Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Bitcoin-Transaktionen in den USA sorgen laut Einschätzung von Pierre Rochard, Vorstandsmitglied des Investmentunternehmens Strive, weiterhin für erhebliche Hürden bei der alltäglichen Verwendung der Kryptowährung. Obwohl technologische Fortschritte im Bereich Skalierbarkeit für schnellere und günstigere Transaktionen sorgen, bremst vor allem die steuerliche Behandlung von Bitcoin seinen praktischen Einsatz im Konsumalltag aus.
Steuergesetzgebung als zentrales Hemmnis
Bei einer Einschätzung gegenüber Cryptopolitan wies Rochard darauf hin, dass es in erster Linie nicht an den technischen Möglichkeiten liege, dass Bitcoin bisher nicht breitflächig als Zahlungsmittel eingesetzt wird. Stattdessen sei die Gesetzeslage in vielen Ländern – insbesondere in den USA – der grundlegende Stolperstein. Konkret geht es um die steuerliche Klassifizierung von Bitcoin als Eigentum und nicht als Währung.
„Zahlungen mit Bitcoin nehmen in Ländern mit niedrigeren Steuerhürden schneller zu“, so Rochard. Dieses Verhalten lasse sich über das regulatorische Umfeld erklären. In den Vereinigten Staaten werde jede Verwendung von Bitcoin – selbst für kleinere Einkäufe wie einen Kaffee – als steuerlich relevante Transaktion behandelt. Sobald der Wert des eingesetzten Bitcoin gestiegen ist, seitdem die betreffende Person ihn erworben hat, wird eine Kapitalertragssteuer fällig.
Diese Verpflichtung zur Dokumentation jeder Transaktion stellt für Verbraucher eine massive Hürde dar, wenn es darum geht, Bitcoin als alltagstaugliches Zahlungsmittel zu verwenden. Es bedeutet, dass selbst beim Einsatz kleiner Beträge eine Steuerpflicht entstehen kann, sofern zwischen Erwerb und Nutzung eine Wertsteigerung stattgefunden hat. In der Praxis erfordert dies eine lückenlose Nachverfolgung aller Käufe und Verkäufe, was insbesondere für Nutzer mit häufigem Transaktionsverhalten wenig praktikabel ist.
Keine Fortschritte trotz technologischem Potenzial
Rochard kritisierte damit eine Steuerpolitik, die dem eigentlichen Zweck von Kryptowährungen – insbesondere ihrer Verwendung als Peer-to-Peer-Zahlungsmittel – entgegenwirkt. Besonders bedauerlich sei dies vor dem Hintergrund zahlreicher Innovationen im Blockchain-Bereich, die Transaktionen bereits stark optimiert haben. Entwicklungen wie das Lightning Network oder Second-Layer-Lösungen haben gezeigt, dass der Einsatz von Bitcoin nicht zwangsläufig langsam oder teuer sein muss. Die eigentliche Blockade liegt aus seiner Sicht jedoch außerhalb der Technologie-Sphäre.
Für Anleger und Branchenbeobachter stellt sich damit erneut die Frage, inwiefern nationale Regulierungen die Zukunftsfähigkeit von Kryptowährungen als Zahlungsmittel beeinflussen werden. Zwar bemühen sich manche Gesetzgeber um eine Anpassung bestehender Regelwerke an die Realitäten der digitalen Wirtschaft, allerdings schreitet diese Entwicklung weltweit nur ungleichmäßig voran.
Rochards Einschätzung unterstreicht somit einmal mehr die Rolle steuerlicher Rahmenbedingungen für die Massentauglichkeit von Bitcoin. Auch wenn technologische Barrieren zunehmend beseitigt werden, bleibt die rechtliche Behandlung weiterhin ausschlaggebend für die tatsächliche Nutzbarkeit der Kryptowährung im Alltag.
Zuletzt aktualisiert am 25. Januar 2026




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