Bitcoin-Treasury-Strategien gehörten in diesem Zyklus zu den zentralen Treibern im Markt. Immer mehr Unternehmen nutzten Bitcoin als strategisches Reserve-Asset und sorgten damit für zusätzliche Nachfrage. Zuletzt überwogen jedoch kontroverse Diskussionen. Kritik nahm zu, da viele Bitcoin-Treasury-Unternehmen an der Börse deutlich korrigierten und ihre Aktien massiv unter Druck gerieten. Das altbekannte Premium schwand. Mitunter wurde das Überleben vieler DATs in Frage gestellt.
Das bekannteste Beispiel bleibt Strategy, das inzwischen mehr als 670.000 Bitcoins hält. Gleichzeitig entsteht Konkurrenz. Besonders international entwickeln sich alternative Modelle.
Die größte Bitcoin-Treasury außerhalb der USA betreibt das japanische Unternehmen Metaplanet, das auf einem jüngsten Shareholder-Meeting äußerst ambitionierte Ziele formulierte.
Denn das japanische Unternehmen rund um CEO Simon Gerovich möchte bis 2027 210.000 BTC kaufen.
METAPLANET BOARD APPROVES PLAN TO BUY UP TO 210,000 $BTC BY END OF 2027 pic.twitter.com/OEbrSLXxE0
— The Wolf Of All Streets (@scottmelker) December 26, 2025
Metaplanet verschärft Bitcoin-Treasury-Strategie
Das japanische Unternehmen Metaplanet hat auf einem außerordentlichen Aktionärstreffen Ende Dezember einen umfassenden Umbau seiner Bitcoin-Strategie beschlossen. Alle fünf vom Management eingebrachten Anträge wurden einstimmig angenommen.

Damit verfolgt Metaplanet nun offiziell das Ziel, bis Ende 2027 ein Bitcoin-Portfolio von 210.000 Einheiten aufzubauen und sich als führendes Corporate-Treasury-Modell in Asien zu positionieren. Der Fokus liegt dabei nicht mehr allein auf direkten Bitcoin-Käufen, sondern auf einer strukturell breiter aufgestellten Finanzierungsstrategie.
5/5 Proposals Approved at the @Metaplanet Extraordinary Shareholder Meeting
1) Approve shift of capital stock and capital reserve to capital surplus to increase capacity for preferred share dividends & potential share buybacks. ✅
2) Increase the total number of authorized…
— Dylan LeClair (@DylanLeClair) December 22, 2025
Kernstück der Neuausrichtung ist eine tiefgreifende Anpassung der Kapitalstruktur. Bestehende Kapital- und Rücklagenpositionen werden in einen Kapitalüberschuss überführt, wodurch zusätzlicher Spielraum für Dividenden auf Vorzugsaktien sowie potenzielle Aktienrückkäufe entsteht. Gleichzeitig wurde die Zahl der genehmigten Vorzugsaktien der Klassen A und B jeweils auf 555 Millionen erhöht. Diese Maßnahme erweitert die finanzielle Kapazität deutlich und schafft die Grundlage für weitere Kapitalmarktaktivitäten.
Wie Bitcoin-Strategiedirektor Dylan LeClair erläuterte, greifen die beschlossenen Maßnahmen gezielt ineinander. Die Class-A-Vorzugsaktien werden künftig mit einem monatlichen, variablen Dividendenmodell ausgestattet, das auf Stabilität ausgerichtet ist. Die Class-B-Vorzugsaktien erhalten eine vierteljährliche Ausschüttungsstruktur sowie klar definierte Rückkauf- und Absicherungsmechanismen. Ergänzend wurde die Ausgabe dieser Aktien an internationale institutionelle Investoren freigegeben.
Bitcoin-Treasuries: Metaplanet auf Platz 4
Laut aktuellen Daten von bitcointreasuries.com halten börsennotierte Unternehmen inzwischen mehr als eine Million Bitcoin. Damit kontrollieren Public Companies fast fünf Prozent des gesamten verfügbaren Bitcoin-Angebots. Unangefochten an der Spitze steht Strategy, das aktuell über 671.000 Bitcoin in der Bilanz hält und allein mehr als drei Prozent des Total Supplies repräsentiert.
Mit deutlichem Abstand folgen weitere Akteure, die das Modell adaptieren. Einer davon ist Metaplanet, das derzeit rund 30.823 Bitcoin hält und damit auf Rang vier der größten Public Bitcoin Treasuries liegt. Diese Position versteht das Unternehmen jedoch nicht als Endpunkt, sondern als Ausgangsbasis für eine deutlich ambitioniertere Expansion in den kommenden Jahren.

