Das Ethereum-Ökosystem gilt seit Jahren als Maßstab für Entwickleraktivität im Kryptomarkt. Keine andere Blockchain vereint mehr aktive Entwickler. In kurzen Zyklen werden technische Verbesserungen umgesetzt, zuletzt etwa mit dem Fusaka-Upgrade, das weitere Optimierungen bei Effizienz und Stabilität brachte.
Für das erste Quartal des kommenden Jahres ist mit Glamsterdam bereits das nächste große Upgrade angekündigt, das erneut tief in die Protokollarchitektur eingreift.
In den vergangenen Jahren lag der Schwerpunkt klar auf Skalierung und Geschwindigkeit. Transaktionen sollten günstiger werden, Blockzeiten effizienter, das Netzwerk leistungsfähiger für neue Anwendungsfälle.
Nun signalisiert die Ethereum Foundation jedoch einen strategischen Kurswechsel. Künftig soll nicht allein maximale Geschwindigkeit im Fokus stehen. Was steckt dahinter?
Ethereum verlagert Fokus auf Sicherheit
Die Ethereum Foundation signalisiert mit einem aktuellen Forschungsbeitrag einen klaren strategischen Kurswechsel. Nach Jahren, in denen die Entwicklung von zkEVMs vor allem auf Geschwindigkeit und Effizienz ausgerichtet war, rückt nun die Sicherheit in den Mittelpunkt.
Die Entwickler sprechen offen davon, dass der „Performance-Sprint“ abgeschlossen sei. Echtzeit-Beweise gelten als gelöstes Problem. Die nächste Phase soll Ethereum auf ein belastbares, „mainnet-taugliches“ Fundament stellen.
The Ethereum Foundation said it is shifting priority from proving speed to security, setting a “non-negotiable” target of 128-bit provable security by end-2026 and requiring zkEVM teams to use an official tool to measure real security levels. EF outlined a three-stage roadmap:…
— Wu Blockchain (@WuBlockchain) December 21, 2025
Konkret geht es um die Absicherung von zkEVMs auf Layer 1. Zwar konnten Beweiszeiten drastisch reduziert und Kosten massiv gesenkt werden, doch genau diese Fortschritte haben ein zentrales Risiko offengelegt. Viele heutige Systeme stützen sich auf mathematische Annahmen, die nicht vollständig bewiesen sind. Fällt eine dieser Annahmen, schrumpft das reale Sicherheitsniveau. Für ein Netzwerk, das Vermögenswerte in dreistelliger Milliardenhöhe absichert, ist das aus Sicht der Ethereum-Entwickler nicht akzeptabel.
Die Foundation setzt daher explizit auf „provable security“. Ziel sind langfristig 128 Bit nachweisbare Sicherheit, ein Standard, der auch von internationalen Normungsgremien empfohlen wird. Der Grundton ist eindeutig: Eine Schwachstelle im Beweissystem wäre kein isolierter Bug, sondern würde potenziell erlauben, Zustände zu manipulieren, Vermögenswerte zu erzeugen oder Gelder umzuleiten. Geschwindigkeit verliert damit ihren Vorrang gegenüber Robustheit.
Um diesen Übergang zu strukturieren, definiert die Ethereum Foundation mehrere Meilensteine. Zunächst sollen zkEVM-Teams ihre Systeme mit einem einheitlichen Sicherheits-Messwerkzeug evaluieren. Darauf aufbauend folgt mit dem kommenden Glamsterdam-Upgrade ein erster verbindlicher Sicherheitsstandard, bevor bis Ende 2026 ein voll formal abgesichertes Zielniveau erreicht werden soll. Begleitet wird dieser Prozess von stärkerer Dokumentation, formalen Sicherheitsargumenten und stabileren Architekturen.
Die Botschaft ist klar: Ethereum will weniger experimentieren und stattdessen Vertrauen auf Protokollebene zementieren. Sicherheit wird damit zum zentralen Leitmotiv der nächsten Entwicklungsphase.
„Es gibt einen strategischen Grund, jetzt auf die Sicherheit von zkEVM zu setzen. Ein sich bewegendes Ziel zu sichern ist schwierig. Sobald die Teams diese Ziele erreicht haben und sich die zkVM-Architekturen stabilisieren, kann die formale Verifizierungsarbeit, in die wir investiert haben, ihr volles Potenzial entfalten. Bei H-Star hoffen wir, dass sich die Beweissystemschicht weitgehend beruhigt hat. Nicht für immer eingefroren, aber stabil genug, um kritische Komponenten offiziell zu verifizieren, Sicherheitsnachweise abzuschließen und Spezifikationen zu schreiben, die zum bereitgestellten Code passen. Dies ist die Grundlage, die erforderlich ist, um L1-zkEVMs zu sichern.“
Zuletzt aktualisiert am 22. Dezember 2025




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