Ethereum gerät heute erneut unter Druck und muss einen Großteil der zuvor erzielten Kursgewinne wieder abgeben. Der Ausbruch über die psychologisch wichtige Marke von 3.000 US-Dollar ist damit abermals gescheitert, der Kurs rutscht erneut darunter. Auf Wochensicht summiert sich das Minus inzwischen auf rund drei Prozent, während Ethereum im Jahr 2025 bislang sogar mehr als elf Prozent an Wert verloren hat. Auf den ersten Blick wirkt ETH damit angeschlagen und wenig attraktiv. Doch genau diese Phase könnte trügen: Ein Blick auf die Aktivitäten des Smart Money deutet darauf hin, dass größere Marktteilnehmer die aktuelle Schwäche eher als strategische Einstiegschance betrachten.
Ethereum-Wale sammeln aggressiv ETH
Die aktuellen Onchain-Daten zeichnen ein klares Bild: Große Ethereum-Adressen bauen ihre Positionen seit Ende Dezember spürbar aus. Laut Daten von Milk Road haben Wallets mit hohem Bestand seit dem 26. Dezember rund 120.000 ETH akkumuliert – ein Volumen von etwa 350 Millionen US-Dollar. Besonders auffällig ist dabei die Struktur der Angebotsverteilung. Adressen mit mindestens 1.000 ETH kontrollieren inzwischen rund 70 Prozent des gesamten Umlaufs. Dieser Anteil steigt bereits seit Ende 2024 kontinuierlich an, was auf eine anhaltende Konzentration bei kapitalkräftigen Marktteilnehmern hindeutet.
Since Dec 26, large Ethereum holders have added 120,000 ETH ($350M).
Addresses holding 1,000+ ETH now control roughly 70% of supply, a share that has been rising since late 2024.
If this behavior continues, the market may not fully be pricing in where the smart money expects… https://t.co/JBjtv1EbTD pic.twitter.com/iENEybMPSu
— Milk Road (@MilkRoad) December 29, 2025
So ist dieses Verhalten typisch für Akkumulationsphasen: Während der Kurs seitwärts tendiert oder schwächelt, ziehen größere Investoren Liquidität vom Markt ab. Das verfügbare Angebot sinkt, während kleinere Anleger eher abwarten. Historisch gingen solche Phasen bei Ethereum häufig einer stärkeren Marktbewegung voraus. Dass Wale ausgerechnet jetzt verstärkt zukaufen, deutet darauf hin, dass sie mittelfristig höhere Bewertungen erwarten.

Was aktuell jedoch keinen positiven Eindruck hinterlässt, ist die jüngste Entwicklung bei den Ethereum-Spot-ETFs. In den vergangenen vier Wochen kam es hier überwiegend zu Nettoabflüssen. Während der Kurs seitwärts läuft oder unter Druck steht, reduzieren größere Investoren das verfügbare Angebot durch Käufe. Kleinere Marktteilnehmer bleiben hingegen vorsichtig, die ETFs erleben einen Abfluss von Kapital. Historisch gingen solche Konstellationen bei Ethereum häufig stärkeren Kursbewegungen voraus.
Ethereum-Wale senden starkes Vertrauenssignal
Doch übergeordnet wirkt die Stimmung positiv, so verweisen diverse Analysten auf das Smart Money und die institutionelle Akzeptanz von ETH.
Der Ethereum-Experte Joseph Young bezieht sich auf eine Onchain-Metrik, die zeigt, wie sich ETH-Bestände nach Wallet-Größe entwickeln. Konkret hebt die Grafik die Gruppe der großen Adressen hervor – insbesondere Wallets mit 10.000 bis 100.000 ETH. Diese Wal-Kohorte hält aktuell so viele ETH wie nie zuvor. Während der Preis von Ethereum in den vergangenen Monaten seitwärts lief oder Rücksetzer verzeichnete, ist der aggregierte Bestand dieser großen Investoren stark angestiegen.
Youngs Aussage geht jedoch über den reinen Bestandszuwachs hinaus. Er ordnet die Daten fundamental ein: Ethereum sichert derzeit rund 68,2 Prozent des gesamten DeFi-TVL, bleibt damit klarer Infrastruktur-Standard und profitiert von Netzwerkeffekten. Gleichzeitig werden rund 64,44 Prozent aller Stablecoins auf Ethereum ausgegeben, was die zentrale Rolle im globalen Krypto-Zahlungsverkehr unterstreicht. Zusätzlich akkumulieren sogenannte DATs ETH aggressiv, was auf strategische Langfristpositionierung hindeutet.
gm ☕️
whale accumulation of ETH is at an ALL-TIME HIGH.
conviction capital sees ethereum:
> securing 68.2% of all DeFi TVL
> DATs aggressively stacking ETH
> issuing 64.44% of all stablecoins
> institutions like JPM building directly on ethereumbelieve in ETH. pic.twitter.com/h99psHjHQR
— Joseph Young (@iamjosephyoung) December 24, 2025
Besonders relevant ist zudem der institutionelle Aspekt: Großbanken wie JPMorgan entwickeln Anwendungen direkt auf Ethereum. Zusammengenommen zeigen diese Faktoren, warum „Conviction Capital“ trotz schwacher Kursperformance Vertrauen signalisiert. Die Onchain-Daten deuten darauf hin, dass informierte Investoren Ethereum nicht als kurzfristigen Trade, sondern als strukturellen Kern des Krypto-Ökosystems betrachten.
THE ETHEREUM SHIFT IS ACCELERATING:
Institutional adoption is exploding.
In the last 90 days alone we’ve seen:– American Express: Amex Passport
– J.P. Morgan: ETH-backed loans & JPMD stablecoin
– Google: AP2 payments protocol
– Stripe Stablecoin payments
– Blue Origin &… pic.twitter.com/MUY09G46MH— Merlijn The Trader (@MerlijnTrader) December 11, 2025
Auch die Einschätzung des Analysten passt schlüssig zu den aktuellen Signalen. Während große ETH-Adressen auf Rekordniveau akkumulieren, beschleunigt sich parallel die institutionelle Adoption von Ethereum deutlich. Banken, Zahlungsdienstleister, Tech-Konzerne und sogar Staaten integrieren Ethereum zunehmend direkt in ihre Infrastruktur. Entscheidend ist dabei weniger der kurzfristige Kurs, sondern die Funktion von Ethereum als neutrale, globale Abwicklungsschicht.
ETH-basierte Kredite, Stablecoins, Tokenisierung, Custody-Lösungen und staatliche Anwendungen wie Staking oder digitale Identitäten erhöhen die reale Nachfrage nach dem Netzwerk. Genau diese fundamentale Nutzung stützt die These: Während der Markt noch zögert, positionieren sich kapitalkräftige Akteure frühzeitig. Die Kombination aus wachsender Adoption und Wal-Akkumulation macht Hoffnung auf ein bullisches 2026.
Zuletzt aktualisiert am 29. Dezember 2025




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