
Bitcoin zeigt nach dem jüngsten Rücksetzer erneut leichte Stärke und steigt wieder über die Marke von 64.000 US-Dollar. Damit bleibt die Kryptowährung kurzfristig vergleichsweise stabil, obwohl der übergeordnete Bärenmarkt weiterhin intakt ist. Positiv fällt auf, dass größere Verkaufswellen bislang ausbleiben und die seit Monaten verteidigte Bodenregion weiterhin hält.
Diese Resilienz spricht dafür, dass Käufer auf dem aktuellen Niveau grundsätzlich präsent sind. Unter der Oberfläche bleibt die Lage jedoch angespannt. On-Chain-Daten zeigen, dass ein großer Teil des Angebots weiterhin unter Druck steht und die gegenwärtige Stabilisierung noch nicht automatisch eine nachhaltige Trendwende bedeutet.
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Bitcoin bleibt in der Stressphase: Das zeigt der Risk Index
Die Analyse von Swissblock kombiniert den sogenannten Risk Index mit dem Anteil des Bitcoin-Angebots, das aktuell im Gewinn oder Verlust liegt. Dadurch soll erkennbar werden, ob sich der Markt eher in einer Expansions-, Stress- oder Kapitulationsphase befindet. Aktuell ist Bitcoin zwar wieder über das sogenannte „Supply Profitability Equilibrium“ gestiegen. Dennoch befinden sich nur etwas mehr als 50 Prozent des verfügbaren Angebots im Gewinn. Konkret stehen laut Grafik rund 10,6 Millionen BTC mit Gewinn etwa 9,4 Millionen BTC mit Verlust gegenüber.
Das Gleichgewicht ist deshalb wichtig, weil es zeigt, wie groß der wirtschaftliche Druck auf die Marktteilnehmer ist. Je mehr Coins unterhalb ihres jeweiligen Kaufpreises notieren, desto größer wird grundsätzlich das Risiko, dass Anleger bei weiteren Kursverlusten verkaufen. Ein steigender Anteil profitabler Bestände würde dagegen darauf hindeuten, dass sich die Marktstruktur verbessert und Verkaufsdruck leichter absorbiert werden kann.
Bitcoin has crossed back above Supply Profitability Equilibrium, but remains in a Stress phase, with just over 50% of supply in profit.
The Risk Index signals a Low Risk environment, which typically coincides with Absorption. Yet that transition has not materialized.
Unless… pic.twitter.com/8KQulHyAkh
— Swissblock (@swissblock__) July 30, 2026
Der Risk Index liegt aktuell bei lediglich zwölf Punkten und signalisiert damit zunächst ein vergleichsweise niedriges Risikoniveau. Historisch geht eine solche Phase laut Swissblock häufig mit „Absorption“ einher. Gemeint ist, dass vorhandenes Verkaufsangebot von neuen oder langfristig orientierten Käufern aufgenommen wird, ohne dass der Kurs deutlich weiter fällt. Genau diese vollständige Übergangsphase ist bislang jedoch noch nicht erkennbar.
Damit bleibt das Signal zweigeteilt: Einerseits hält sich Bitcoin stabil und der unmittelbare Risikodruck nimmt ab. Andererseits fehlt weiterhin eine deutliche Ausweitung der Profitabilität. Solange mehr Anleger nicht nachhaltig in die Gewinnzone zurückkehren und die Nachfrage das Verkaufsangebot nicht klar absorbiert, bleibt eine erneute Kapitulationsbewegung möglich. Die aktuelle Stabilisierung ist somit konstruktiv, aber noch keine bestätigte Trendwende.
Hohe US-Renditen werden zum Belastungsfaktor für Bitcoin
Die US-Notenbank hat den Leitzins erneut unverändert in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Die Entscheidung fiel mit neun zu drei Stimmen und damit nicht einstimmig aus. Zugleich hält die Federal Reserve weiterhin am Inflationsziel von zwei Prozent fest. Damit signalisiert sie, dass trotz der wirtschaftlichen Risiken vorerst keine schnelle geldpolitische Lockerung zu erwarten ist.
Besonders relevant ist jedoch die Reaktion des Anleihemarktes. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg zeitweise auf rund 4,7 Prozent, während dreißigjährige Papiere mehr als 5,2 Prozent erreichten. Solche Werte verteuern Kredite, erhöhen die Finanzierungskosten und verschärfen die monetären Bedingungen auch ohne eine weitere Zinserhöhung der Fed.
🗞️ Fed stays on hold while yields signal a confidence crisis in US debt
Yesterday the Fed decided once again to hold rates at 3.5%-3.75% after a vote of 9 in favor and 3 against, so this was not a consensus.
—> This is the longest pause since the 2008 crisis.
During the press… pic.twitter.com/8QUrtRhiBI
— Darkfost (@Darkfost_Coc) July 30, 2026
Allerdings bedeutet der Renditeanstieg nicht automatisch, dass Anleger grundsätzlich das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit der USA verlieren. Er kann ebenso auf hartnäckige Inflation, steigende Staatsverschuldung, ein wachsendes Angebot neuer Anleihen und die Erwartung langfristig höherer Zinsen zurückzuführen sein. Investoren verlangen dann eine höhere Verzinsung, um diese Risiken auszugleichen.
Für Bitcoin ist dieses Umfeld kurzfristig eher ungünstig. Attraktivere Anleiherenditen erhöhen die Opportunitätskosten unverzinster Anlagen und können Kapital aus riskanteren Märkten abziehen. Gleichzeitig stützen hohe US-Zinsen häufig den Dollar, wodurch sich die globale Liquidität zusätzlich verknappt. Bitcoin bleibt zwar über 64.000 US-Dollar stabil, doch ohne sinkende Renditen oder neue Liquiditätsimpulse dürfte eine dynamische Erholung schwieriger werden. Langfristig könnte wachsendes Misstrauen gegenüber Staatsfinanzen Bitcoin zwar unterstützen – kurzfristig dominiert jedoch der Liquiditätsdruck.
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Zuletzt aktualisiert am 31. Juli 2026



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