So verdienen Bitcoin-Wale dank Polymarket Geld

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Polymarket hat sich in den vergangenen Monaten von einer Krypto-Nischenplattform zu einem relevanten Mainstream-Marktplatz für Ereigniswetten entwickelt. Neben Politik, Sport und Wirtschaft gewinnen dabei extrem kurzfristige Kryptomärkte an Bedeutung. Besonders beliebt sind fünfminütige Bitcoin-Kontrakte, bei denen bereits minimale Kursbewegungen über Gewinn oder Verlust entscheiden.

Eine neue wissenschaftliche Untersuchung legt nun jedoch nahe, dass kapitalstarke Händler diese Konstruktion gezielt ausnutzen könnten. Demnach verdienen einige Akteure nicht nur mit der Wette auf Polymarket, sondern beeinflussen möglicherweise kurzzeitig sogar den zugrunde liegenden Bitcoin-Preis. Was wie gewöhnlicher Handel aussieht, könnte damit eine lukrative Form der Abrechnungsmanipulation sein.

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So sollen Bitcoin-Wale mit Polymarket-Kontrakten Geld verdienen

Im Mittelpunkt stehen die fünfminütigen „Bitcoin Up or Down“-Märkte von Polymarket. Zu Beginn jedes Zeitfensters wird ein Referenzkurs festgelegt. Liegt der Bitcoin-Preis am Ende mindestens auf diesem Niveau, gewinnt „Up“. Notiert Bitcoin darunter, gewinnt „Down“. Ein erfolgreicher Anteil wird anschließend mit einem US-Dollar ausgezahlt, während der unterlegene Anteil wertlos verfällt. Für die Abrechnung verwendet Polymarket den BTC/USD-Datenstream von Chainlink.

Problematisch wird diese Konstruktion, wenn Bitcoin wenige Sekunden vor Ablauf fast genau am Ausgangskurs handelt. In diesem Moment kann bereits eine sehr kleine Kursbewegung über die vollständige Auszahlung eines großen Polymarket-Portfolios entscheiden. Ein kapitalstarker Händler könnte zunächst günstig zahlreiche „Up“- oder „Down“-Anteile erwerben. Anschließend kann er kurz vor dem Settlement über den Bitcoin-Spotmarkt starken Kauf- oder Verkaufsdruck erzeugen. Dadurch wird der Kurs möglicherweise gerade weit genug über beziehungsweise unter die entscheidende Schwelle bewegt.

Entscheidend ist die wirtschaftliche Rechnung: Die kurzfristigen Kosten der Bitcoin-Orders müssen geringer sein als der zusätzliche Gewinn aus der Polymarket-Position. Besitzt ein Händler beispielsweise eine sehr große Anzahl an Anteilen, kann schon ein minimaler Kursimpuls die gesamte Wette von nahezu wertlos auf einen Dollar je Anteil drehen. Für einen Bitcoin-Wal kann es sich deshalb theoretisch lohnen, am Spotmarkt kurzfristig Kapital einzusetzen und dabei sogar gewisse Handelsverluste zu akzeptieren.

Die Forscher David Dai, Ruizhe Jia und Shihao Yu berichten, dass der Bitcoin-Orderflow unmittelbar vor dem Ende dieser Fünf-Minuten-Zyklen auffällig ansteigt. Nach der Abrechnung würden sich die Kursbewegungen häufig innerhalb weniger Sekunden wieder umkehren. Dieses schnelle Reversal gilt als Hinweis darauf, dass die Orders nicht auf neuen fundamentalen Informationen basierten, sondern primär das Settlement beeinflussen sollten.

Dabei handelt es sich zunächst um die Schlussfolgerung einer aktuellen Studie und nicht um den Nachweis, dass jede auffällige Bewegung tatsächlich manipulativ ist. Dennoch zeigt die Untersuchung eine strukturelle Schwäche: Je kürzer das Zeitfenster und je größer die Polymarket-Position, desto attraktiver kann es werden, den zugrunde liegenden Markt kurzfristig zu bewegen. Nach Berechnungen der Autoren sollen auf diese Weise innerhalb von zwei Monaten mehrere Millionen US-Dollar von gewöhnlichen Marktteilnehmern zu strategisch agierenden Händlern umverteilt worden sein.

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Polymarket beantragt Margin-Handel in den USA

Polymarket möchte sein US-Geschäft offenbar deutlich erweitern. Die Tochtergesellschaft Coming Home GBA LLC reichte am 3. Juli bei der National Futures Association einen Antrag auf Registrierung als Futures Commission Merchant ein. Zusätzlich müsste die US-Derivateaufsicht CFTC Änderungen am Regelwerk genehmigen. Dadurch könnten Nutzer künftig Positionen eröffnen, ohne deren maximalen Wert vollständig vorab zu hinterlegen. Bislang sind die Kontrakte grundsätzlich voll besichert: Für eine mögliche Auszahlung von einem Dollar muss entsprechendes Kapital bereitstehen. Beim Margin-Handel würde dagegen bereits ein Bruchteil als Sicherheit genügen.

Damit könnten Händler mit demselben Kapital wesentlich größere Positionen bewegen. Das dürfte Handelsvolumen, Gebühreneinnahmen und Liquidität erhöhen, zugleich jedoch auch Verluste, Nachschusspflichten und Liquidationen verschärfen. Gerade bei binären Kontrakten besteht ein besonderes Risiko: Verliert eine Position, kann ihr Wert beim Settlement unmittelbar auf null fallen. Ein klassischer Hebel verstärkt diesen Verlust zusätzlich.

Der Schritt zeigt, dass sich Polymarket zunehmend von einer einfachen Wettplattform zu einer vollwertigen Handelsinfrastruktur für Ereignisderivate entwickeln möchte. Das Wachstum liefert dafür Rückenwind: Ende Juni soll das Unternehmen bereits mehr als eine Milliarde US-Dollar annualisierten Umsatz erreicht haben. Zugleich gewinnen Prognosemärkte bei Politik, Sport, Kryptowährungen und Finanzereignissen weiter an Bedeutung.

Mehr Margin-Handel könnte vor allem professionelle Händler, Market Maker und Hedgefonds anziehen, die Kapital effizient einsetzen möchten. Allerdings ist eine Genehmigung keineswegs sicher. Die CFTC arbeitet derzeit an strengeren Regeln für Prognosemärkte, während Manipulation, Insiderhandel und Verbraucherschutz stärker diskutiert werden. Sollte Polymarket dennoch grünes Licht erhalten, könnte dies den Wettbewerb mit Kalshi verschärfen und den gesamten Sektor nochmals deutlich beschleunigen.

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Zuletzt aktualisiert am 12. Juli 2026

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Martin SchwarzExperte für Kryptowährungen

Martin, mit einem MSc. in Wirtschaftsinformatik und Fokus auf asymmetrischer Kryptographie und M2M-Kommunikation, ist seit 2015 in der Welt von Bitcoin und Kryptowährungen unterwegs. Schon mit 17 begann er mit dem Handel von Kryptowährungen und erwarb seinen ersten Bitcoin. Neben seinem Interesse an Kryptowährungen widmet er sich in seiner Freizeit Online-Casinos und Sportwetten, wo er mit 18 Blackjack-Strategien entwickelte und sogenannte Sure-Bets durchführte. Seine Expertise dokumentierte er frühzeitig als Autor zu Themen wie Kryptowährungen, Trading, Aktien, Casinos und Sportwetten, wodurch er heute als gefragter Experte und Autor mit über 10 Jahren Erfahrung gilt.

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