Die Harvard University hat im dritten Quartal 2025 ihre Bitcoin-Position über Spot-ETFs dramatisch ausgebaut und damit ein klares Signal an die institutionelle Anlagelandschaft gesendet.
Nach aktuellen SEC-Unterlagen hält die Elite-Universität nun 6,8 Millionen Anteile an BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT) im Wert von rund 443 Millionen US-Dollar. Dies entspricht einer Steigerung von 257 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal, als die Position noch bei 117 Millionen US-Dollar lag.
IBIT wird zur größten Harvard-Position
IBIT ist nun die größte Einzelposition in Harvards 13F-Meldung und übertrifft damit Beteiligungen an Tech-Giganten wie Microsoft (323 Millionen US-Dollar), Amazon (235 Millionen US-Dollar) und Alphabet (157 Millionen US-Dollar). Bloomberg-ETF-Experte Eric Balchunas kommentierte die Entwicklung mit deutlichen Worten: „Es ist äußerst selten und schwierig, eine Stiftung dazu zu bewegen, sich für einen ETF zu entscheiden. Dies ist die beste Bestätigung, die ein ETF bekommen kann.“
Die massive Aufstockung erfolgte in einer volatilen Marktphase, in der Bitcoin zwischen 55.000 und 70.000 US-Dollar schwankte. Dass Harvard trotz des unruhigen Marktumfelds seine Position verdreifachte, deutet auf eine langfristige strategische Überzeugung hin, die über kurzfristige Kursschwankungen hinausgeht.
BREAKING: 🇺🇸 Harvard bought $326 million in $IBIT during Q3.
They now hold $442.8 million in $IBIT shares. pic.twitter.com/2QRBYz3T2r
— Ash Crypto (@AshCrypto) November 15, 2025
Duale Strategie: Bitcoin und Gold
Parallel zur Bitcoin-Expansion verdoppelte Harvard auch seine Gold-Investments. Die Position im SPDR Gold Shares (GLD) wuchs von 333.000 Aktien im Juni auf 661.391 Aktien mit einem aktuellen Wert von 235 Millionen US-Dollar. Diese duale Strategie zeigt, dass etablierte Institutionen Bitcoin zunehmend als digitales Pendant zu Gold betrachten und damit als Absicherung gegen Inflation und Währungsrisiken.
Basierend auf dem Bitcoin-Kurs von etwa 114.000 US-Dollar am Stichtag, dem 30. September, kontrolliert Harvard über den BlackRock-ETF indirekt etwa 3.900 BTC. Ende des zweiten Quartals waren es noch rund 1.100 BTC.
Kleiner Anteil, große Signalwirkung
Trotz der beeindruckenden absoluten Zahlen relativiert Balchunas: „Eine halbe Milliarde macht nur ein Prozent des Gesamtvermögens aus.“ Mit einem verwalteten Vermögen von rund 57 Milliarden US-Dollar ist Harvard weltweit der größte Universitätsfonds, gefolgt von anderen Ivy-League-Universitäten wie Princeton oder Yale. Die IBIT-Position reicht jedoch aus, um Harvard auf Platz 16 unter den größten IBIT-Inhabern zu katapultieren.
Für den traditionell konservativ anlegenden Stiftungsfonds handelt es sich noch immer um eine weitere Position unter vielen, nicht um ein Kerninvestment. Die Signalwirkung ist dennoch enorm: Wenn die bekannteste Elite-Universität der Welt Bitcoin zur größten gemeldeten Position macht, legitimiert dies die Assetklasse für zahllose andere konservative Institutionen.
Die Ironie: Vom Kritiker zum Investor
Die Entwicklung ist nicht ohne Ironie. Ausgerechnet Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff, ehemaliger Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds, hatte 2018 prophezeit, dass Bitcoin „wahrscheinlicher 100 US-Dollar erreichen werde als 100.000 US-Dollar“. Statt auf 100 Dollar zu fallen, kletterte Bitcoin auf über 113.000 Dollar.
Rogoff räumte 2025 öffentlich ein, dass er Bitcoins globalen Nutzen und das regulatorische Umfeld unterschätzt hatte. Nun investiert ausgerechnet seine eigene Universität fast eine halbe Milliarde Dollar in den vermeintlichen „Spekulationsgegenstand“. Diese 180-Grad-Wende illustriert perfekt den Paradigmenwechsel in der institutionellen Wahrnehmung von Bitcoin.
Institutionelle Welle rollt weiter
Harvard ist bei weitem nicht das einzige Schwergewicht, das sein Bitcoin-Engagement erhöht. Der Staatsfonds von Abu Dhabi hat seine Position still und leise auf geschätzte 422 Millionen US-Dollar in IBIT ausgeweitet. Die Tschechische Nationalbank ist ebenfalls der Liste neuer Bitcoin-Käufer beigetreten. JPMorgan hat seine Bestände aufgestockt und sein Engagement auf rund 280 Millionen US-Dollar erhöht.
BlackRocks iShares Bitcoin Trust hat sich mit einem verwalteten Vermögen von 89,17 Milliarden US-Dollar zum dominierenden Player im Bitcoin-ETF-Markt entwickelt. Mit über 800.000 BTC kontrolliert der Fonds mehr als die Hälfte aller US-Spot-Bitcoin-ETF-Vermögen. Seit der Einführung verzeichnete IBIT eine kumulative Rendite von etwa 83 Prozent bis Juni 2025. BlackRock-CEO Larry Fink bezeichnete IBIT als „den am schnellsten wachsenden ETF in der Geschichte der ETFs“.




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