Zcash-ETF vor möglicher Dominanz durch DCG-Beteiligung

Zcash ETF concept showing institutional ownership concentration and financial market structure

Grayscale hat bei der US-Börsenaufsicht SEC eine geänderte Registrierung für einen Zcash-ETF eingereicht, der unter dem Ticker ZCSH an der NYSE Arca notieren soll und eine jährliche Sponsor-Gebühr von 2,5 Prozent vorsieht. Eine Tochtergesellschaft von Digital Currency Group (DCG) erwägt, rund 200.000 ZEC in den Fonds einzubringen. Die mögliche Transaktion wirft zugleich Fragen zur Konzentration der Eigentümerstruktur auf.

Die vierte Änderung und der Weg zur ETF-Struktur

Am 18. August reichte Grayscale die vierte Änderung der Registrierungserklärung für den bestehenden Zcash Trust ein. Laut der SEC-Einreichung befindet sich Grayscale Investments Sponsors in Gesprächen mit DCG International Investments, einer indirekten Tochter von Digital Currency Group, über die mögliche ZEC-Einbringung.

A close-up of a physical Zcash coin featuring its logo against a blurred blue digital network background

Die Gespräche sind nicht bindend. Die DCG-Tochter könnte am Ende mehr, weniger oder gar kein ZEC beisteuern. Die Struktur sieht eine unbegrenzte, fortlaufende Ausgabe von Anteilen in Körben zu je 10.000 Stück vor, unterstützt durch Bar- und Sachschöpfungen. Sachrücknahmen sind bislang nicht vorgesehen. Coinbase soll als Prime Broker und Coinbase Custody Trust Company als Verwahrer fungieren, während die Bank of New York Mellon als Transfer Agent und Administrator agieren würde.

Historische NAV-Abweichungen als Belastungsprobe

Der bestehende Grayscale Zcash Trust läuft bereits seit 2017 und wies zuletzt Vermögenswerte von mehr als 260 Millionen US-Dollar auf, wie aus einer weiteren, fünften Änderung vom 21. August hervorgeht. Die ETF-Umwandlung soll die historisch teils erheblichen Abweichungen zwischen dem Kurs der Trust-Anteile und dem Nettoinventarwert verringern: Zwischen Oktober 2021 und Juni 2026 verzeichnete ZCSH laut den SEC-Unterlagen einen maximalen Aufschlag von 240 Prozent und einen maximalen Abschlag von 55 Prozent gegenüber dem Nettoinventarwert. Der durchschnittliche Aufschlag lag bei 53 Prozent, der durchschnittliche Abschlag bei 19 Prozent. An 700 Handelstagen schloss der Trust unter seinem NAV.

Die geplante ETF-Struktur soll dieses Problem über autorisierte Teilnehmer angehen, die bei Preisabweichungen Anteilskörbe schaffen oder zurückgeben können. Ob diese Mechanik die Abweichungen dauerhaft verringert, bleibt offen.

Warum die DCG-Beteiligung Governance-Fragen aufwirft

Eine Berechnung von CryptoSlate auf Basis der Quartalszahlen zum 30. Juni zeigt das Ausmaß der möglichen Konzentration: Bei 4.829.300 ausstehenden Anteilen, von denen jeder rund 0,0805 ZEC repräsentiert, würden 200.000 ZEC etwa 2,485 Millionen neue Anteile schaffen – rechnerisch knapp 34 Prozent des vergrößerten Fonds, sofern keine weiteren Schöpfungen, Rücknahmen oder Änderungen des Verhältnisses erfolgen. Werden die im Quartalsbericht ausgewiesenen 757.202 Anteile in verbundener Hand hinzugerechnet, ergäbe sich rechnerisch eine Größenordnung von etwa 44,3 Prozent, ohne diese Anteile einem einzelnen Halter zuzuordnen.

Die Einreichung selbst warnt davor, dass Digital Currency Group über DCG International Investments und weitere verbundene Unternehmen theoretisch eine Mehrheit erreichen und damit die begrenzten Aktionärsrechte des Trusts dominieren könnte. Da die Gespräche unverbindlich sind, bleibt offen, ob und in welcher Höhe die Einbringung tatsächlich erfolgt.

Einordnung zur Umwandlung

Crypto Briefing zufolge wertete James Seyffart die jüngste Einreichung als Hinweis darauf, dass Grayscale der Umwandlung des Trusts in einen ETF näherkommen könnte. Eine formelle Zulassung hat die SEC jedoch bislang weder erteilt noch verweigert. Die Wertpapiere dürfen erst nach Wirksamwerden der Registrierung verkauft werden.

James Seyffart speaking while gesturing with his hand during a panel discussion
James Seyffart of Bloomberg Intelligence speaking at an industry event.

Was Anleger jetzt im Blick behalten sollten

Für Anleger bleibt die Kernfrage, wie sich eine mögliche Konzentration von bis zu einem Drittel der Fondsanteile in DCG-Hand auf Liquidität und Preisbildung auswirkt, sollte der ETF tatsächlich starten.

Solange die SEC die Registrierung nicht für wirksam erklärt, bleibt der Zcash-ETF ein Antrag mit offenem Ausgang. Die 2,5-Prozent-Gebühr und die mögliche DCG-Beteiligung sind dabei zentrale Faktoren für die Bewertung des Vorhabens.

Zuletzt aktualisiert am 23. August 2026

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Tobias FennerExperte für Kryptowährungen

Tobias Fenner beschäftigt sich seit fast einem Jahrzehnt mit der Schnittstelle zwischen digitalen Vermögenswerten und der notorisch komplexen Welt des Steuerrechts. Der in Stuttgart ansässige Experte entwickelte früh eine Leidenschaft für die regulatorische Seite von Krypto, nachdem er feststellte, dass die meisten Enthusiasten weitaus mehr auf Gewinne fokussiert waren als auf das, was passiert, wenn das Finanzamt anklopft. Seine Texte zeichnen sich dadurch aus, dass sie das Wesentliche auf den Punkt bringen – mit einer praktischen, bodenständigen Perspektive, die sowohl Krypto-Neulinge als auch erfahrene Anleger anspricht, die sich mit deutschen und EU-Compliance-Vorgaben auseinandersetzen müssen.

Seine Berichterstattung auf Coincierge.de konzentriert sich auf steuerliche Meldepflichten, die Herausforderungen bei der Einstufung von DeFi, die steuerliche Behandlung von Staking-Einnahmen und die sich ständig weiterentwickelnden Richtlinien des Bundesministeriums der Finanzen (BMF). Tobias ist überzeugt, dass finanzielle Freiheit im Krypto-Raum nur dann sinnvoll ist, wenn die Menschen das Erreichte auch tatsächlich behalten dürfen. Das bedeutet, die Regeln im Detail zu verstehen, anstatt am Jahresende einfach auf das Beste zu hoffen.

Wenn er nicht gerade die neuesten BMF-Schreiben analysiert oder die Krypto-Meldestandards der OECD verfolgt, begeistert sich Tobias fürs Langstrecken-Radfahren und ein – vielleicht etwas übertriebenes – Interesse an Brettspielstrategien. Er schreibt für Leser, die Klarheit statt Hype suchen und die verstehen, dass die vermeintlich langweiligen Facetten von Krypto oft die wichtigsten sind.

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