
Bitcoin ist in den vergangenen Wochen deutlich unter Druck geraten. Zwischenzeitlich fiel der Kurs bis auf rund 60.000 US-Dollar und lag damit mehr als 50 Prozent unter dem vorherigen Allzeithoch. Inzwischen konsolidiert die Kryptowährung wieder knapp unterhalb von 70.000 US-Dollar. Doch die Unsicherheit bleibt hoch: Handelt es sich um eine Bodenbildung oder nur um eine Zwischenstation in einem übergeordneten Abwärtstrend? Zwei vielbeachtete Marktbeobachter liefern unterschiedliche Interpretationen – und damit zwei Szenarien für Anleger in einer Bitcoin Prognose.
Bitcoin Analyse: Kapitulation als möglicher Wendepunkt
Der niederländische Analyst Michaël van de Poppe argumentiert, dass gerade Phasen massiver Kapitulation historisch häufig attraktive Einstiegsgelegenheiten darstellen. Er verweist darauf, dass der jüngste Einbruch bei Bitcoin zu den stärksten Korrekturen der bisherigen Marktgeschichte zähle. Solche extremen Verkaufswellen gingen in der Vergangenheit oft mit einer weitgehenden Bereinigung überhebelter Positionen einher. Aus seiner Sicht könnte der Großteil der Abwärtsbewegung damit bereits erfolgt sein.
Biggest losses are made during heavy capitulations.
The last crash on #Bitcoin was the heaviest recorded until today.
That means that we're still up for a lot of upside from here and that additional downside might be <10-15%.
If someone is eager to wait for the markets to dip… pic.twitter.com/dYeYJ7EyAe
— Michaël van de Poppe (@CryptoMichNL) February 16, 2026
Van de Poppe hält ein zusätzliches Minus von weniger als 10 bis 15 Prozent für möglich, sieht aber gleichzeitig erhebliches Aufwärtspotenzial von den aktuellen Niveaus aus. Besonders warnt er davor, auf deutlich tiefere Kurse zu spekulieren und deshalb gar nicht zu investieren.
Wer ausschließlich auf den „perfekten“ Einstiegszeitpunkt warte, riskiere, größere Teile einer Erholungsbewegung zu verpassen. Seine Argumentation folgt einem bekannten zyklischen Muster: Die größten Verluste entstünden häufig genau dann, wenn Marktteilnehmer in Panik verkaufen. Wer in solchen Phasen strukturiert akkumuliert, könne langfristig profitieren – vorausgesetzt, die übergeordnete Marktstruktur stabilisiert sich.
Bitcoin Prognose: Zyklische Risiken bleiben bestehen
Deutlich vorsichtiger äußert sich hingegen der Marktkommentator Rodolfo Pozo, bekannt unter dem Namen CryptoRodo. Er sieht Parallelen zu früheren Zwischenzyklen wie 2014, 2018 und 2022. Nach seiner Analyse wurde das Hoch im Bereich von 120.000 bis 126.000 US-Dollar eher von Apathie als von Euphorie begleitet – ein Muster, das er mit dem Jahr 2019 vergleicht.
Technisch betrachtet verweist er auf das sogenannte Bear-Market-Resistance-Band, bestehend aus 20-Wochen-SMA und 21-Wochen-EMA, das inzwischen von Unterstützung zu Widerstand geworden sei. Erholungen in diesen Bereich seien zuletzt wiederholt gescheitert.
How low could Bitcoin go?
BTC topped around $120-126K on apathy, not euphoria — just like 2019. Now it's tracking prior midterm-year bear markets (2014, 2018, 2022) almost perfectly.
The bear market resistance band (20W SMA + 21W EMA) has flipped from support to resistance.… pic.twitter.com/qFaoNEmtLR
— CryptoRodo (@RodolfoPozoA) February 17, 2026
Als potenzielle Zielzonen nennt er die Realized Price um aktuell rund 55.000 US-Dollar sowie die Balance Price nahe 40.000 US-Dollar. Historisch habe Bitcoin in Bärenmärkten beide Marken zeitweise unterschritten, bevor ein nachhaltiger neuer Aufwärtstrend begann. Ein Rückgang von rund 70 Prozent vom Hoch würde rechnerisch in etwa in diesen Bereich führen.
Zudem skizziert er ein mögliches zeitliches Szenario mit erhöhter Schwäche im Frühjahr 2026. Gleichzeitig warnt auch er vor Überheblichkeit: Bärenmärkte produzierten regelmäßig kräftige Gegenbewegungen, die sowohl Optimisten als auch Pessimisten auf dem falschen Fuß erwischen könnten. Entscheidend bleibe daher ein nüchterner, datenbasierter Blick auf den Zyklus.
Zuletzt aktualisiert am 17. Februar 2026




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