Die meisten Menschen, die in Kryptowährungen investieren, denken bei Diebstahl direkt an stumpfe Phishings-Mails oder auch dubiose Links, auf die geklickt wurde. Doch ganz so ist es nicht. Die Realität sieht oftmals anders aus und genau deshalb ist sie auch so gefährlich. In diesem Fall hat bereits alles vor Jahren begonnen und der Moment ist schon lange vergessen. Es geht um die LastPass-Verletzung aus dem Jahr 2022. Was damals wie ein technisches Problem wirkt, hat heute für Anleger ganz reale Folgen. Coins verschwinden, Wallets werden leergeräumt und das nicht selten ohne Vorwarnung. Das zeigt wieder einmal, wie wichtig Sicherheit im Kryptomarkt ist und warum es uns alle angeht.
Ein alter Vorfall, der noch heute Crypto-Coins kostet
Als 2022 bekannt wurde, dass Angreifer Zugriff auf Teile von LastPass-Daten hatten, war die Aufregung wie immer groß, allerdings nur von kurzer Dauer. Die meisten Nutzer änderten ihre Passwörter, schienen sich sicher und machten dann im Grunde weiter, wie davor auch. Doch genau hier lag der Fehler. Denn gerade bei Krypto geht es nicht immer um die schnellen Fehler, sondern eher um langfristige Risiken.
Die Angreifer verhielten sich ruhig, sie hatten Zeit und viel Geduld. Denn gerade verschlüsselte Daten lassen sich nicht sofort nutzen, aber irgendwann, weshalb sich die Angreifer in Geduld üben mussten. Gerade wenn das Master-Passwort zu einfach war oder auch gleich mehrfach verwendet wurde, ist es schwierig, es direkt zu nutzen. Wer dann noch seine Account-Wallet-Zugänge, Private Keys oder auch Seed-Phrases abgelegt hatte, wurde schnell zum potenziellen Ziel – einige Jahre später. Und dies wird daher vor allem für Anleger, die langfristig in Krypto investieren, zum Problem und auch zu einem harten Lernmoment. Es wurden Coins gekauft, gehalten und der Anleger wiegte sich in Sicherheit. Erst viel später hat er dann aber gemerkt, dass er die Tür offen gelassen hatte. Im Krypto Universum werden solche Fehler nie verziehen, weshalb viele der Anleger erst viel später bemerkten, dass sie ausgeraubt wurden.
Deshalb sind gerade die stillen Wallets besonders gefährdet
Viele der betroffenen Wallets waren die sogenannten stillen Wallets. Also Wallets, auf denen es keine Transaktionen oder Aktivitäten gab und das über Jahre hinweg. Und genau das macht sie für Angreifer so attraktiv. Denn jeder, der nicht regelmäßig in seine Wallet schaut, merkt oftmals viel zu spät, wenn etwas nicht stimmt.
Besonders bitter trifft es dann die Anleger, die auf günstige und unterbewertete Kryptowährungen gesetzt haben und die kleinen Token heute viel Wert sind. Für Angreifer sind daher genau diese Wallets gefundenes Fressen. Die Blockchain ist dabei offen einsehbar und jeder kann im Grunde sehen, wo Vermögen liegt und wo seit langem niemand mehr hinschaut. Dass die Diebe dann zugreifen, liegt auf der Hand. Einfach liegenlassen und nicht mehr hinschauen, ist somit ein fataler Fehler!
Seit dem Datenleck wurden eine Reihe von Krypto-Diebstählen im sechsstelligen Bereich damit in Verbindung gebracht. Die britische Datenschutzbehörde hat LastPass zwar mit einer Geldstrafe von 1,2 Millionen Pfund, was etwa 1,6 Millionen US-Dollar belegt, sagt aber ausdrücklich, dass LastPass weiter genutzt werden kann, wenn Nutzer die Sicherheit verschärfen.
Wie Yahoo berichtete, erklärte John Edwards, der britische Informationsbeauftragte: „Passwortmanager sind ein sicheres und effektives Werkzeug für Unternehmen und Privatpersonen, um ihre zahlreichen Zugangsdaten zu verwalten, und wir empfehlen weiterhin deren Nutzung. Wie dieser Vorfall jedoch deutlich zeigt, sollten Unternehmen, die solche Dienste anbieten, sicherstellen, dass der Systemzugriff und die Nutzung eingeschränkt sind, um das Angriffsrisiko erheblich zu reduzieren.“
Das sollte sich im Umgang mit Krypto ändern
Vor ein paar Jahren war es ausreichend, eine Wallet einzurichten und das Passwort zu speichern. Diese Zeiten sind definitiv vorbei. Der Markt ist größer, professioneller aber auch deutlich krimineller. Wer heute in Kryptowährungen oder auch in Krypto Aktien investiert, muss sich schützen. Bequemlichkeit ist hier fehl am Platz und Passwortmanager sind zwar super praktisch, aber eben nicht für alles geeignet. Es heißt zudem auch Passwortmanager und nicht Private Key Manager. Seed Phrases und Private Keys gehören nicht in eine Cloud. Auch nicht in Apps oder Screenshots auf dem Laptop, Handy oder PC. Diese Daten sollten und müssen offline, physisch gesichert und an mehreren getrennten Orten aufbewahrt werden.
Das gilt nicht nur für Anleger, die Bitcoin & Co. in der Wallet haben, sondern auch für diejenigen, die auf ein paar günstige Coins setzen. Darüber hinaus sollte auch nicht alles in einer Wallet gespeichert werden. Je breiter man investiert, desto besser ist es, aber desto wichtiger wird auch eine klare Struktur. Wer hier den Überblick verliert, lädt die Angreifer ein.
Wer Kryptowährungen kauft, sollte an der Wallet nicht sparen. Klar, eine Wallet des entsprechenden Händlers ist toll und die Coins sind immer verfügbar. Hardware Wallets sollten deshalb aber nicht als Luxusartikel, sondern als Werkzeug gelten, und zwar für jeden, der sein Geld ernst nimmt. Wer darauf hofft, dass die digitalen Assets Renditen abwerfen, sollte auch Zeit und Schutz in die Coins investieren. Denn Renditen entstehen nicht nur durch steigende Kurse, sondern auch dadurch, Verluste zu vermeiden.
Fazit – Deshalb trifft den LastPass-Vorfall jeden, der in Krypto investiert
Die Diebstähle in Zusammenhang mit der LastPass-Verletzung sind schon lange kein Randphänomen mehr. Sie sind ein Warnsignal, das jeder ernst nehmen sollte. Denn wie jeder sehen kann, wurde das Datenleck 2022 festgestellt und noch heute hat es Folgen. So haben Forscher von TRM Labs festgestellt, dass Angreifer bis Ende 2025 weiterhin Tresore leerten und Kryptowährungen gestohlen haben. Krypto ist zwar Freiheit, aber eben auch Verantwortung. Wer investiert, übernimmt auch die volle Kontrolle – im Guten wie im Schlechten. Sicherheit ist nämlich kein Extra, sondern die Grundlage dafür, dass ein Investment überhaupt eine Chance hat.
Zuletzt aktualisiert am 4. Januar 2026




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