Ethereum, die zweitwertvollste Kryptowährung der Welt, startet verhalten in das neue Handelsjahr. Der Kurs notiert knapp unter der psychologisch wichtigen Marke von 3.000 US-Dollar und blickt damit auf ein schwieriges Jahr 2025 zurück. Trotz zwischenzeitlicher Erholungsversuche schloss Ethereum das vergangene Jahr mit zweistelligen Verlusten ab, die auch in den letzten Handelstagen nicht mehr aufgeholt werden konnten. Besonders das vierte Quartal verlief deutlich schwächer als von vielen Marktteilnehmern erwartet. Nun richtet sich der Fokus der Anleger nach vorne: Aktuelle On-Chain-Daten deuten darauf hin, dass sich Großinvestoren bereits deutlich vor dem Jahreswechsel strategisch neu positioniert haben.
Großinvestoren akkumulieren Ethereum vor 2026
Ein Blick auf die On-Chain-Daten von CryptoQuant zeigt eine auffällige Entwicklung: Die Balance der Ethereum-Adressen mit Beständen zwischen 10.000 und 100.000 ist in den Wochen vor dem Jahreswechsel stark angestiegen. Diese Kohorte gilt als klassisches „Smart Money“, da sie überwiegend aus institutionellen Akteuren, Krypto-Fonds und sehr vermögenden Investoren besteht.
Large ETH holders are making a very clear move.
This chart tracks wallets holding 10,000–100,000 ETH and their balances have gone parabolic.
After spending years declining, these wallets are now back near all time highs and climbing fast again.
In simple terms, the biggest… https://t.co/f68jyBUVZO pic.twitter.com/bZO9mzsI2h
— Milk Road (@MilkRoad) December 31, 2025
Der abrupte Anstieg deutet auf gezielte Akkumulation hin und fällt zeitlich in eine Phase schwacher Kurse und gedämpfter Marktstimmung. Historisch gingen vergleichbare Bewegungen häufig Phasen überdurchschnittlicher Performance voraus, da große Investoren antizyklisch agieren.
Die aktuelle extreme Balance-Verschiebung legt nahe, dass diese Marktteilnehmer kurzfristige Volatilität bewusst in Kauf nehmen, um sich strategisch für ein mögliches bullisches Jahr 2026 zu positionieren.
Ethereum Prognose: Aktivität springt vor Jahresende an
Eine weitere wichtige On-Chain-Metrik stützt die zuletzt beobachtete konstruktive Entwicklung bei Ethereum: das sogenannte New Address Momentum.
Dieser Indikator erfasst die Anzahl neu angelegter Adressen im Netzwerk und gilt als Maßstab für zunehmende Nutzung und wachsende Aktivität. Auffällig ist, dass die Zahl neuer Ethereum-Adressen kurz vor dem Jahreswechsel spürbar angezogen hat.

Besonders aussagekräftig ist dabei der kurzfristige gleitende 30-Tage-Durchschnitt, der zuletzt deutlich nach oben gedreht ist und damit ein positives Momentum signalisiert. Historisch gehen Phasen steigender Adresszahlen häufig mit einer Ausweitung der On-Chain-Aktivität einher. Dies deutet darauf hin, dass nicht nur große Marktteilnehmer Kapital aufbauen, sondern auch die Nutzung des Netzwerks insgesamt zunimmt.
Ethereum-Bewertung: Markt unterschätzt die Bedeutung
Der Analyst Leon Waidmann verweist in seiner Einschätzung auf eine strukturelle Diskrepanz zwischen der tatsächlichen wirtschaftlichen Bedeutung von Ethereum und der aktuellen Marktbewertung. Seiner Argumentation zufolge steht Ethereum weiterhin im Zentrum der gesamten On-Chain-Ökonomie. Ein Großteil der Liquidität, der dezentralen Finanzanwendungen und der umsatzstärksten Protokolle baut direkt auf Ethereum auf.
As we are closing 2025, one thing about Ethereum remains deeply underappreciated!
Ethereum never lost its position at the center of the onchain economy.
It anchors liquidity, carries the deepest trust, and powers the largest onchain businesses.
ETH is a core input, not a… pic.twitter.com/dbRrHeCEtA— Leon Waidmann 🔥 (@LeonWaidmann) December 31, 2025
Besonders deutlich wird dies beim Blick auf die Zahlen: Rund 330 Milliarden US-Dollar an wirtschaftlicher Aktivität sind derzeit direkt auf Ethereum angesiedelt. Dem gegenüber steht eine Marktkapitalisierung von etwa 350 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Verhältnis von nur rund 1,06 zur bereits bestehenden Wirtschaftsleistung. Nach dieser Einschätzung impliziert diese Bewertung, dass der Markt kaum weiteres Wachstum einpreist, trotz der dominanten Stellung Ethereums im Ökosystem.
Zudem sind führende Protokolle wie Aave unmittelbar von ETH abhängig. Allein dort liegen rund 20 Milliarden US-Dollar in ETH und ETH-basierten Derivaten als Einlagen. Im internationalen Vergleich entspricht die wirtschaftliche Aktivität auf Ethereum bereits heute der Volkswirtschaft mehrerer mittelgroßer Staaten. Vor diesem Hintergrund sieht der Analyst Ethereum zum Jahreswechsel als deutlich unterbewertet. ETH könnte für 2026 spannend sein.
Zuletzt aktualisiert am 1. Januar 2026




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