
Die von Tech-Milliardär Peter Thiel unterstützte Kryptobörse Bullish hat bei ihrem Börsendebüt an der New York Stock Exchange einen eindrucksvollen Start hingelegt. Das Unternehmen platzierte 30 Millionen Aktien zu einem Ausgabepreis von 37 US-Dollar und damit deutlich über der zuletzt erhöhten Preisspanne von 32 bis 33 US-Dollar. Das Emissionsvolumen belief sich somit auf rund 1,11 Milliarden US-Dollar, was einer Bewertung von etwa 5,41 Milliarden US-Dollar entspricht.
Die Nachfrage war enorm. Laut Insiderkreisen war die schon länger angestrebte Emission mehr als 20-fach überzeichnet. Die begleitenden Banken, angeführt von JPMorgan, Jefferies und Citigroup, erhielten zusätzlich die Option auf 4,5 Millionen weitere Aktien.
Unterstützung von Branchenschwergewichten
Für zusätzliche Stabilität sorgten Zusagen namhafter institutioneller Investoren. Sowohl BlackRock als auch ARK Invest unter Leitung von Cathie Wood kündigten an, Aktien im Wert von jeweils bis zu 200 Millionen US-Dollar zu erwerben. Solche Ankerinvestitionen gelten als starkes Marktsignal, das insbesondere bei Börsengängen im Krypto-Sektor Vertrauen schafft.
Die jetzige Börsennotierung ist bereits der zweite Anlauf für Bullish. 2021 war ein geplanter SPAC-Merger mit einer Bewertung von rund 9 Milliarden US-Dollar gescheitert. Seitdem hat sich das Unternehmen klar auf professionelle und institutionelle Kunden fokussiert, die großen Wert auf Liquidität, Preisqualität und den Handel hoher Volumina legen.
Neben Spot- und Marginhandel bietet Bullish auch Derivate und DeFi-Integrationen an. Ein angeschlossenes Market-Maker-Netzwerk sorgt für stabile Handelsbedingungen.
Globale Expansion mit europäischer Lizenz
Das 2021 auf den Cayman Islands gegründete Bullish verfügt seit Januar über eine Lizenz der deutschen BaFin für den Handel und die Verwahrung von Kryptowerten. Diese Genehmigung dient als Basis für den Ausbau des Geschäfts in der gesamten EU. Ein weiterer Geschäftszweig ist die Krypto-Nachrichtenseite CoinDesk, die Marktanalysen, Indizes und Branchendaten anbietet.
Die Eigentümerstruktur zeigt ein hohes Maß an Gründer- und Managementbeteiligung: Brendan Blumer, CEO des Mutterunternehmens Block.one, hält rund 30,1 Prozent, Kokuei Yuan rund 26,7 Prozent der Anteile. Seit dem Start hat die Handelsplattform ein kumuliertes Volumen von über 1,25 Billionen US-Dollar erreicht.
Einordnung im Marktumfeld
Bullish reiht sich in eine wachsende Liste von Krypto-Unternehmen ein, die den Gang an die Börse wagen. Jüngste Beispiele sind der Stablecoin-Emittent Circle, dessen Aktienkurs nach dem IPO im Juni um 500 Prozent zulegte, sowie einige der besten Bitcoin-Börsen wie Galaxy Digital und eToro. Auch Gemini und BitGo bereiten sich auf Börsengänge vor.
Trotz einer gewissen Marktsättigung bei Handelsplattformen sind die Gebühren im Kryptobereich noch vergleichsweise hoch. Langfristig könnte jedoch der Trend zum „Hodln“ und der Boom von Krypto-ETFs das Volumen des aktiven Handels begrenzen. Kurzfristig scheinen diese Bedenken aber kaum Einfluss auf die Anlegerstimmung zu haben. Der erfolgreiche Börsengang von Bullish ist dafür ein klares Beispiel.
Ob sich dieser anfängliche Erfolg in den kommenden Quartalen fortsetzen lässt, hängt nun stark von der weiteren Entwicklung der Kryptomärkte und der globalen Wirtschaftslage ab. Entscheidend wird dabei sein, ob Bullish seine Handelsvolumina in einem zunehmend kompetitiven Marktumfeld stabil halten oder sogar ausbauen kann.
Faktoren wie die Zinspolitik der US-Notenbank, regulatorische Anpassungen in Schlüsselmärkten sowie die Preisentwicklung führender Kryptowährungen könnten den Kurs maßgeblich beeinflussen. Auch die Fähigkeit, neue institutionelle Partner zu gewinnen und innovative Handelsprodukte einzuführen, wird eine zentrale Rolle spielen.




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