Die Tschechische Nationalbank (ČNB) geht einen Schritt, der revolutionär ist. Als eine der ersten Zentralbanken weltweit hat sich nicht nur Bitcoin, sondern auch andere digitale Vermögenswerte erworben. Allerdings handelt es sich dabei um ein Experiment, um praktische Erfahrungen mit Bitcoin & Co. zu sammeln. Allerdings könnte dieser Bitcoin-Kauf als Reserve zu massiven Unstimmigkeiten in der EU führen. Warum? Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, bestand darauf, dass Bitcoin nicht in die Reserveportfolios, unter dem Dach der EZB, aufgenommen werden. In der Erklärung sagte sich, dass dieser Schritt eine klare Grenze für das staatliche Engagement mit digitalen Assets ziehen soll. Die Tschechische Nationalbank hingegen hat sich hiervon nicht beirren lassen.
Tschechische Nationalbank wagt Bitcoin-Experiment
Die Česká národní banka (ČNB), die Tschechische Zentralbank, hat ein Test-Portfolio im Wert von 1 Million US-Dollar aufgelegt. Das hat die ČNB am 13. November bestätigt. Das Portfolio besteht dabei primär aus Bitcoin, wurde aber durch einen US-Dollar-Stablecoin und eine tokenisierte Einlage ergänzt. Da es jedoch ein Experiment ist, liegt das Depot getrennt von den offiziellen Devisenreserven. Es soll kein direkter Ersatz für Gold oder andere traditionelle Reservewerte sein, sondern lediglich ein Pilotprojekt, um den Umgang mit digitalen Assets zu lernen und Erfahrungen in diesem Bereich zu sammeln.
Die Tschechische Zentralbank möchte mit diesem Projekt alle Prozesse rund um Krypto testen. Dazu gehören unter anderem auch die Schlüsselverwaltung, der mehrstufige Entscheidungsweg wie auch die Sicherheitsmaßnahmen für Krisensituationen und Anti-Geldwäsche-Checks. Laut der ČNB soll dieses Bitcoin-Pilotprojekt zwei bis drei Jahre dauern, um ein ernsthaftes Know-how aufzubauen.
Der strategische Hintergrund und warum dies mehr als nur ein Spiel mit Bitcoin ist
Der Vorstoß der ČNB kommt nicht aus heiterem Himmel, da Gouverneur Aleš Michl schon Anfang 2025 die Idee hatte. Damals sagte er in einem Interview mit der Financial Times, dass die ČNB dem Vorstand einen Plan vorlegen werden, Bitcoin in Reserven aufzunehmen und dass bis zu 5 Prozent der etwa 140 Milliarden € Reserven in BTC fließen könnte.
„For the diversification of our assets, Bitcoin seems good … Those [Trump] guys can now kind of create some bubble for Bitcoin, but I think the trend would be an increase … because it’s an alternative [investment] for more people.“ — Aleš Michl
Darüber hinaus ist auf der Website der Česká národní banka folgendes zu lesen: „there are indications that Michl’s initial suggestion of investing as much as 5 percent of reserves in Bitcoin … may come up short.“
EZB-Präsidentin Christine Lagarde reagiert sehr deutlich auf den Vorstoß von Tschechiens Gouverneur Aleš Michl. Bei einer Pressekonferenz am 30. Januar 2025 sagte sie, sie sei “zuversichtlich, dass … Bitcoins nicht in die Reserven irgendeiner Zentralbank im Generalrat der EZB gelangen werden”.
Für Michl ist Bitcoin daher kein reines Spekulationsobjekt, sondern ein potenzieller Baustein zur Diversifikation, da gerade in einer Welt, in der auch traditionelle Anlageklassen schwanken, Bitcoin kaufen und halten eine moderne Alternative sein könnte.
Natürlich räumt Michl auch die Risiken der hohen Volatilität von Bitcoin und anderen digitalen Assets ein und dass diese nicht zu ignorieren sind und Verluste daher möglich sind. Diese Überzeugung von digitalen Vermögenswerten teilen aber nicht alle in der Tschechischen Zentralbank. Einige der Mitglieder äußern berechtigterweise auch juristische Bedenken und fordern deshalb neue Buchhaltungs- und Prüfmechanismen, sollte Krypto tatsächlich ein offizieller Teil der Reserven werden.
Welche Rolle könnten dabei die Altcoins spielen und auf welche Strategien setzen die Tschechen?
Auch wenn das Pilot-Portfolio der ČNB zwar vor allem auf Bitcoin, ist es aber durchaus möglich, dass Altcoins ein ebenso wichtiges Thema im Portfolio sind. Gerade um das Portfolio gut aufzustellen, werden bereits Bitcoin, US-Dollar-Stablecoins wie auch tokenisierte Einlagen verwaltet. Dies zeigt wieder einmal, wie wichtig eine breite Aufstellung ist, für jeden, der in Kryptowährungen investieren möchte. Denn gerade eine Balance zwischen etablierten Bitcoins und ausgewählten Altcoins kann sich langfristig auszahlen.
Gleichzeitig bleibt aber auch die Frage der Verwahrung für Anleger und Investoren. Durch die zahlreichen Angebote der unterschiedlichen Wallets ist es nicht immer einfach, die besten und richtigen Wallets zu finden. Gerade Neueinsteiger haben es dabei schwer, weshalb sich ein Bitcoin Wallet Vergleich lohnt, um die Vor- und Nachteile der einzelnen Wallets zu überblicken. Darüber hinaus ist es auch wichtig, eine Entscheidung zu treffen, ob die Verwahrung auf der Händlerplattform erfolgen soll oder ob eine Hardware-Wallet nicht die bessere Lösung ist. Diese Entscheidung kann natürlich niemand abnehmen, weshalb hier alle Möglichkeiten verglichen werden sollten.
Fazit: Bitcoin Kauf der Tschechischen Zentralbank ist mehr als ein Pilotprojekt
Tschechien hat mit dem Bitcoin-Testportfolio einen wirklich mutigen Schritt gewagt, der weit über eine Symbolik hinausgeht und hat außerdem das “NEIN” der EZB-Präsidentin Lagarde einfach ignoriert. Die Czech National Bank will dabei aber nicht einfach nur spekulativ Bitcoin halten, sondern echte operative Erfahrungen sammeln. Dieser strategische Test ebnet so wahrscheinlich den Weg für größere Krypto-Reserven. Darüber hinaus ist dieser Schritt ein klares Signal an die Krypto-Community, dass digitale Assets nicht nur von Privatanlegern gekauft werden, sondern dass sie mittlerweile auch ein Thema für Zentralbanken sind. Somit zeigt sich, dass Bitcoin den Beinamen digitales Gold durchaus verdient hat.
Zuletzt aktualisiert am 15. November 2025




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