ClearToken erhält FCA-Zulassung für digitales Abwicklungssystem

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Die britische Finanzaufsicht FCA (Financial Conduct Authority) hat dem Londoner Unternehmen ClearToken die Genehmigung erteilt, ein reguliertes Abwicklungssystem für digitale Assets zu starten. Die Zulassung markiert nach Jahren des zögerlichen Voranschreitens einen bedeutenden Fortschritt in Großbritanniens Bemühungen, seine Krypto-Infrastruktur zu modernisieren.

Delivery versus Payment für institutionelle Investoren

ClearTokens bald startende Plattform CT Settle ermöglicht es Institutionen, Transaktionen mit Kryptowährungen, Stablecoins und Fiatwährungen über ein Delivery-versus-Payment-Modell (DvP) abzuwickeln. Bei diesem System werden beide Seiten einer Transaktion gleichzeitig abgeschlossen, was das Abwicklungsrisiko eliminiert.

Das System ist konzeptionell vergleichbar mit CLS auf den Devisenmärkten und verfolgt einen horizontalen Ansatz, der unabhängig von Handelsplätzen und Verwahrern funktioniert. Die Plattform soll das fundamentale Problem der Kapitalineffizienz in einer überwiegend vorfinanzierten Handelsumgebung lösen.

Kapitaleffizienz als Kernvorteil

Der größte Vorteil von CT Settle liegt in der Beseitigung kostspieliger Vorfinanzierungsanforderungen. Bislang müssen Marktteilnehmer sowohl bei Börsengeschäften als auch bei OTC-Transaktionen Kapital vorab hinterlegen. Diese Praxis bindet Liquidität, treibt Kosten in die Höhe und schränkt die Marktaktivität erheblich ein.

Durch multilaterales Netting kann ClearToken Positionen aus verschiedenen Quellen konsolidieren. Dies reduziert das Kontrahentenrisiko und setzt erhebliches Betriebskapital frei, das anderweitig eingesetzt werden kann.

Die cloudbasierte Infrastruktur ist für den 24/7-Betrieb digitaler Asset-Märkte ausgelegt und zentralisiert das Instruktionsmanagement über alle Verwahrer und Konten hinweg.

Regulatorische Grundlage geschaffen

Mit der FCA-Genehmigung erhält ClearToken den Status als Authorised Payment Institution gemäß den Payment Services Regulations 2017 und ist als Krypto-Asset-Unternehmen nach den Anti-Geldwäsche-Vorschriften registriert. Beide Genehmigungen bilden die regulatorische Grundlage für das DvP-Settlement und Trade-Netting digitaler Assets.

Benjamin Santos-Stephens, CEO von ClearToken, bezeichnet die Zulassung als „wegweisenden Moment“: „Die Einführung von CT Settle, unserem regulierten DvP-Service, adressiert direkt die Kreditrisiken und Kapitalineffizienzen, die das Wachstum institutioneller digitaler Märkte bisher eingeschränkt haben. Dies schafft eine solide, vertrauenswürdige und regulierte Grundlage, die für den Markt unerlässlich ist, um das Versprechen der Tokenisierung einzulösen.“

Großbritannien im Aufholmodus

Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem britische Regulierungsbehörden versuchen, ihre Digital-Asset-Agenda zu beschleunigen. Zuvor hatten Unternehmen wie Consensys kritisiert, die „harsche“ Aufsicht der FCA treibe Innovationen ins Ausland.

Niki Beattie, Vorsitzende von ClearToken, kommentiert: „Dies ist der Katalysator, der es digitalen Assets ermöglichen wird, in großem Maßstab adoptiert zu werden. Die Einführung von Governance, Glaubwürdigkeit und operationaler Resilienz, die mit der Regulierung durch eine britische Institution einhergeht, bedeutet, dass ernsthaftes institutionelles Kapital nun mit größerem Vertrauen in diese Märkte fließen kann.“

Die Genehmigung folgt auf jüngste Schritte zur Öffnung des Retail-Zugangs zu Bitcoin- und Ether-ETPs sowie die Konsultation der Bank of England zu Regeln für Sterling-gestützte Stablecoins. Gemeinsam zeigen diese Maßnahmen, dass das Vereinigte Königreich versucht, den Rückstand auf die USA und Europa aufzuholen.

Die britische Investmentfirma IG Group prognostiziert, dass der britische Kryptomarkt im nächsten Jahr um etwa 20 Prozent wachsen könnte, sobald neue regulierte Produkte und die Settlement-Infrastruktur greifen.

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