
Bitcoin kämpft aktuell um seine mittelfristige Richtung – und genau in diesem Moment meldet sich einer der renommiertesten europäischen Krypto-ETP-Anbieter mit einer klaren Ansage: 21Shares erwartet eine Erholung des Bitcoin-Kurses auf 100.000 US-Dollar bis zum Jahresende 2025, gestützt auf eine systematische Halving-Zyklusanalyse und anhaltende institutionelle Nachfrage.
Was steckt hinter dieser Prognose – und ist sie angesichts der jüngsten Marktvolatilität realistisch? Die Antwort liefert ein Blick auf die Daten, die 21Shares seiner Einschätzung zugrunde legt.
Weiterlesen: K33 Research: Long-Term-Holder-Supply auf Rekordhoch – Bärenmarkt-Ende in Sicht?
Halving-Zyklus intakt: Was die On-Chain-Daten zeigen
Die Grundthese von 21Shares ist eindeutig: Das Post-Halving-Preisverhalten von Bitcoin folgt weiterhin den historisch bekannten Mustern. Laut einer aktuellen Marktanalyse des Schweizer ETP-Anbieters hat Bitcoin während der jüngsten Korrekturphase durchgehend oberhalb der aggregierten Investoren-Kostenbasis von rund 54.000 US-Dollar gehandelt – ein Niveau, das die Analysten als entscheidende Trennlinie zwischen einer gesunden Konsolidierung und einem echten Bärenmarkt definieren.
Genau diese Marktstruktur interpretiert 21Shares als Zeichen der Stärke: Wer oberhalb der durchschnittlichen Einstiegsbasis des Gesamtmarktes notiert, befindet sich nicht in einem strukturellen Abwärtstrend, sondern in einer Zyklusfortsetzung. Gleichzeitig betonen die Analysten, dass die Drawdowns in diesem Halving-Zyklus signifikant kleiner ausfallen als in den Zyklen 2017 und 2021 – ein Hinweis auf reifere Marktstrukturen und breitere institutionelle Beteiligung.
Konkret definiert 21Shares-Research die Zone um 98.000 bis 100.000 US-Dollar als zentrale Widerstandszone, während erste starke Unterstützungen bei 85.000 US-Dollar und einem Nachfragebereich zwischen 75.000 und 82.000 US-Dollar verortet werden – basierend auf On-Chain-Daten und Derivatemarkt-Liquidationen.
Weiterlesen: Bitcoin-Boden bei 60.000–70.000 Dollar? Was On-Chain-Daten verraten
ETF-Zuflüsse als zentraler Kurstreiber
Neben der Zyklusanalyse rückt 21Shares einen zweiten Faktor in den Vordergrund: die anhaltenden Zuflüsse in US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs. CIO Adrian Fritz betonte, dass stabile Makrobedingungen in Kombination mit institutionellen ETF-Käufen den entscheidenden Treiber für eine Bewegung in Richtung 100.000 US-Dollar darstellen – getragen vor allem von US-amerikanischen institutionellen Investoren, die Bitcoin zunehmend als festen Portfoliobaustein behandeln.
Diese Einschätzung deckt sich mit Beobachtungen anderer Marktteilnehmer. Analysten von Morningstar verweisen darauf, dass trotz hoher Volatilität keine belastbaren Signale für einen längerfristigen Bärenmarkt vorliegen und die institutionelle Nachfrage den Kurs strukturell stützt – was die optimistischen Szenarien von 21Shares plausibler erscheinen lässt.
Historischer Vergleich: Kleinere Drawdowns, reiferer Markt
Ein Blick auf vergangene Halving-Zyklen verdeutlicht, warum 21Shares den aktuellen Rücksetzer nicht als Trendbruch wertet. In den Zyklen 2017 und 2021 erlebte Bitcoin Drawdowns von teils über 50 Prozent vom jeweiligen Zwischenhoch – in diesem Zyklus blieben die Rücksetzer laut 21Shares bislang unter 30 Prozent. Das spricht nach Lesart der Schweizer Analysten für eine stabilisierte Marktstruktur, in der institutionelles Kapital als Puffer wirkt.
Kritische Stimmen in der Krypto-Community weisen allerdings zu Recht darauf hin, dass Spot-ETFs, veränderte Regulierungsdynamiken und geopolitische Makrorisiken die klassischen Halving-Narrative zunehmend unter Druck setzen. Eine mechanische Fortschreibung früherer Muster birgt Risiken – das räumt 21Shares implizit ein, indem das Haus konkrete makroökonomische Trigger benennt, die das Szenario kippen könnten.
Kursziele: 100.000 Dollar als Basis, 138.500 als Bull-Szenario
Das Basisprognose-Ziel von 21Shares lautet 100.000 US-Dollar bis Jahresende. In einem optimistischen Szenario – bei anhaltendem Momentum ohne makroökonomische Schocks – sehen die Analysten sogar ein Potenzial von 138.500 US-Dollar. Ein weiterer Ausblick aus dem „State of Crypto 2025″-Report nennt einen möglichen Pfad in Richtung 126.000 US-Dollar, sofern die Zuflüsse in Spot-ETFs stabil bleiben und die US-Zinspolitik keine negativen Überraschungen liefert.
Genau hier liegt der entscheidende Vorbehalt: Das 21Shares-Szenario steht und fällt mit der weiteren Entwicklung der US-Geldpolitik, regulatorischen Entscheidungen in den USA und der EU sowie dem Fortgang der institutionellen ETF-Nachfrage. Bleiben diese Faktoren konstruktiv, erscheint der Weg in Richtung sechsstelliger Bitcoin-Kurse aus Sicht des Hauses realistisch.
Weiterlesen: Bitcoin auf 100.000 Dollar bis Oktober 2026 – was die Chart-Analyse zeigt
Fazit: Bullisches Fundament, aber keine Garantie
21Shares liefert mit seiner Halving-Zyklusanalyse ein strukturell schlüssiges Argument für eine Bitcoin-Erholung bis Jahresende. Die Kombination aus stabilem On-Chain-Fundament oberhalb der 54.000-Dollar-Kostenbasis, gedämpften Drawdowns und wachsender institutioneller Nachfrage über Spot-ETFs stützt das Kursziel von 100.000 US-Dollar analytisch.
Wer jetzt überlegt, wie er das Bitcoin-Engagement positioniert, sollte die von 21Shares definierten Schlüsselmarken im Blick behalten: 85.000 US-Dollar als erste Unterstützungszone nach unten, 100.000 US-Dollar als Widerstand nach oben. Erst ein nachhaltiger Bruch dieser Marke würde den Weg in Richtung der optimistischeren Szenarien öffnen – und die Halving-These von 21Shares eindrucksvoll bestätigen.
Zuletzt aktualisiert am 24. Juni 2026




Fragen und Antworten
Sie haben eine Frage? Unser Experten-Panel beantwortet gerne Ihre Fragen.