Doch keine Bitcoin-Reserve? Fed-Vorsitzender Jerome Powell findet klare Worte

Bitcoin Reserve

Seit gestern ist die Stimmung am Kryptomarkt nicht mehr ganz so bullish wie in den Tagen und Wochen davor. Alles hat danach ausgesehen, als würde es für den gesamten Kryptomarkt in den nächsten Monaten noch deutlich weiter bergauf gehen. Trump steht kurz vor seinem Amtsantritt, eine strategische Bitcoin-Reserve in den USA und weiter fallende Zinsen im nächsten Jahr. So lauteten die Prognosen der meisten Experten. Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell hat der Euphorie der Anleger nun aber einen klaren Dämpfer verpasst.

“Wir dürften gar keine Bitcoin halten”

Es waren gleich mehrere Aussagen des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell, die den Anlegern gestern ihren Optimismus genommen haben. Zwar wurden die Leitzinsen wie erwartet um 0,25 % gesenkt, allerdings wurden die Erwartungen für das kommende Jahr gedrosselt. Für 2025 hat man eine Zinssenkung weniger in Aussicht gestellt als bisher angenommen. Natürlich wird die Notenbank dabei immer die aktuellen Entwicklungen der Inflation und des Arbeitsmarktes beachten, sodass es im Laufe des Jahres noch zu Änderungen kommen kann. Dennoch hat die Reaktion der Marktteilnehmer nicht lange auf sich warten lassen.

Der Bitcoin-Kurs ist nach der gestrigen Pressekonferenz zeitweise unter die psychologisch wertvolle Marke von 100.000 US-Dollar gefallen und auch der S&P 500 notiert heute rund 3 % tiefer als gestern. Als Powell zur strategischen Bitcoin-Reserve befragt wird, findet er klare Worte. Demnach dürfe die Fed laut dem Federal Reserve Act gar keine Bitcoin halten und man sei auch nicht an einer Gesetzesänderung interessiert.

Anleger haben diese Nachricht teilweise so interpretiert, als wäre nun gar keine strategische Bitcoin-Reserve möglich. Zuvor hatte man sich noch erhofft, dass die USA unter Trump in den nächsten 5 Jahren eine Million Bitcoin kaufen werden.

Wird es also doch keine strategische Bitcoin-Reserve geben?

Auch wenn es viele Anleger so aufgefasst haben, dass die Bitcoin-Reserve laut Powell gar nicht möglich wäre, ist das nicht die Konsequenz daraus. Die Federal Reserve hat die Aufgabe, die Geldpolitik zu regeln, die Inflation zu kontrollieren und dabei auch gleichzeitig die Wirtschaft zu stabilisieren. Für das Staatsvermögen ist das U.S. Treasury Department (Finanzministerium) zuständig.

Das U.S. Treasury Department verwaltet auch das Vermögen und die Verbindlichkeiten des Staates. Neben Gold, Bargeld und Schuldverschreibungen könnten hier in Zukunft also auch Bitcoin verwaltet werden, wenn die USA unter Trump tatsächlich damit beginnen, Bitcoin zu kaufen. Der US-Präsident hat auf das U.S. Treasury Department auch deutlich mehr Einfluss als auf die Fed, da die Zentralbank eine unabhängige Institution ist.

Die Tatsache, dass die US-Notenbank Federal Reserve keine Bitcoin halten darf, hat also nichts damit zu tun, dass die USA keine strategischen Bitcoin-Reserven aufbauen können. Außerdem gilt die alte Börsenweisheit, dass politische Börsen kurze Beine haben. Das bedeutet, dass das gestrige FOMC-Meeting keinen langfristigen Einfluss auf den Bitcoin-Kurs haben wird, sondern Anleger hier eher dazu neigen, kurzfristig überzureagieren, während es langfristig für Bitcoin und die meisten Altcoins weiter steil bergauf gehen dürfte.

Zuletzt aktualisiert am 19. Dezember 2024

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