Nach BitMEX: Nächste Krypto-Börse schließt

Bitcoin: Peter Brandt nennt in Prognose erstes Abwärts-Preisziel – wie tief kann der Kurs jetzt fallen?

Die Konsolidierung am Kryptomarkt schreitet voran. Der anhaltende Bärenmarktbelastet nicht nur Bitcoin, Ethereum und zahlreiche Altcoins, sondern zunehmend auch Unternehmen, deren Geschäftsmodelle von Handelsaktivität und Gebühren abhängen. Sinkende Kurse, zurückgehende Volumina, regulatorische Anforderungen und ein harter Wettbewerb setzen besonders kleinere oder ehemals bedeutende Handelsplätze unter Druck.

Innerhalb weniger Tage haben mit BitMEX und BitMart nun zwei bekannte zentralisierte Kryptobörsen ihren Rückzug angekündigt. Dabei handelt es sich bislang nicht um plötzliche Insolvenzen, sondern um geplante Abwicklungen mit Übergangsfristen. Dennoch verdeutlichen die Entscheidungen, dass die Marktbereinigung weitere Opfer fordert und frühere Branchengrößen nicht automatisch dauerhaft bestehen können.

Weiterlesen: Die besten Krypto Presales 2026

BitMEX beendet nach über elf Jahren den Betrieb

BitMEX gab am 23. Juli 2026 offiziell bekannt, den Börsenbetrieb am 23. September 2026 um 04:00 Uhr UTC vollständig einzustellen. Die Entscheidung sei nach einer strategischen Überprüfung des Geschäfts und der allgemeinen Entwicklung der Kryptoindustrie durch die Betreiberin HDR Global Trading Limited gefallen. Neue Registrierungen wurden bereits mit der Bekanntgabe gestoppt. Nutzer sollen offene Positionen rechtzeitig schließen und ihre Vermögenswerte von der Plattform abziehen. Nach Angaben des Unternehmens seien die Kundengelder während der Übergangsphase weiterhin sicher und vollständig verfügbar.

Das Ende ist insbesondere aufgrund der historischen Bedeutung von BitMEX bemerkenswert. Die 2014 gegründete Plattform gehörte zu den Pionieren des Handels mit Krypto-Derivaten und machte unbefristete Futures mit hoher Hebelwirkung populär. Ihr heutiger Einfluss war allerdings nur noch gering. Nach Daten des Analyseunternehmens Kaiko lag der Marktanteil zuletzt unter 0,01 Prozent, während das tägliche Handelsvolumen teilweise nur rund 400.000 US-Dollar erreichte. Daher dürfte die direkte Auswirkung auf die Liquidität des Gesamtmarktes überschaubar bleiben. Vielmehr zeigt die Schließung, wie stark sich Volumen und Nutzer auf wenige große Börsen sowie neue Onchain-Derivateplattformen konzentriert haben.

Jetzt folgt mit BitMart die nächste Kryptobörse

Nur wenige Tage später kündigte auch BitMart die geordnete Einstellung seiner Handelsplattform an. Laut der offiziellen Mitteilung wurden die operative Situation, das Marktumfeld und die zukünftige strategische Ausrichtung des Unternehmens geprüft. Seit dem 26. Juli 2026 um 01:30 Uhr UTC werden schrittweise keine neuen Nutzer mehr aufgenommen. Gleichzeitig sollen Einzahlungen in Kryptowährungen und Fiatgeld ausgesetzt werden. Neue Einzahlungen nach der jeweiligen Deaktivierung könnten nicht mehr automatisch gutgeschrieben werden.

Der Zeitplan sieht vor, sämtliche Handelsdienste am 26. August 2026 um 01:00 Uhr UTC einzustellen. Der vollständige Plattformbetrieb soll schließlich am 31. Januar 2027 um 15:59 Uhr UTC enden. Bis dahin sollen Nutzer ihre Positionen schließen, erforderliche Identitätsprüfungen abschließen und ihre Guthaben möglichst frühzeitig abziehen. Die längere Abwicklungsphase spricht zunächst für einen kontrollierten Rückzug und nicht für einen abrupten Zusammenbruch. Dennoch sollten Kunden die Fristen ernst nehmen, da Liquidität und technische Unterstützung während einer solchen Abwicklung schrittweise zurückgehen können.

BitMart hatte während des Bullenmarktes 2021 insbesondere bei Altcoin-Anlegern an Bedeutung gewonnen. Belastend wirkte allerdings ein schwerer Sicherheitsvorfall im Dezember 2021. BitMart selbst bezifferte den damaligen Abfluss aus zwei Hot Wallets auf etwa 150 Millionen US-Dollar; externe Blockchain-Analysen kamen auf rund 196 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen kündigte anschließend an, betroffene Nutzer aus eigenen Mitteln zu entschädigen. Ob der Vorfall unmittelbar für die aktuelle Entscheidung verantwortlich ist, wurde nicht bestätigt. Die Schließung zeigt jedoch, wie schwierig es für mittelgroße Börsen geworden ist, Vertrauen, Liquidität und ein dauerhaft profitables Geschäftsmodell gleichzeitig aufrechtzuerhalten.

