Streit um Stromrechnungen eskaliert. Tether schließt Bitcoin-Mining-Anlage in Uruguay und verliert 500 Millionen US-Dollar.
Tether ist nicht nur der Emittent des Stablecoins USDT, sondern auch der größte private Goldbesitzer. Auch am Bitcoin-Mining ist das Unternehmen Tether beteiligt. Doch jetzt führte ein Streit um die Stromrechnung zur Schließung der BTC-Mining-Anlage in Uruguay. Damit verlor Tether Holdings Ltd. auch ein Investment über 500 Millionen US-Dollar.
Das Wichtigste in Kürze:
- Streit mit dem staatlichen Stromversorger UTE eskaliert.
- 30 von 38 Mitarbeitern werden entlassen.
- Mining-Anlage war auf erneuerbare Energien ausgelegt.
- Es kam zu keiner Einigung über besonders niedrige Strompreise.
- Entscheidung fiel bei einer Sitzung der nationalen Arbeitsdirektion.
- Fehlen eines wettbewerbsfähigen Tarifsystems als Grund benannt.
Die Hintergründe
Schon im September kamen Gerüchte auf, dass sich das Unternehmen aus den Aktivitäten in dem südamerikanischen Land zurückziehen könnte. Die ehemals günstigen Strompreise, die Tether Holdings dazu verleitet hatten, eine 500 Millionen US-Dollar Anlage zu bauen, hatten sich in Luft aufgelöst. Die Region war zunächst als Vorbild für nachhaltiges Bitcoin-Mining bezeichnet worden.
Mit den Investitionen sollten mehrere Rechenzentren gebaut werden. Auch die Entwicklung eines 300 Megawatt Solar- und Windparks zur langfristigen Stromversorgung tauchte in den Plänen auf.

Uruguay ist bekannt für seinen hohen Anteil erneuerbarer Energien und gilt als einer der attraktivsten Standorte für professionelles Mining von Kryptowährungen. Beim industriellen Schürfen von Coins wie BTC wird viel Energie gebraucht. Die Profite orientieren sich also zu einem großen Anteil an den Preisen für den benötigten Strom. Der sollte an einem der beiden Standorte besonders günstig sein. Mit Tacuarembó 2030 wirbt die Gemeinde in Uruguay für ihre nachhaltige Energiepolitik.
Warum schließt Tether seine Mining-Anlage in Uruguay?
Es zeigt sich, dass es tief liegende, strukturelle Probleme gibt, die am Anfang der Verhandlungen offenbar nicht auf den Tisch kamen. Die Probleme liegen vor allem bei den Verträgen mit dem nationalen Stromversorger des Landes, der offenbar nicht zu so attraktiven Preisen für den Strom zum Betrieb der Rechenzentren notwendig ist, wie die Verantwortlichen eingeplant hatten.

Von den 500 Millionen US-Dollar hatte Tether bereits rund 100 Millionen Dollar investiert. Weitere 50 Millionen US-Dollar standen kurz davor, in den Ausbau von Infrastruktur zu fließen, die als Teil des nationalen Verbundnetzes in den Besitz des staatlichen Energieversorgers UTE übergehen sollte. Die Übertragungskosten waren jetzt offenbar zu hoch, denn die haben die Betriebskosten gesteigert und so die Anlage unwirtschaftlich werden lassen.
Der Vorschlag von Tether, eine Änderung des Energieabnahmevertrages vorzunehmen, wurde abgelehnt, weshalb es jetzt zum vollständigen Rückzug von Tether aus dem Land kommt.
Allerdings war die Stromversorgung aufgrund des schwelenden Konfliktes bereits seit dem 25. Juli unterbrochen. Der Tochtergesellschaft von Tether, Microfin, war es nicht gelungen, mit dem staatlichen Unternehmen neue, bessere Bedingungen auszuhandeln. Tether hatte eine erneute Investition ins Spiel gebracht, forderte aber eine Senkung des Stromtarifs. Im Mai hatte Tether bereits die Zahlung der Stromrechnung ausgesetzt, was den Konflikt zusätzlich befeuerte.
Die ausstehenden Kosten belaufen sich laut El Observador auf rund 2 Millionen US-Dollar pro Monat.
Hat Tether Zukunft?
Für Tether könnte es in der nächsten Zeit schwierig werden, neues Vertrauen aufzubauen. Gerade erst hatte die Ratingagentur S&P eine niedrige Bewertung für USDT und seine Fähigkeit, die 1:1 Kopplung an den US-Dollar aufrechtzuerhalten, in Zweifel gestellt. Mit 5 gab es die schwächste der möglichen Bewertungen und eine Stufe unter der vorherigen Bewertung für Tether.
S&P stellte fest, dass der BTC-Bestand von Tether „mittlerweile etwa 5,6 % der im Umlauf befindlichen USDT ausmacht und damit die Überbesicherungsquote von 3,9 % übersteigt. Dies deutet darauf hin, dass die Reserve einen Wertverlust nicht mehr vollständig auffangen kann.“
Mit der Verschlechterung des wirtschaftlichen Gesamtmodells für großflächiges Mining in Uruguay zieht Tether rechtzeitig die Leine. Für die geplanten Maßnahmen und die Mining-Aktivitäten im Ganzen ist dies natürlich ein herber Rückschlag. Doch Tether wird der Chance auf billigen Strom nicht lange nachweinen können. Da gibt es zahlreiche andere Probleme, die zu lösen sind.
Zuletzt aktualisiert am 2. Dezember 2025




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