Bitcoin bei 63.836 $: Hält Bernsteins 150.000-Dollar-Ziel dem Druck stand?

Bitcoin coin with rising price charts representing ambitious market targets and bullish momentum

Bitcoin hat in dieser Woche sein höchstes Niveau seit zwei Wochen erreicht und notiert bei 63.836 US-Dollar – ein Wochenplus von über sechs Prozent. Gleichzeitig sorgte eine Meldung für Aufsehen: Strategy, der weltgrößte börsennotierte Bitcoin-Halter, verkaufte in der vergangenen Woche Bitcoin im Wert von 216 Millionen US-Dollar, um Dividendenverpflichtungen zu bedienen.

Genau diese Kombination – ein zaghafter Preisanstieg einerseits, Verkaufsdruck vom einstigen institutionellen Anker andererseits – stellt Anleger vor eine entscheidende Frage: Ist das laufende Bitcoin-Jahr noch zu retten, oder bleiben ambitionierte Jahresziele wie das $150.000-Kursziel von Bernstein bloße Makulatur?

Weiterlesen: Strategy und institutionelle Bitcoin-Nachfrage: Was der STRC-Einbruch bedeutet

Bernsteins $150.000-Ziel: Ambitioniert, aber nicht aufgegeben

Die Analysten des Investmenthauses Bernstein halten trotz des schwierigen Marktumfelds an ihrem Jahresziel von 150.000 US-Dollar je Bitcoin bis Ende 2026 fest. „Wir räumen ein, dass unser $150K-Kursziel für Ende 2026 im Kontext der Marktkorrektur ambitioniert wirkt“, erklärten Bernstein-Analysten in einer aktuellen Einschätzung. „Wir erwarten jedoch, dass sich der Bitcoin-Zyklus irgendwann dreht, und beobachten weiterhin die BTC-Flows auf Lebenszeichen.“

Bitcoin coin on a price chart showing a bull run trend.
Photo by beyzahzah on Pexels

Um das Ziel zu erreichen, müsste Bitcoin vom aktuellen Niveau aus um rund 135 Prozent zulegen – ein Sprung, der historisch nicht ohne Präzedenz ist, aber im aktuellen Umfeld eine erhebliche Beschleunigung voraussetzt. Seit dem Allzeithoch im Oktober 2025 hat Bitcoin fast 50 Prozent seines Wertes eingebüßt. Alle Kursgewinne seit der Wiederwahl von Donald Trump sind damit aufgezehrt.

Dennoch zeigt sich Bernstein bemerkenswert gefasst: „Jede Kryptokorrektur ist schmerzhaft, aber diese hier war vergleichsweise beruhigend. Krypto fühlt sich an, als würde es erwachsen“, so die Analysten. Bernstein-Analyst Gautam Chhugani sieht drei tragende Pfeiler für die Erholung: beschleunigende Zuflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs, wachsende Unternehmensbilanzen mit BTC-Positionen und ein strukturell engeres Angebot nach dem letzten Halving.

Strategy: Verkauf schürt Sorgen – Bernstein widerspricht

Der $216-Millionen-BTC-Verkauf durch Strategy vergangene Woche löste in Teilen der Krypto-Community Bedenken aus, ob Michael Saylors Unternehmen in Zukunft zum Netto-Verkäufer werden könnte. Institutionelle Verkäufe haben zuletzt den Markt belastet, und ein erzwungener Abbau der rund 843.000 BTC umfassenden Strategy-Position würde ein erhebliches Angebotsproblem darstellen.

Bernstein hält diese Sorge für übertrieben. „Strategy hält weiterhin eine USD-Reserve für rund 17 Monate an Dividenden- und Zinszahlungen vor. Eine Reduzierung unter 12 Monate würde eine Genehmigung des Vorstands erfordern“, betonten die Analysten. Mit einer Gesamtreserve von über 2,55 Milliarden US-Dollar sei ein großer erzwungener Bitcoin-Abverkauf durch Strategy unwahrscheinlich – das Unternehmen bleibe strukturell ein Netto-Käufer.

