EU-Kartellbehörden prüfen Facebooks „Kryptowährungs“-Projekt

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Facebooks Libra-Projekt wird von den Kartellbehörden der Europäischen Union in Frage gestellt. Sie sind besorgt über das Projekt, das im Volksmund als Kryptowährung bezeichnet wird und den Wettbewerb einschränkt.

Libra wurde bereits von der globalen Politik und Gesetzgebern einer intensiven Prüfung unterzogen. Tatsächlich hat das Unternehmen kürzlich zugegeben, dass der regulatorische Druck es zwingen könnte, das Projekt zu verschieben oder sogar ganz abzusagen.

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Facebooks „Kryptowährung“-Ambitionen ziehen noch mehr regulatorische Aufmerksamkeit auf sich

Kaum hatte der Social-Networking-Gigant angekündigt, mit Libra in den Kryptowährungsraum vorzustoßen, stieß die Idee bei den globalen Regulierungsbehörden auf Ablehnung.

Politiker aus Frankreich, der EU, den USA und anderen Ländern zitierten eine umfangreiche Liste von Bedenken bezüglich des kryptowährungsähnlichen Projekts. Selbst US-Präsident Donald Trump erklärte, dass das Unternehmen Lizenzen beantragen müsse, wenn es Bankdienstleistungen anbieten wolle – genau wie jedes andere Finanzinstitut. Er sagte auch, dass Libra nie eine Herausforderung für die Macht des US-Dollars darstellen würde:

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Laut einem heute in Bloomberg Law veröffentlichten Bericht wächst die Anzahl der Regulierungsbehörden, die Zweifel an den Kryptowährungsambitionen der Firma haben. Darin heißt es, dass die Kartellbehörden der EU befürchten, die digitale Währung könne den Wettbewerb unterdrücken. Der Bericht zitiert ein „Dokument, das von Bloomberg eingesehen wurde“ als Beweis.

Das Dokument scheint ein Fragebogen zu sein, der an Gruppen geschickt wurde, die in diesem frühen Stadium der Entwicklung mit Libra in Verbindung stehen. Ein solches Dokument ist auch in Anfragen der Europäischen Kommission Standard.

Der Fragebogen soll messen, wie der kryptowährungsähnliche Libra Konkurrenten ausschließen kann. Die Kartellbehörden der Europäischen Kommission sind der Ansicht, dass die Integration der digitalen Währung mit Anwendungen wie WhatsApp und Messenger es für konkurrierende Systeme fast unmöglich machen könnte, Traktion auf dem Markt zu finden.

Die ständig wachsende Liste der regulatorischen Bedenken gegen Libra könnte den avisierten Starttermin des Projekts 2020 gefährden. In einem bei der US Securities and Exchange Commission eingereichten Dokument räumte das Unternehmen ein, dass das in Kalifornien ansässige Social Media-Unternehmen gezwungen sein könnte, das kryptowährungsähnliche Projekt ganz aufzugeben.

Trotz der Tatsache, dass Libra als Kryptowährung verkauft wird, sehen die meisten Bitcoin-Anhänger es nicht als Konkurrenz. Denn: Libra wird nicht wie Bitcoin vom Markt bewertet werden. Vielmehr wird Libra durch nationale Währungen unterstützt. Die Währung verfügt daher nicht über die gleiche robuste Geldpolitik, die BTC zu einem Favoriten von Ökonomen der österreichischen Denkschule gemacht hat.

Tatsächlich scheinen die meisten Analysten der Meinung zu sein, dass Libra massenhaft User zu Bitcoin und anderen dezentralen digitalen Assets bringen kann. Theoretisch kommt man einfacher an Bitcoin, wenn man zuerst Libra kauft und dann tauscht – so ist man mit dem Vorgang und der Materie an sich vertraut und hat womöglich weniger Berührungsängste.

Textnachweis: newsbtc

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Ich beschäftige mich seit einigen Jahren täglich mit dem Thema Kryptowährungen und habe es mir zur Aufgabe gemacht, die komplexe Materie einfach darzustellen.