
Gold überrascht 2025 mit einer Dynamik, die selbst erfahrene Analysten wohl nicht erwartet hätten. Mit einer Year-to-Date-Performance von über 70 Prozent lässt das Edelmetall nicht nur breite Aktienmärkte klar hinter sich, sondern übertrifft auch Bitcoin mehr als deutlich. Besonders auffällig ist dabei die Stabilität der Aufwärtsbewegung. Kaum größere Rücksetzer, anhaltender Kapitalzufluss und ein klar bullisches Momentum. In einem Umfeld voller Unsicherheiten rückt Gold damit stärker denn je ins Zentrum globaler Vermögensallokation.
Trotz der bereits extremen Kursgewinne sehen einige Analysten bei Gold weiteres erhebliches Aufwärtspotenzial. Die aktuelle Rallye wird von strukturellen Faktoren getragen, nicht von kurzfristiger Spekulation. Selbst die parabolische Entwicklung gilt daher für manche Marktbeobachter nicht als Endphase, sondern als möglicher Auftakt einer längeren Neubewertung.
Gold im historischen Renditevergleich: Noch mehr Potenzial vorhanden
Die Analysten vom Kobeissi Letter verweisen bei ihrer Einschätzung auf einen langfristigen, relativen Vergleich von Vermögensklassen, der über die reine Preisbetrachtung hinausgeht. Entscheidend ist nicht nur, dass Gold nominal stark gestiegen ist, sondern wie sich das Edelmetall im Verhältnis zu Alternativen entwickelt.
Im Vergleich zu Bargeld notiert Gold heute auf dem höchsten relativen Niveau seit den 1960er-Jahren und hat sogar das Hoch der frühen 1980er übertroffen. Gegenüber US-Staatsanleihen ist das Verhältnis so hoch wie zuletzt Ende der 1980er-Jahre, was auf eine strukturelle Schwäche klassischer Zinsanlagen hindeutet.
Is gold's rally still early?
Gold prices relative to cash are now at their highest level since at least the 1960s, officially surpassing the 1980 peak.
At the same time, gold prices relative to US government bond prices are at their highest since the late 1980s.
Gold prices… pic.twitter.com/QCub8G7y3p
— The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) December 23, 2025
Auch im Vergleich zu Aktien fällt das Bild differenziert aus. Zwar hat Gold den Aktienmarkt in den vergangenen zwei Jahren klar geschlagen, historisch betrachtet liegt es relativ zu Aktien und Anleihen jedoch noch deutlich unter dem Extrem von 1980. Genau dieser Abstand wird von Analysten als Argument genutzt. Die Logik dahinter: Sollte es erneut zu einer Phase kommen, in der reale Renditen unter Druck stehen, Staatsverschuldung steigt und Vertrauen in Papierwerte sinkt, könnte sich diese Lücke weiter schließen.
Bitcoin mit historischem Aufholpotenzial
Der Analyst Michaël van de Poppe leitet seine bullische Einschätzung für Bitcoin aus historischen Relationen zwischen Gold und Bitcoin ab. In der Vergangenheit ging eine Phase, in der Gold Bitcoin deutlich outperformte, häufig einem kräftigen Aufholprozess bei Bitcoin voraus. Entscheidend ist dabei der langfristige Zyklus. Der aktuelle Relative-Stärke-Index von Bitcoin liegt auf Niveaus, die zuletzt an markanten Tiefpunkten in den Jahren 2015, 2018 und 2022 erreicht wurden. In allen Fällen folgte darauf eine Phase, in der Bitcoin Gold klar übertraf. Aus dieser wiederkehrenden Abfolge ergibt sich laut van de Poppe ein strukturelles Aufholpotenzial für Bitcoin.
It's crucial: Is the $BTC 4-year cycle still alive and where are we in the current cycle?
There's a certainty: Gold has significantly outperformed #Bitcoin over the past year.
That's what we discussed with @danheld in our recent episode:https://t.co/U4U2auKJul
The current… pic.twitter.com/m1Xvyli4py
— Michaël van de Poppe (@CryptoMichNL) December 24, 2025
Im Handelspaar Gold gegen Bitcoin bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend zunächst intakt. Gold konnte sich zuletzt erneut erholen und seine relative Stärke bestätigen. Gleichzeitig zeigen sich jedoch erste Ermüdungserscheinungen. Die Dynamik der Aufwärtsbewegung lässt nach, während der Kurs in einen langfristig relevanten Widerstandsbereich hineinläuft.

Charttechnisch ist der Trend damit noch nicht eindeutig gebrochen. Es gibt bislang kein klares Umkehrsignal. Dennoch deuten Momentum-Indikatoren auf eine abnehmende Trendstärke hin. Genau diese Kombination macht das aktuelle Niveau interessant.
Sollte Gold hier nicht weiter durchziehen, könnte Bitcoin relativ an Boden gewinnen und gegen Gold aufwerten. Das Setup ist damit noch offen, bietet aber ein zunehmend attraktives Chance-Risiko-Verhältnis für eine Trendwende.
Sobald sich die finanziellen Rahmenbedingungen entspannen, beginnt die Aufwärtsbewegung häufig nicht bei risikoreichen Assets, sondern bei defensiveren Werten. Gold übernimmt dabei oft die Rolle des Vorläufers. Kapital fließt zunächst in das etablierte Wertaufbewahrungsmittel, bevor Investoren schrittweise höhere Risiken eingehen. Bitcoin folgt in diesem Prozess zeitverzögert.
BREAKING: Gold just hit a new ATH, and history shows that Bitcoin always follows it with a lag.
This chart shows when liquidity conditions improve, money often moves in a sequence:
Gold moves first.
Bitcoin moves later.You can see it repeating on the chart.
2016-2017:
Gold… pic.twitter.com/Smm14F77O6
— Bull Theory (@BullTheoryio) December 22, 2025
Historische Zyklen zeigen, dass Bitcoin seine stärksten Phasen meist dann entwickelt, wenn die Gold-Dynamik nachlässt. In diesem Moment beginnt eine Rotation von Kapital, weg von relativer Sicherheit hin zu Assets mit höherem asymmetrischem Potenzial.
Gold notiert nach dem hiesigen Analysten nahe den Rekordständen und wirkt kurzfristig überhitzt, während Bitcoin noch hinterherläuft. Beginnt die Erholung bei Bitcoin, entsteht häufig eine beschleunigte Bewegung, weil vergleichsweise geringe Kapitalzuflüsse große Preiswirkungen entfalten. Wer bullisch für Bitcoin ist, behält also eine mögliche Top-Bildung bei Gold genau im Auge.
Zuletzt aktualisiert am 24. Dezember 2025




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