Krypto Prognose: Marktbereinigung muss nicht grundsätzlich negativ sein

Die Schließung etablierter Handelsplätze wirkt zunächst bearish, da sie rückläufige Aktivität und wirtschaftlichen Druck innerhalb der Branche sichtbar macht. Eine geordnete Konsolidierung ist jedoch nicht automatisch schlecht. Wenn Plattformen mit niedrigen Volumina oder nicht mehr tragfähigen Geschäftsmodellen ausscheiden, verteilt sich die vorhandene Liquidität auf weniger Anbieter. Dadurch können größere Handelsplätze tiefere Orderbücher, geringere Spreads und effizientere Märkte bieten.

Zugleich steigt der Druck auf Börsen, Reserven transparent nachzuweisen, Kundengelder angemessen zu schützen und regulatorische Vorgaben einzuhalten. Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen einer geplanten Abwicklung und einer Insolvenz: BitMEX und BitMart haben Übergangsfristen sowie Auszahlungen angekündigt, während bislang keine bestätigten Hinweise auf fehlende Kundengelder vorliegen.

Langfristig könnte die Entwicklung den Markt professionalisieren. Kurzfristig unterstreicht sie jedoch die Risiken zentralisierter Verwahrung. Anleger sollten Guthaben, die nicht aktiv für den Handel benötigt werden, nicht dauerhaft auf einer Börse lagern und angekündigte Auszahlungsfristen keinesfalls bis zum letzten Tag ausreizen.

Mehr erfahren: Neue Kryptowährungen für 2026 im Überblick

Zuletzt aktualisiert am 26. Juli 2026

Bitcoin Hyper: Innovative Layer-2-Lösung für Bitcoin

  • Extrem niedrige Gebühren – ideal für Mikrozahlungen
  • Blitzschnelle Bitcoin-Transaktionen dank Layer-2-Technologie
  • Bitcoin meets DeFi: Staking, DEX, Smart Contracts
9.7/10
Kryptowährungen sind ein sehr volatiles, unreguliertes Investmentprodukt. Ihr Kapital ist im Risiko.
Vorheriger ArtikelFidelity plant eigene Kryptowährung & Ethereum profitiert
Nächster ArtikelBesser als Aktien & Gold? Tom Lee empfiehlt Krypto bis Ende 2026

Jeder Handel ist riskant. Keine Gewinngarantie. Jeglicher Inhalt unserer Webseite dient ausschließlich dem Zwecke der Information und stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Dies gilt sowohl für Assets, als auch für Produkte, Dienstleistungen und anderweitige Investments. Die Meinungen, welche auf dieser Seite kommuniziert werden, stellen keine Investment Beratung dar und unabhängiger finanzieller Rat sollte immer wenn möglich eingeholt werden.

Martin SchwarzExperte für Kryptowährungen

Martin, mit einem MSc. in Wirtschaftsinformatik und Fokus auf asymmetrischer Kryptographie und M2M-Kommunikation, ist seit 2015 in der Welt von Bitcoin und Kryptowährungen unterwegs. Schon mit 17 begann er mit dem Handel von Kryptowährungen und erwarb seinen ersten Bitcoin. Neben seinem Interesse an Kryptowährungen widmet er sich in seiner Freizeit Online-Casinos und Sportwetten, wo er mit 18 Blackjack-Strategien entwickelte und sogenannte Sure-Bets durchführte. Seine Expertise dokumentierte er frühzeitig als Autor zu Themen wie Kryptowährungen, Trading, Aktien, Casinos und Sportwetten, wodurch er heute als gefragter Experte und Autor mit über 10 Jahren Erfahrung gilt.

Zeige alle Posts von Martin Schwarz

Weiter Lesen

Besser als Aktien & Gold? Tom Lee empfiehlt Krypto bis Ende 2026
Martin Schwarz
vor 3 Minuten

Der Kryptomarkt zeigte zuletzt erneut deutliche Schwäche. Bitcoin notiert weit unter seinem Rekordhoch, während...

Lesen Sie Weiter
Fidelity plant eigene Kryptowährung �...
Wahnsinn! Sind Kühe der nächste Krypto...
Neue Bitwise-Studie: Werden Avalanche un...

Fragen und Antworten

Sie haben eine Frage? Unser Experten-Panel beantwortet gerne Ihre Fragen.

Meine Frage posten

Ihre Frage war nicht dabei?

Fragen Sie uns jetzt!

Name*

Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Ihre Frage*

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein