Krypto News: Irre These – ersetzen Prognosemärkte bald Versicherungen?

vlad tenev

Im Jahr 2025 haben sich Prediction Markets zu einem der sichtbarsten und erfolgreichsten Narrative im Kryptomarkt entwickelt. Spätestens rund um den Wahlsieg von Donald Trump rückten Prognosemärkte in den Fokus einer breiten Öffentlichkeit.

Seitdem erleben Prognosemärkte einen spürbaren Boom. Neben etablierten, spezialisierten Plattformen wächst auch das Interesse neuer Akteure. Sowohl Unternehmen aus dem Kryptosektor als auch Player aus dem traditionellen Finanzumfeld prüfen den Markteintritt oder arbeiten bereits an eigenen Modellen.

Prediction Markets gelten zunehmend als effizientes Instrument zur kollektiven Erwartungsbildung, und damit als Wachstumsmarkt.

Nun stellt der Robinhood-CEO Vlad Tenev eine steile These auf. Werden Prognosemärkte irgendwann sogar Versicherungen ersetzen?

Können Prognosemärkte Versicherungen ersetzen?

Der Robinhood-CEO Vlad Tenev stellt eine steile These auf: Prognosemärkte könnten langfristig klassische Versicherungsmodelle verdrängen. Sein Kernargument lautet, dass bestimmte Risiken über Märkte effizienter, transparenter und günstiger abgesichert werden könnten als über traditionelle Versicherungen. Als Beispiel nennt er Wetterereignisse wie Starkregen, Überschwemmungen oder Hurrikans.

Die Idee dahinter ist vergleichsweise einfach. Statt eine klassische Versicherungspolice abzuschließen, würde ein Prognosemarkt geschaffen, der sich auf ein klar definiertes Ereignis bezieht – etwa eine bestimmte Niederschlagsmenge in einer konkreten Region innerhalb eines festgelegten Zeitraums. Marktteilnehmer kaufen Anteile darauf, ob dieses Ereignis eintritt oder nicht. Tritt es ein, zahlt der Markt aus. Bleibt es aus, verfällt die Position. Für Betroffene entspricht die Auszahlung funktional einer Versicherungsleistung.

Tenev argumentiert, dass solche Märkte effizienter sein könnten, weil sie ohne komplexe Verwaltungsstrukturen, langwierige Schadenprüfungen oder hohe Kapitalreserven auskommen. Die Preisfindung erfolgt direkt über Angebot und Nachfrage. Risiken werden in Echtzeit bewertet und ständig neu eingepreist. Zudem entfällt der klassische Versicherer als Intermediär, was Kosten senken könnte.

Robinhood treibt Prognosemärkte weiter voran

Die Vorstellung, dass Prognosemärkte klassische Versicherungen ersetzen könnten, wirkt derzeit noch ambitioniert. Dennoch gilt das Segment als Wachstumsmarkt, der neue Anwendungsfälle erschließt und zunehmend Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Genau hier setzt Robinhood aktuell an. Wie ein aktueller CNBC-Bericht zeigt, baut das Unternehmen sein Angebot im Bereich Prediction Markets deutlich aus. Im Fokus stehen zunächst Sportereignisse, insbesondere die NFL. Nutzer können seit Kurzem kombinierte Wetten handeln, die strukturell klassischen Parlays ähneln. Dabei werden mehrere Spielausgänge, Punktestände oder Spreads in einer Position gebündelt. Ab Anfang 2026 sollen sogar individuell zusammengestellte Kombinationen mit bis zu zehn Ereignissen möglich sein.

Robinhood positioniert sich damit zunehmend in direkter Konkurrenz zu traditionellen Sportwettenanbietern. Langfristig denkt das Unternehmen jedoch weiter. Laut Management könnten solche Märkte künftig auch auf andere Ereigniskategorien ausgeweitet werden, etwa makroökonomische Daten.

Die aktuellen Ambitionen dürften nur der Anfang sein, weitere Schritte scheinen unausweichlich.

Open Interest der Prediction Markets signalisiert Wachstum

Ein Blick auf das Open Interest im Bereich der Prognosemärkte nach Daten von Artemis unterstreicht den anhaltenden Wachstumstrend. Über das gesamte Jahr hinweg zeigt sich eine nahezu kontinuierliche Steigerung, ohne größere Einbrüche oder strukturelle Schwächephasen. Besonders Polymarket und Kalshi haben sich dabei als zentrale Wachstumstreiber etabliert. Beide Plattformen vereinen einen Großteil der offenen Positionen auf sich und profitieren von steigender Liquidität sowie wachsendem Nutzerinteresse.

Open Interest

Der Analyst olegwithcap ordnet die aktuelle Entwicklung von Polymarket als klaren Beleg für strukturelles Wachstum ein. Seiner Einschätzung nach steigt das Interesse nicht nur kurzfristig, sondern Monat für Monat messbar an. Besonders aussagekräftig sind dabei zwei Kennzahlen: die täglich abgewickelten Transaktionen und das tägliche Handelsvolumen. Beide Werte entwickeln sich parallel nach oben, was aus seiner Sicht entscheidend ist.

Würde lediglich die Anzahl der Transaktionen steigen, ließe sich das Wachstum noch mit kurzfristigen Effekten oder künstlicher Aktivität erklären. Das gleichzeitig stark zunehmende Volumen spricht jedoch für reales Kapital.

Genau darin sieht olegwithcap den Unterschied zu früheren Krypto-Trends. Polymarket zieht nicht nur Nutzer an, sondern bindet Liquidität.

Für ihn ist Polymarket damit mehr als ein Nischenprodukt. Die Plattform entwickelt sich zu einem echten Anwendungsfall mit breiter Nutzung.

Das Wachstum zeigt sich auch im gesamten Marktsegment.

Der Analyst The DeFi Investor hebt im aktuellen Post die extreme Dynamik von Prognosemärkten hervor. Innerhalb von nur zwei Jahren ist das Handelsvolumen um mehr als das Hundertfache gestiegen. Damit zählen Prediction Markets zu den am schnellsten wachsenden Segmenten dieses Krypto-Zyklus.

Zuletzt aktualisiert am 17. Dezember 2025

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