Noch gibt es keine offizielle Stellungnahme von GameStop, doch neue On-Chain-Daten sorgen derzeit für erhebliche Unruhe im Markt. Eine aktuelle Analyse von CryptoQuant zeigt, dass Wallets, die dem Unternehmen zugeordnet werden, ihre gesamten Bitcoin-Bestände zu Coinbase Prime transferiert haben. Solche Bewegungen gelten unter Marktbeobachtern oft als Vorbereitung für einen möglichen Verkauf – sind aber noch kein Beweis dafür.
Brisant ist vor allem der Zeitpunkt: GameStop war erst vor wenigen Monaten zu vergleichsweise hohen Kursen in Bitcoin eingestiegen. Nun droht ein deutliches Minus.
Was die Blockchain-Daten konkret offenlegen
Nach Angaben von CryptoQuant hat GameStop zwischen dem 14. und 23. Mai 2025 insgesamt rund 4.710 Bitcoin gekauft – zu einem durchschnittlichen Preis von etwa 107.900 US-Dollar pro BTC. Das entsprach einem Investitionsvolumen von über 500 Millionen US-Dollar. Zum damaligen Zeitpunkt galt der Schritt als Signal, dass GameStop seine Bilanz stärker in Richtung alternativer Wertaufbewahrung diversifizieren wollte.
Jetzt zeigen die On-Chain-Daten jedoch, dass diese Bestände vollständig zu Coinbase Prime verschoben wurden. Coinbase Prime ist eine Plattform, die vor allem von institutionellen Investoren für Verwahrung, Handel und Abwicklung größerer Positionen genutzt wird. In der On-Chain-Analyse gilt: Wenn große Bestände von Cold Wallets zu solchen Dienstleistern wandern, steigt zumindest die Wahrscheinlichkeit, dass eine Transaktion – etwa ein Verkauf – vorbereitet wird.
GameStop throws in the towel?
Their on-chain wallets just moved all BTC holdings to Coinbase Prime, likely to sell.
Between May 14–23, 2025, they bought 4,710 BTC at an avg. price of $107.9K, investing ~$504M.
Now selling for around $90.8K, potentially realising approximately… pic.twitter.com/Bp7MwRVQ43
— CryptoQuant.com (@cryptoquant_com) January 23, 2026
Beim aktuellen Kursniveau von rund 90.800 US-Dollar pro Bitcoin würde ein vollständiger Verkauf einen realisierten Verlust von etwa 76 Millionen US-Dollar bedeuten. Wichtig bleibt jedoch: Ein Transfer allein ist noch keine Verkaufsbestätigung. Es könnte sich auch um eine Änderung der Verwahrstruktur oder um interne Risikosteuerung handeln. Dennoch ist der Schritt auffällig, weil er zeitlich mit einer Phase erhöhter Unsicherheit am Kryptomarkt zusammenfällt.
Warum der Markt jetzt besonders genau hinschaut
Für börsennotierte Unternehmen sind große Krypto-Positionen nicht nur eine Finanz-, sondern auch eine Kommunikationsfrage. Jede größere Bewegung auf der Blockchain wird von Analysten und Investoren genau beobachtet – vor allem, wenn sie auf potenzielle Kursverluste hindeutet. Im Fall von GameStop kommt hinzu, dass der Einstieg in Bitcoin noch relativ frisch ist und die Position bereits deutlich unter Wasser liegt.
Sollte sich der Verdacht bestätigen und GameStop tatsächlich verkaufen, wäre das ein klares Signal, dass die ursprüngliche Strategie revidiert wird und die Bitcoin Prognose verändert wurde. Bleibt der Verkauf hingegen aus, könnte die Wallet-Bewegung auch als rein operative Maßnahme erklärt werden.

Betrachtet man die Liste der Top 25 börsennotierten Bitcoin-Halter, wird schnell klar, dass GameStop mit rund 4.710 BTC im Vergleich zu den ganz großen Treasury-Playern nur eine relativ kleine Rolle spielt.
Unternehmen wie Strategy, MARA oder Twenty One Capital halten teils zehntausende bis hunderttausende Bitcoin und dominieren damit die Angebotsseite deutlich stärker. Selbst wenn GameStop seine Position vollständig veräußern sollte, wäre das aus Marktsicht eher ein lokales Ereignis als ein struktureller Schock. Die Daten zeigen: Der institutionelle Bitcoin-Markt ist inzwischen breit aufgestellt, einzelne Verkäufe kleinerer Treasury-Holder dürften den Gesamtmarkt nur begrenzt beeinflussen.
Zuletzt aktualisiert am 23. Januar 2026


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