nutzen dieselben kryptografischen Verfahren wie Bitcoin. Einige Projekte experimentieren bereits mit alternativen Signaturen oder neuen Sicherheitskonzepten. Insbesondere die besten Altcoins könnten dabei interessant sein, da sie technologisch flexibler und auch deutlich experimentierfreudiger sind. Allerdings ist natürlich auch hier Vorsicht angebracht. Quantensicherheit ist kein Marketingbegriff, sondern ein wirklich hochkomplexes mathematisches Feld. Viele Projekte, die damit werben, haben bisher noch keine Beweise für eine echte Widerstandsfähigkeit geliefert. Dennoch könnte Quantencomputing langfristig einen neuen Bewertungsmaßstab schaffen, bei dem technologische Anpassungsfähigkeit deutlich stärker zählt als die kurzfristigen Hypes.
Warum auch spekulative Projekte und Wallets betroffen sind
Auf den ersten Blick scheinen neue Meme Tokens nichts mit Hochtechnologie zu tun zu haben. Doch das ist falsch. Denn technisch gesehen, unterscheiden sie sich kaum von anderen Coins. Sie nutzen dieselben Wallets, dieselben Signaturen und auch dieselben Blockchains. Sollte es eines Tages also wirklich zu realen quantenbasierten Angriffen kommen, wären vor allem die spekulativen Projekte extrem anfällig, da sie in der Regel über weniger ausgereifte Technik, kleinere Entwicklerteams und geringe finanzielle Ressourcen verfügen.
Eine zentrale Rolle spielen dabei aber auch die besten Krypto-Wallets. Denn gerade hier ist Sicherheit das A und O und Wallet-Anbieter arbeiten ebenfalls schon an Sicherheitskonzepten wie Einmal-Adressen, hybriden Signaturen oder auch der Vorbereitung der Post-Quantum-Kryptografie.
Fazit
Quantencomputer stellen eine reale, aber langfristige Herausforderung für Bitcoin dar. Experten warnen daher auch zu Recht davor, das Thema zu ignorieren. Gleichzeitig besteht aber kein Anlass zur kurzfristigen Panik, da die Technologie noch nicht so weit ist und Bitcoin strukturelle Fähigkeiten besitzt, sich anzupassen.
Zuletzt aktualisiert am 18. Dezember 2025




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