Regulierung und ETF-Flows als entscheidende Katalysatoren

Ein weiterer Faktor in Bernsteins Bullen-Kalkulation ist die regulatorische Entwicklung in den USA. Laut der Prognoseplattform Polymarket liegt die Wahrscheinlichkeit, dass der sogenannte Clarity Act noch in diesem Jahr verabschiedet wird, bei rund 50 Prozent. Sollte das Gesetz kommen, erwartet Bernstein „mehr Marktliquidität und institutionelle Adoption sowohl für kryptonative Assets als auch für Blockchain-Versionen realer Vermögenswerte“.

Gleichzeitig ist der ETF-Flow-Kontext ein zweischneidiges Schwert. Im März 2026 verzeichneten Spot-Bitcoin-ETFs noch rund 1,6 Milliarden US-Dollar Nettozuflüsse in einem einzigen Monat. Aktuell sind die Jahres-Nettozuflüsse auf rund 12 Milliarden US-Dollar gesunken – verglichen mit etwa 60 Milliarden für das gesamte Vorjahr. Ob sich dieser Rückgang als temporäre Delle oder struktureller Gegenwind erweist, dürfte maßgeblich darüber entscheiden, ob Bernsteins Jahresziel erreichbar bleibt.

Zur Einordnung: Nicht alle institutionellen Stimmen teilen den Optimismus. Bloomberg-Senior-Stratege Mike McGlone hat explizit vor einem möglichen Rückfall Bitcoins in Richtung 10.000 US-Dollar gewarnt – ein drastischer Kontrast zum Bernstein-Szenario, der die nach wie vor tief gespaltenen Makro-Einschätzungen großer Häuser illustriert. Andere Institutionen wie 21Shares nennen 100.000 US-Dollar als realistisches Zwischenziel – deutlich konservativer, aber konsistent mit einem bullischen Grundtenor.

TeraWulf setzt auf KI – und zieht Mining-Sektor mit

Am Rande der Bitcoin-Preisdiskussion sorgte der Mining-Konzern TeraWulf für Schlagzeilen: Das Unternehmen unterzeichnete einen 20-Jahres-Mietvertrag mit dem KI-Unternehmen Anthropic, der laut eigenen Angaben rund 19 Milliarden US-Dollar Umsatz generieren könnte. Die TeraWulf-Aktie (WULF) sprang am Tag der Bekanntgabe um fast 14 Prozent auf 24,05 US-Dollar.

Die Meldung verstärkte einen Trend, der sich im Bitcoin-Mining-Sektor abzeichnet: Immer mehr Unternehmen monetarisieren ihre Infrastruktur über KI-Workloads und reduzieren damit die Abhängigkeit vom reinen Bitcoin-Preis. Das könnte den Sektor strukturell stabiler machen – unabhängig davon, ob Bitcoin in diesem Jahr tatsächlich Richtung $150.000 läuft.

Zuletzt aktualisiert am 7. Juli 2026

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Martin SchwarzExperte für Kryptowährungen

Martin, mit einem MSc. in Wirtschaftsinformatik und Fokus auf asymmetrischer Kryptographie und M2M-Kommunikation, ist seit 2015 in der Welt von Bitcoin und Kryptowährungen unterwegs. Schon mit 17 begann er mit dem Handel von Kryptowährungen und erwarb seinen ersten Bitcoin. Neben seinem Interesse an Kryptowährungen widmet er sich in seiner Freizeit Online-Casinos und Sportwetten, wo er mit 18 Blackjack-Strategien entwickelte und sogenannte Sure-Bets durchführte. Seine Expertise dokumentierte er frühzeitig als Autor zu Themen wie Kryptowährungen, Trading, Aktien, Casinos und Sportwetten, wodurch er heute als gefragter Experte und Autor mit über 10 Jahren Erfahrung gilt.

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