Trump schließt Gnadenakt für FTX-Gründer Sam Bankman-Fried kategorisch aus

Der Ex-FTX-CEO bleibt trotz anderer Krypto-Gnadenakte im Gefängnis

Der frühere FTX-CEO Sam Bankman-Fried muss weiterhin mit seiner 25-jährigen Haftstrafe rechnen. Eine Begnadigung durch US-Präsident Donald Trump steht nicht zur Debatte. Trotz intensiver Bemühungen seines Umfelds bleibt der Krypto-Unternehmer von einer wachsenden Zahl präsidialer Gnadenerlasse ausgeschlossen.

Bankman-Fried und seine Bemühungen um Gnade

In einem Interview mit der New York Times betonte Präsident Trump unmissverständlich, dass weder für Sam Bankman-Fried noch für mehrere andere prominente Akteure eine Begnadigung in Frage komme. Genannt wurden unter anderem auch der demokratische Senator Robert Menendez, Venezuelas Präsident Nicolás Maduro sowie der Musiker Sean „Diddy“ Combs.

Bankman-Fried ist vor dem Hintergrund des FTX-Zusammenbruchs im Jahr 2022 wegen Betrugs und Verschwörung verurteilt worden. Seitdem läuft eine Vielzahl an Initiativen, die auf eine mögliche Begnadigung hinarbeiten. Medienberichten zufolge begannen seine Eltern Anfang 2026, direkt das Umfeld des Präsidenten zu kontaktieren. Bereits im Februar 2025 äußerte sich der Unternehmer selbst in einem Gefängnisinterview gegenüber The New York Sun zu seinem Perspektivwechsel.

Darin erklärte Bankman-Fried, dass er sich früher als politisch mitte-links verortet habe, jedoch nach eigenen Angaben zunehmend von der Biden-Regierung und der Demokratischen Partei enttäuscht gewesen sei – insbesondere in Bezug auf die Kryptopolitik. Diese habe sich seiner Ansicht nach als „destruktiv und schwierig“ erwiesen. „Ich denke, mein Fall ist Teil dieses größeren Kontextes“, wird er in dem Interview zitiert.

Derzeit verbüßt Bankman-Fried seine Strafe in einem weniger gesicherten Gefängnis in der Nähe von Los Angeles. Eine Entlassung wäre frühestens im Oktober 2044 möglich. Parallel läuft ein Berufungsverfahren, das sich gegen die Urteilsverkündung richtet.

Trumps Haltung zu Kryptofällen bleibt selektiv

Während Bankman-Fried keine Aussicht auf Gnade hat, zeigte sich Trump in anderen Fällen aus dem Krypto-Umfeld weitaus großzügiger. Bereits im ersten Jahr nach seiner Rückkehr ins Präsidentenamt vergab er mehrere Begnadigungen in prominenten Fällen.

So begnadigte er im Januar 2025 Ross Ulbricht, den Gründer des inzwischen geschlossenen Darknet-Marktplatzes Silk Road. Im März desselben Jahres folgten Begnadigungen für die BitMEX-Mitgründer Arthur Hayes, Benjamin Delo, Samuel Reed sowie Gregory Dwyer, den ehemaligen Leiter der Geschäftsentwicklung.

Besonders bemerkenswert war die Entscheidung im Oktober 2025, Changpeng Zhao, Gründer der weltgrößten Kryptobörse Binance, von seiner Verurteilung aus dem Jahr 2023 zu entlasten. Diese Entscheidung stieß im politischen Umfeld jedoch auf erhebliche Kritik. Sieben demokratische Senatoren forderten eine Untersuchung. Politiker wie Elizabeth Warren und Bernie Sanders äußerten Zweifel, ob mögliche Verbindungen zwischen Trumps Wahlkampffonds „World Liberty Financial“ und Binance Einfluss auf die Begnadigung genommen haben könnten.

Auch im Fall von Keonne Rodriguez, dem CEO von Samourai Wallet, äußerte sich Trump offen. Er kündigte an, sich den Fall „anzuschauen“, ließ allerdings offen, ob daraus eine Begnadigung resultieren könnte.

Damit zeigt sich einmal mehr, dass Trumps Gnadenpolitik in Kryptowährungsfragen selektiv bleibt – abhängig vom Einzelfall und offenbar auch von politischen wie persönlichen Erwägungen. Für Sam Bankman-Fried bedeutet das zunächst: keine Aussicht auf ein vorzeitiges Ende seiner Haftzeit.

Zuletzt aktualisiert am 9. Januar 2026

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