Die BaFin warnt vor Krypto-Betrug über Recovery-Webseiten, die verloren geglaubte Kryptos wiederherstellen sollen.
Nicht nur die Themen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sind Aufgaben unserer obersten Finanzaufsichtsbehörde, der BaFin. Es gibt auch regelmäßig aktuelle Warnungen besorgter Bürger und betroffener Anleger, um zu verhindern, dass Händler ihr Geld verlieren.
Der neueste Krypto-Scam ist eine wirklich perfide Betrugsmasche. Über sogenannte Wiederherstellungs-Homepages, auch als Recovery-Angebote bezeichnet, wird Betroffenen versprochen, ihre Krypto-Wallet wiederherzustellen, was am Ende allzu oft im Totalverlust der digitalen Währungen mündet.
Das Wichtigste in Kürze:
- Cybersicherheit ist ein steigendes Anliegen der Bundesbehörden.
- Im Internet gibt es sogenannte Schwarze Listen, um sich zu informieren.
- Das Warten hat ein Ende – ein bekannter Betrugsslogan laut BaFin und warnt.
- Operation Herakles schaltet über 3.500 Rufnummern von Cyberkriminellen ab.
- Recovery-Angebote wie e-sec-crypto.io (NICHT KLICKEN) sind Krypto-Betrug.
- 2025 war ein besonders gefährliches Jahr für Krypto-Anleger.
Pressemitteilung der BaFin zum Identitätsdiebstahl von e-sec-crypto
Wer seine Wallet nutzen will und den Zugang vergessen hat, kann, abhängig vom Modell, Anbieter und Kenntnissen, seine Seed-Phrase, auch Recovery-Phase genannt, nutzen. Nicht jeder Anwender weiß, wie das Wiederherstellen einer Krypto-Wallet funktioniert und sucht nach Hilfe. Auch Anleger, die bereits Opfer von Krypto-Betrügern wurden, versuchen alles in die Wege zu leiten, um ihre gestohlenen oder verlorenen Vermögenswerte zurückzuerhalten.
Bei der genannten Recovery-Webseite handelt es sich laut BaFin-Meldung um einen Recovery-Scam. Die Angebote auf der Webseite stammen nicht von dem tatsächlich existierenden Unternehmen E-SEC GmbH.
Zudem darf der jetzt betrügerische Betreiber der Webseite keine Krypto-Dienstleistungen in Deutschland anbieten. Es ist unwichtig, ob es sich dabei um legale oder unseriöse Angebote handelt, es fehlt dem Anbieter schlichtweg die notwendige Lizenz, um überhaupt solche Leistungen anbieten zu dürfen.
Wer in Deutschland Finanz- und Wertpapierdienstleistungen oder Kryptowerte-Dienstleistungen anbietet, benötigt dazu die Erlaubnis der BaFin.
Quelle: BaFin
Eine Unternehmensdatenbank der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht gibt Auskunft über alle Unternehmen, die über eine Regulierung bzw. Lizenzierung verfügen und ihre Angebote legal in Deutschland sind. Sind Unternehmen nicht in dieser Liste, heißt das zwar nicht zwangsläufig, dass dahinter Betrüger stecken, Anleger sollten aber vorsichtig sein.
Bei Recovery X wird mit vermeintlichen Hilfsangeboten versucht, den Betroffenen private Daten zu entlocken. Diese nutzen die Hintermänner dann, um die in der Wallet gespeicherten Vermögenswerte auf andere Wallet-Adressen umzuleiten. Die Mehrheit davon ist unwiederbringlich verloren und die Täter meist nicht zu fassen.

Operation Herakles und Plattformen mit dem Titel: Das Warten hat ein Ende
Die BaFin hat gerade alle Hände voll zu tun. Nicht nur, dass die Kontrolle des Marktes viel Zeit in Anspruch nimmt. Es gibt auch regelmäßige Kampagnen, in denen Cyberkriminelle gezielt bekämpft werden sollen. Mit der Operation Herakles ging die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe in einer Kooperation mit der BaFin gegen mutmaßliche Cyberkriminelle vor.
Ziel war es, die Infrastruktur der Betrüger mit zahlreichen Festnetz-, Mobilfunk- und VoIP-Rufnummern zu identifizieren und abzuschalten.
Rufnummern und Telekommunikationsdienstleistungen werden vielfach als „Crime-as-a-Service“ an internationale Betrugsnetzwerke vermietet und massenweise zur Begehung von Straftaten genutzt.
Quelle: BaFin
Bei der Operation nutzten die Ermittler die von der BaFin gewonnenen Erkenntnisse, entweder durch eigene Recherche oder durch Meldungen aufmerksamer Bürger, denen etwas komisch vorkam, als sie Kryptowährungen kaufen oder handeln wollten. Bis zum 05.12.2025, so die Pressemitteilung zur Operation Herakles, wurden 3.562 überwiegend deutsche Rufnummern ermittelt, die für Telefonate mit Opfern genutzt wurden.
Der Krypto-Betrug läuft in unterschiedlichen Szenarien ab, hat aber immer das Ziel, an die privaten Schlüssel, also die vertraulichen Zugangsdaten zum Wallet zu kommen, um die darin enthaltenen Kryptowährungen anschließend an eigene Wallets zu senden. Folgende Szenarien sind denkbar und bisher bekannt:
- Ein vermeintlicher Anlageberater berät Sie über finanzielle Angelegenheiten.
- Krypto-Anleger melden einer gefälschten Webseite ein technisches Problem mit ihrer Wallet. Der Rückruf erfolgt prompt und hat nur das Ziel, die privaten Schlüssel zu erhalten.
- Anleger werden massiv unter Druck gesetzt, etwa durch wiederholtes Anrufen und / oder den Aufbau persönlicher Beziehungen mit einem netten Kundendienst-Mitarbeiter.
- Gefälschte Anleitungen werden über einen zunächst harmlosen Anruf an ahnungslose Nutzer von Krypto-Börsen gesendet. Anschließend nutzen die Betrüger die Daten, um die Wallets leerzuräumen.
- Vollkommen gefälschte Angebote versuchen seriöse Anbieter nachzuahmen oder klauen deren fertige Webseiten und nutzen die gespeicherten Daten für Anrufe.
- Der Anruf ins Blaue ist ebenfalls bekannt und funktioniert noch viel zu oft. Ähnlich wie beim Enkeltrick kann es dabei um tragische Unfälle von Familienangehörigen gehen oder um dringende Zahlungen mit Kryptos, um Schaden abzuwenden.
- In Kombination mit E-Mails, Downloads, persönlicher Beziehung und Empfehlungen gelingt es Krypto-Betrügern häufig, ihre Ziele zu erreichen und die Krypto-Wallets zu stehlen.

Wie man sich schützen kann
- Nutzen Sie die Unternehmensdatenbank der BaFin.
- Informieren Sie sich bei der Polizei über aktuelle Tricks und Präventionsmaßnahmen.
- Nutzen Sie offizielle Quellen, um Trading-Scams zu erkennen.
- Lesen Sie Ratgeber, beispielsweise von der Verbraucherzentrale, um unseriöse Online-Tradingplattformen zu erkennen.
- Seien Sie stets aufmerksam und misstrauisch. Aktuelle Nachrichtensender wie der NDR berichten über neue Maschen und jüngste Opfer beim Krypto- und Online-Betrug.
- Auch ihre Hausbank hält möglicherweise Ratgeber bereit und steht bei Fragen sicherlich gerne zur Seite. Andernfalls informieren Sie umgehend die Polizei.
Zuletzt aktualisiert am 8. Dezember 2025




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