2018 spendete Binance zusammen mit ihrer Nutzerbasis rund 30.644 BNB-Token (umgerechnet etwa 200.000 US-Dollar) an den Malta Community Chest Fund (MCCF), eine gemeinnützige Organisation, die krebskranken Patienten hilft. Sechs Jahre später beläuft sich der Wert dieser Spende auf satte 37 Millionen US-Dollar. Doch das Geld blieb seither unangetastet, die Gelder liegen nach wie vor in der Empfänger-Wallet, ohne einem Patienten geholfen zu haben.
Conor Grogan von Coinbase machte diesen Umstand jetzt öffentlich und forderte die maltesische Bevölkerung auf, die Regierung zum Handeln zu bewegen.
In 2018, Binance and crypto users donated $200,000 in BNB to Malta Terminal Cancer Patients.
The funds were never withdrawn and remain untouched, now worth $39M due to the appreciation of BNB!
Any Malta citizens, please let your government know that these funds are accessible pic.twitter.com/jRqLz7vy4M
— Conor (@jconorgrogan) October 13, 2025
Bürokratie bremst Millionenhilfe aus
Die Ursache für den Stillstand ist ein Verifizierungsstreit zwischen Binance und dem MCCF. 2021 warfen Vertreter der Stiftung Binance vor, die Finanzberichte für die Jahre 2018 bis 2020 nicht ordnungsgemäß eingereicht zu haben. Eine Klage schien im Raum zu stehen, bis sich die Berichte plötzlich doch „in einem elektronischen Ordner“ fanden. Die rechtlichen Drohungen wurden daraufhin zurückgezogen.
Seitdem herrscht jedoch Funkstille im Dialog. Binance fordert zur Überweisung der Gelder persönliche Informationen der Patienten, darunter Arztrechnungen und Krypto-Wallet-Adressen, um direkte Zahlungen zu ermöglichen. Für Binance ist dies Bedingung, um maximale Transparenz sicherzustellen. Doch der MCCF verweigert die Weitergabe dieser sensiblen Daten aus Datenschutzgründen und möglicherweise auch aus Misstrauen gegenüber dem Kryptosektor.
Direktspenden als Grundsatzfrage
Für Binance ist klar, dass die Spenden nicht über Mittelsmänner oder zentrale Verteilstellen fließen sollen, sondern direkt an die Empfänger. Diese Haltung ist Teil der Philosophie hinter der Binance Charity Foundation, die seit 2018 darauf setzt, Blockchain-Technologie für transparente, nachvollziehbare Spendenwege zu nutzen. Im Falle von Malta ist dieses Modell allerdings ins Stocken geraten.
Ein im November 2020 vorgelegter Spendenplan scheiterte daran, dass die Wallet-Adressen der Patienten fehlten. Binance, welches zu den weltweit besten Kryptobörsen gehört, sprach daraufhin von einer bevorstehenden Einigung, doch konkrete Fortschritte blieben aus. Auch 2025 warten die Millionen noch immer auf Auszahlung, trotz öffentlicher Beteuerungen, dass die Mittel „sicherlich in Malta ausgegeben werden“.




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