Die jüngsten Beschlüsse von Metaplanet senden ein klares Signal des Vertrauens in die eigene Strategie. Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund des aktuellen Marktumfelds. Bitcoin notiert derzeit mehr als 25 Prozent unter seinem Allzeithoch und befindet sich damit aus rein technischer Sicht in einem Bärenmarkt. Gleichzeitig mehren sich Stimmen, die für 2026 einen erneuten, deutlichen Kursrückgang erwarten.
Metaplanet lässt sich davon jedoch nicht beirren. Statt defensiver Zurückhaltung setzt das Unternehmen auf Kontinuität und plant, den Bitcoin-Bestand in den kommenden zwei Jahren massiv auszubauen.
Metaplanets vertikal integrierte Bitcoin-Architektur
Mit der geplanten Plattform verfolgt Metaplanet den Aufbau eines vertikal integrierten Bitcoin-Ökosystems, das weit über eine klassische Treasury-Strategie hinausgeht. Ziel ist es, entlang mehrerer Wertschöpfungsstufen systematisch Bitcoin zu akkumulieren und zugleich stabile Cashflows zu generieren. Die Struktur ist bewusst modular aufgebaut und folgt einer klaren Logik von unten nach oben.

Das Fundament bilden die bereits aktiven Bitcoin Treasury Operations. Hier nutzt Metaplanet Kapitalmarktinstrumente aus Japans Aktien- und Anleihemärkten, um Bitcoin strukturiert in die Bilanz zu überführen. Darauf aufbauend folgt der Bereich Bitcoin Income Generation, der Marktvolatilität gezielt in laufende Erträge übersetzen soll. Dieser Schritt ist entscheidend, da er die Abhängigkeit von reinen Kurssteigerungen reduziert und die Treasury-Strategie operativ absichert.
Die nächste Entwicklungsstufe stellt das Project NOVA dar, das sich aktuell in der Aufbauphase befindet.
Metaplanet's Project Nova — A "Theory"
Project Nova is most likely a Bitcoin-focused prime brokerage service tailored for institutional and high-net-worth clients in Japan and globally. This would position Metaplanet as a comprehensive financial infrastructure… pic.twitter.com/KyRTPZsJos
— Hermes Lux (@HermesLux) October 3, 2025
Der Analyst Hermes Lux erwartet, dass Metaplanet mit Project Nova den Aufbau eines Bitcoin-fokussierten Prime-Brokerage-Geschäfts verfolgt. Geplant ist womöglich eine integrierte Infrastruktur für institutionelle Investoren und vermögende Privatkunden, die Verwahrung, Ausführung, OTC-Handel, Lending sowie Derivate bündelt. Damit würde Metaplanet Ineffizienzen aus eigenen großvolumigen Bitcoin-Käufen reduzieren und Gebühren sparen. In Japans reguliertem Marktumfeld könnte Nova als zentraler Zugangspunkt dienen. Langfristig sieht der Analyst das Potenzial, Metaplanet zu einem ertragsstarken Infrastruktur-Anbieter zu entwickeln.
An der Spitze der Plattform steht bitcoin.jp, ein Distributions- und Zugangspunkt für Bitcoin-Dienstleistungen in Japan. Dieser Layer zielt auf Reichweite, Markenpräsenz und potenzielle neue Nachfragequellen. Zusammengenommen entsteht ein geschlossenes System, in dem jede Stufe auf die nächste eingeht. Metaplanet verfolgt damit nicht nur den Aufbau eines großen Bitcoin-Bestands, sondern die Etablierung einer langfristig tragfähigen, institutionell ausgerichteten Bitcoin-Infrastruktur.
Zuletzt aktualisiert am 26. Dezember 2025




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