Bitcoin fällt heute unter 60.000 US-Dollar und damit setzt sich die Schwäche am Kryptomarkt fort. Auch Ethereum gibt kräftig nach und notiert aktuell nur noch knapp oberhalb von 1.500 US-Dollar. Damit rückt genau diese psychologisch wichtige Marke als nächstes Kursziel in den Fokus.
Sollte ETH diese Zone verlieren, drohen neue Verlaufstiefs und weitere Verkaufssignale. Vom Allzeithoch wäre Ethereum dann rund 70 Prozent entfernt. Die laufende Korrektur zeigt damit erneut: Der Bärenmarkt bleibt intakt, Momentum fehlt, Käufer treten bislang kaum überzeugend auf.
Mehr erfahren: Neue Kryptowährungen für 2026 im Überblick
Ethereum Prognose: Diese Daten sprechen dennoch für ETH
Kurzfristig bleibt das Chartbild bei Ethereum klar angeschlagen. Der Kurs verliert weiter an Dynamik, wichtige Unterstützungen wurden bereits aufgegeben und die Zone um 1.500 US-Dollar wird nun zum entscheidenden Bereich. Fällt ETH auch darunter, könnten technische Trader weitere Verlaufstiefs erwarten. Gerade in einem schwachen Marktumfeld, in dem Bitcoin erneut unter 60.000 US-Dollar rutscht, fehlt Ethereum aktuell der direkte Kurstreiber. Die Korrektur ist damit zunächst ein Zeichen massiver relativer Schwäche.
Dennoch zeigen die Daten im Hintergrund ein deutlich anderes Bild. Laut der von Leon Waidmann geteilten Grafik auf Basis von The Block halten börsennotierte Unternehmen inzwischen fast 7,5 Millionen ETH in ihren Bilanzen. Besonders auffällig ist die Geschwindigkeit dieser Entwicklung: Noch Mitte 2025 lagen diese Bestände praktisch bei null, mittlerweile wurde in kurzer Zeit ein massiver Bestand aufgebaut. Zu den größten Haltern zählen laut Grafik unter anderem Bitmine Immersion Tech, SharpLink, The Ether Machine, Bit Digital und BTCS.
Public companies now hold nearly 7.5M ETH on their balance sheets! 📈
From basically zero in mid-2025 to ~7.5M ETH in roughly a year.
Most of them are still accumulating more.
Every angle tells the same story:
🔹 Exchange reserves at all-time lows
🔹 Staking rate at all-time… pic.twitter.com/iutjwpyXQz— Leon Waidmann (@LeonWaidmann) June 30, 2026
Diese Entwicklung ist für Ethereum fundamental relevant. Wenn Unternehmen ETH strategisch in ihre Treasury aufnehmen, reduziert dies das frei verfügbare Angebot am Markt. Gleichzeitig verweist Waidmann auf weitere Angebotsfaktoren: Exchange-Reserven befinden sich auf sehr niedrigen Niveaus, während die Staking-Quote neue Höchststände erreicht. Immer mehr ETH wird also entweder von Börsen abgezogen, langfristig gehalten oder im Staking gebunden.
Damit entsteht ein spannender Gegensatz: Der Kurs zeigt kurzfristig Bärenmarkt-Schwäche, während die Angebotsstruktur langfristig konstruktiver wird. Weniger liquide ETH-Bestände bedeuten nicht automatisch steigende Kurse, können aber bei einer späteren Nachfrageerholung stark wirken. Genau deshalb bleibt Ethereum trotz schwachem Chart ein Asset, bei dem antizyklische Investoren die Daten genau beobachten dürften.
Ist ETH doch kein „Ultrasound Money“?
Die klassische Ethereum-These aus dem letzten Zyklus wirkt heute deutlich schwächer. Damals galt ETH vor allem als „Ultrasound Money“, weil durch hohe Gebühren viel ETH verbrannt wurde und das Angebot perspektivisch schrumpfen sollte. Doch genau diese Erzählung hat an Kraft verloren. Die Gebühreneinnahmen auf Ethereum Layer 1 sind schwächer, während Layer-2-Netzwerke einen großen Teil der Aktivität und damit auch der Wertschöpfung übernehmen. Wer Ethereum heute nur über Burn-Rate und Fee-Revenue bewertet, sieht deshalb zunächst ein eher enttäuschendes Bild.
Ethereum’s burn thesis is dead. The fee revenue story is weak. L2s are capturing most of the value, and $ETH no longer looks like the “ultrasound money” trade people sold in the last cycle.
But that may be the wrong way to value it.
ETH is becoming reserve collateral for the… pic.twitter.com/m0ONnFYAOf
— Ethereum Daily (@ETH_Daily) June 30, 2026
Doch genau hier könnte der Markt zu kurz denken. Ethereum entwickelt sich immer stärker zu einer neutralen Abwicklungsschicht für den globalen Kryptomarkt. ETH wird nicht nur als spekulativer Coin betrachtet, sondern zunehmend als Reserve-Collateral innerhalb eines größeren Finanzsystems. Dazu passen niedrige Börsenbestände, hohe Staking-Quoten und institutionelle Aktivität rund um Layer-2s, Stablecoins, tokenisierte Vermögenswerte und private Settlement-Strukturen.
Besonders spannend wird diese These durch Privacy- und zk-Upgrades. Wenn Ethereum private Guthaben, private Transfers und skalierbare Abwicklung institutionstauglich machen kann, entsteht ein deutlich größerer Nutzen.
Kurzfristig bleibt der Preis schwach. Langfristig könnte Ethereum jedoch weniger über Gebühren, sondern über seine Rolle als neutrale Finanzinfrastruktur bewertet werden.
Weiterlesen: Die besten Krypto Presales 2026
Zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2026





Fragen und Antworten
Sie haben eine Frage? Unser Experten-Panel beantwortet gerne Ihre Fragen.