Die vergangene Woche war turbulent für Bitcoin-Anleger mit Blick auf die US-Regierung. Nachdem das Bitcoin Magazine unter Berufung auf Gerichtsdokumente und Blockchain-Daten berichtet hatte, dass möglicherweise Bitcoin im Wert von über 6 Millionen Dollar verkauft worden seien, machte sich Verunsicherung breit. Immerhin hatte Präsident Donald Trump per Executive Order verfügt, dass beschlagnahmte Bitcoin nicht veräußert werden dürfen.
Nun hat Patrick Witt, Executive Director des President’s Council of Advisors for Digital Assets, für Klarheit gesorgt. In einem Post auf der Plattform X verkündete der oberste Krypto-Berater des Weißen Hauses: „Wir haben vom Justizministerium die Bestätigung erhalten, dass die von Samourai Wallet eingezogenen digitalen Vermögenswerte nicht liquidiert wurden und auch nicht liquidiert werden.“ Die Bitcoin würden gemäß Executive Order 14233 als Teil der strategischen Bitcoin-Reserve in der Bilanz der US-Regierung verbleiben.
UPDATE: we have received confirmation from DOJ that the digital assets forfeited by Samourai Wallet have not been liquidated and will not be liquidated, per EO 14233. They will remain on the USG balance sheet as part of the SBR. https://t.co/v2GchC3vk8
— Patrick Witt (@patrickjwitt) January 16, 2026
Der Hintergrund: Samourai Wallet und die Geldwäsche-Vorwürfe
Bei den fraglichen Bitcoin handelt es sich um etwa 57,55 BTC im aktuellen Wert von rund 6,4 Millionen Dollar. Diese wurden im Rahmen eines Schuldeingeständnisses von den Gründern der Samourai Wallet, Keonne Rodriguez und William Lonergan Hill, an die US-Behörden übertragen.
Die beiden hatten einen sogenannten Mixing-Service betrieben, der Transaktionen verschleierte und laut US-Behörden illegale Geldflüsse in Höhe von über 237 Millionen Dollar ermöglichte. Das Geld stammte demnach aus verschiedenen kriminellen Aktivitäten, darunter Drogenhandel, Darknet-Marktplätze und Cyberangriffe. Rodriguez wurde im November zu fünf Jahren Haft verurteilt, Hill erhielt vier Jahre.
Wirbel um angebliche Transfers zu Coinbase
Die Spekulationen über einen möglichen Verkauf begannen, als Blockchain-Analysten Anfang des Monats beobachteten, wie Bitcoin von einer mit Samourai Wallet verknüpften Adresse zu Coinbase Prime transferiert wurden. Dies nährte die Befürchtung, dass der U.S. Marshals Service die Vermögenswerte entgegen der präsidialen Anordnung liquidiert haben könnte.
Der U.S. Marshals Service wies die Anschuldigungen umgehend zurück und erklärte gegenüber DL News: „Wir haben die erwähnten Bitcoin nicht verkauft.“ Die Behörde zeigte sich irritiert darüber, wie das Bitcoin Magazine an die vermeintlichen Informationen gelangt sei, ohne eine Faktenprüfung durchzuführen.
Auch Senatorin Cynthia Lummis, eine der prominentesten Krypto-Befürworterinnen im US-Kongress, hatte sich zu Wort gemeldet. Sie warnte eindringlich: „Wir können es uns nicht leisten, diese strategischen Vermögenswerte zu verschwenden, während andere Nationen Bitcoin horten.“
Strategische Reserve wächst weiter
Die Executive Order 14233, die Trump im März 2025 unterzeichnete, markiert einen fundamentalen Strategiewechsel im Umgang der US-Regierung mit beschlagnahmten Kryptowährungen. Statt die digitalen Vermögenswerte wie früher üblich zu versteigern, werden sie nun als langfristige nationale Reserve gehalten.
Laut Daten von Arkham Intelligence und BitcoinTreasuries besitzen die Vereinigten Staaten derzeit rund 328.000 BTC im Wert von etwa 31,2 Milliarden Dollar. Diese stammen aus verschiedenen Beschlagnahmungen und werden vom US-Finanzministerium verwaltet.
Starinvestorin Cathie Wood von ARK Invest geht davon aus, dass diese Bestände künftig noch wachsen könnten. Sie erklärte kürzlich: „Die USA werden aktiv Bitcoin kaufen.“ Damit würde sich das Land in eine Reihe mit anderen Nationen stellen, die zunehmend auf Bitcoin als Reservewährung setzen.
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