
Japans Finanzaufsicht Financial Services Agency (FSA) und die nationale Polizeibehörde National Police Agency (NPA) haben eine gemeinsame Anweisung an lizenzierte Kryptobörsen erlassen. Die Behörden fordern strengere Auszahlungsbeschränkungen und eine intensivere Überwachung verdächtiger Finanzströme. Anlass sind zunehmende Betrugsfälle und -verluste.
Hintergrund der verschärften Maßnahmen sind Online-Betrugsfälle, bei denen gestohlene Gelder über Krypto-Plattformen geleitet werden. Für Privatanleger auf japanischen Handelsplattformen könnte dies kurzfristig mehr Reibung bei Auszahlungen bedeuten.
Rekordverluste und Krypto-Konten als Geldwäsche-Schnittstelle
Die aktuellen Statistiken der japanischen Behörden zeichnen ein klares Bild der Bedrohungslage. Im Jahr 2023 verzeichnete Japan insgesamt 19.038 Betrugsfälle mit einem Gesamtschaden von rund 45,26 Milliarden Yen. Zeitgleich stieg die Zahl der Meldungen über verdächtige Transaktionen mit Krypto-Assets auf 19.344 Fälle.
Besonders brisant ist der Weg des gestohlenen Kapitals: Nahezu die Hälfte aller Erträge aus Online-Bankbetrug – rund 8,73 Milliarden Yen in einem berichteten Zeitraum – wurde letztlich auf Konten von Kryptobörsen weitergeleitet. Betrüger leiten Geld über Krypto, um die Spur der Gelder zu verschleiern.
Die Anweisung der FSA und NPA richtet sich insbesondere an Konten, deren Verhaltensmuster auf den Empfang gestohlener Gelder hindeuten. Die Börsen sollen die Bedingungen für Auszahlungen verschärfen und verdächtige Geldflüsse stärker überwachen, wie ein Bericht von Crypto Briefing erläutert. Bereits im Februar 2024 hatte die FSA Hinweise zu unrechtmäßigen Überweisungen auf Konten von Kryptobörsen veröffentlicht. Die gemeinsame Anweisung mit der Polizei erhöht den regulatorischen Druck nun weiter.
Regulierung und Annäherung an Wertpapiermärkte
Japan führte ein Lizenzierungssystem für Kryptobörsen früher ein als viele westliche Staaten. Dazu trugen auch der Zusammenbruch von Mt. Gox im Jahr 2014 und der Hack der Plattform Coincheck im Jahr 2018 bei. Derzeit sind zwischen 27 und 30 Crypto-Asset Exchange Service Providers (CAESPs) bei der FSA registriert.
Diese Anbieter unterliegen bereits Vorgaben zur Trennung von Kundengeldern, zu Cybersicherheitsstandards und zur Bekämpfung von Geldwäsche. Die neue Anweisung ergänzt dieses Regelwerk um weitere Erwartungen zur Betrugsprävention. Japan plant Berichten zufolge, Kryptobörsen zwischen 2025 und 2026 Standards zu unterwerfen, die stärker an die Regeln für Wertpapierfirmen angelehnt sind.
Was die Richtlinie für Krypto-Anleger bedeuten könnte
Für Kunden japanischer Kryptobörsen könnte die Richtlinie praktische Folgen bei Auszahlungen haben. Die Behörden legen den Schwerpunkt auf strengere Auszahlungsbedingungen und die Überwachung verdächtiger Aktivitäten.
Börsen könnten dabei unterschiedliche Instrumente einsetzen, darunter:
- Zusätzliche Verifizierungsschritte: Weitere Prüfungen können bei Auszahlungen als eine mögliche Maßnahme eingesetzt werden.
- Verzögerungen bei Auszahlungen: Cooling-off-Phasen vor der Freigabe von Mitteln zählen zu den Werkzeugen, die Börsen nutzen könnten.
- Intensivere Transaktionsüberwachung: Auffällige Aktivitäten können durch zusätzliche Monitoring-Hinweise stärker beobachtet werden.
Solche Maßnahmen können Auszahlungen im Alltag aufwendiger machen. Sie stehen im Zusammenhang mit dem Ziel der Behörden, Betrug und die Weiterleitung betrügerisch erlangter Gelder über Kryptobörsen einzudämmen.
Zuletzt aktualisiert am 7. August 2026



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