Die kürzlich erfolgte Begnadigung des Mitgründers und Ex-CEOs von Binance, Changpeng Zhao, sorgt in der Kryptoszene für Gesprächsstoff und ruft jetzt auch politische Beobachter auf den Plan.
Neue Enthüllungen zeichnen das Bild einer minutiös orchestrierten Kampagne, mit der sich Zhao in den Gunstkreis von US-Präsident Donald Trump manövrierte. Laut Politico investierte Binance systematisch in Lobbyarbeit, um die Gunst der neuen Trump-Administration zu gewinnen.
Im Zentrum steht unter anderem der Lobbyist Ches McDowell, ein enger Freund von Donald Trump Jr., der mit seiner Firma „Checkmate Government Relations“ binnen drei Monaten 7,1 Millionen US-Dollar Umsatz erzielte. Allein im September zahlte Binance 450.000 US-Dollar an das Unternehmen, das erst kurz zuvor ein Büro in Washington eröffnet hatte. Die Aufgaben: Einflussnahme auf das Weiße Haus und das US-Finanzministerium, insbesondere im Hinblick auf „exekutive Entlastung“. Code für die Begnadigung Zhaos?
Juristische Strippenzieher mit Verbindungen zur SEC
Neben McDowell heuerte Zhao auch die prominente Krypto-Anwältin Teresa Goody Guillén an, die als mögliche SEC-Vorsitzende unter Trump gehandelt wurde. Ihre Kanzlei kassierte laut Berichten bis dato 290.000 US-Dollar für Beratungsleistungen rund um die Begnadigung. Guillén dankte Trump öffentlich für seinen „Mut und seine moralische Klarheit“.
With my client, Mr. Zhao (@cz_binance), we express our profound gratitude to @POTUS President Donald J. Trump, whose courage and moral clarity made this day possible. His decision affirms that in the United States, principle can still triumph over politics. Today is more than an… https://t.co/V0ZXnYsjcu
— Teresa Goody Guillén (@teresagoody) October 23, 2025
Dass Zhao, der 2023 wegen Verstößen gegen Anti-Geldwäschegesetze zu vier Monaten Haft verurteilt wurde, nun wieder uneingeschränkt geschäftlich tätig sein darf, empfinden Kritiker als Affront gegenüber rechtsstaatlichen Prinzipien. Binance selbst hatte sich im Zuge der Ermittlungen auf eine Strafzahlung in Höhe von 4,3 Milliarden US-Dollar eingelassen, Zhao trat als CEO zurück. Im Herbst 2024 wurde er aus der Haft entlassen.
Verflechtungen mit Trumps Krypto-Imperium
Der politische Kontext der Begnadigung ist brisant. Bereits im Vorfeld war Zhao laut Wall Street Journal in die Investorensuche für Trumps eigenes Krypto-Projekt „World Liberty Financial“ involviert. Der Staatsfonds MGX aus Abu Dhabi, mit dem Zhao offenbar Kontakte pflegte, investierte wenig später zwei Milliarden US-Dollar in Binance, und zwar über den WLFI-Stablecoin USD1. Diese Verbindungen werfen Fragen auf: War der persönliche und finanzielle Nutzen für das Trump-Lager letztlich ausschlaggebend für die Begnadigung?
Mit der Maßnahme inszeniert sich Trump jedenfalls als Retter der Kryptoindustrie und grenzt sich scharf von der vorherigen Biden-Regierung ab, die hart gegen illegale Kryptoaktivitäten vorging. Demokratische Politiker bezeichnen das Manöver als „politisches Kalkül“ und verweisen auf die wachsende Einflussnahme finanzstarker Kryptoakteure auf die amerikanische Politik.
Ist Trump Satoshi?
Fast beiläufig streute Zhao nach der Begnadigung noch einen provokanten Kommentar auf X: „Trump und Satoshi. Könnten dieselbe Person sein.“ Die ironische Bemerkung ging viral, lenkte aber auch geschickt vom eigentlichen Kern der Debatte ab.
President Trump said he believes he hasn’t met me yet, which is true.
Would be my honor to some day. 🙏
President Trump and Satoshi. Might be the same person. 🤷♂️ https://t.co/TWQm3rjwK5
— CZ 🔶 BNB (@cz_binance) October 24, 2025




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