Cardano vs. EOS: Unterschiede, Technologie und wo man investieren sollte

Wirft man einen Blick auf die größten Kryptowährungen der Welt, so finden sich auch Cardano und EOS weit oben auf dieser Liste. Immer wieder fragen sich Krypto-Neulinge aber auch erfahrene Trader, worin liegen die Unterschiede bei Cardano vs. EOS? Schließlich behaupten beide Projekte von sich, eine der womöglich leistungsstärksten Blockchain-Plattformen überhaupt zu sein und Smart Contracts sowie dApps zu unterstützen.

Auf den ersten Blick gibt es jede Menge Gemeinsamkeiten zwischen Cardano vs. EOS. Bei näherem Blick zeigt sich allerdings, dass es doch kritische Unterschiede gibt, die die beiden Kryptowährungen auszeichnen. In diesem Beitrag erfährst du, was Cardano und EOS gemeinsam haben und wie sie sich unterscheiden.

Du kannst dir außerdem ein gutes Bild davon machen, in welche Kryptowährung sich ein Investment lohnt.

Cardano erklärt

Die Blockchain-Plattform Cardano wurde 2015 ins Leben gerufen mit der Vision, alle aktuell existenten Probleme bei Blockchain-Netzwerken wie Nachhaltigkeit, Skalierbarkeit und Interoperabilität zu lösen. Treibende Kraft hinter Cardano ist Charles Hoskinson, der schon im Gründerteam von Ethereum mit Joseph Lubin und Vitalik Buterin gearbeitet hat.

Auf der Cardano-Plattform können Smart Contracts abgewickelt und dezentrale Anwendungen (dApps) betrieben werden – zumindest ist diese Funktionalität vorgesehen, mit dem nächsten Update soll sie tatsächlich realisiert werden. Zur Vergütung von über die Cardano-Blockchain abgewickelte Leistungen wird der ADA-Token, der native Token der Plattform, entwickelt.

Eine Besonderheit bei Cardano ist, dass das Protokoll durch wissenschaftliche Arbeiten belegt und regelmäßig überprüft wird. Das Cardano-Protokoll ist Open Source und soll möglichst vielen Entwicklern zur Verfügung gestellt werden.

Zentral für Cardano ist, dass es sich selbst als die erste Blockchain-Plattform der dritten Generation sieht. Während Kryptowährungen wie Bitcoin die erste Generation und Smart Contract-fähige Plattformen wie Ethereum oder EOS die zweite Generation darstellen, wäre einen Blockchain-Plattform dritter Generation eine solche, die mit anderen Blockchain-Plattformen interoperabel und kompatibel ist.

Genau diesen Ansatz verfolgt Cardano: die Blockchain-Plattform müsse mit allen anderen existenten Chains kommunizieren können, nur so könne Blockchain-Technologie ihr wahres Potenzial realisieren.

EOS erklärt

Die EOS Blockchain wurde Mitte 2017 von Daniel Larimer und Brendon Blumer durch ihr Unternehmen Block.one gestartet. Finanziert hat man das Projekt durch den längsten und lukrativsten aller Initial Coin Offerings – innerhalb knapp 1 Jahres konnte man rund 4,2 Milliarden USD in Krypto-Token lukrieren.

EOS wurde als direkte Konkurrenz von Blockchain-Plattformen der zweiten Generation wie Ethereum und Cardano gegründet. Als Smart Contract-fähige Plattform soll EOS durch praktisch nicht-existente Transaktionskosten, kürzere Transaktionszeiten und höhere Skalierbarkeit zum King of dApps werden.

Dabei gibt es mehrere Vorteile, die für EOS sprechen. Darunter ist vor allem der Delegated Proof-of-Stake (DPoS)-Algorithmus, den EOS als erste Plattform überhaupt einsetzte. Dieser soll ein wirklich demokratisches Staking von Token ermöglichen und Änderungen des Protokolls ohne Hard Forks ermöglichen.

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Smart Contracts, dApps & King of dApps

Sowohl Cardano als auch EOS sind Smart Contracts- und dApps-fähig. Smart Contracts ist eine Bezeichnung für in Code programmierte Vereinbarungen bzw. Verträge, die beim Eintreten bestimmmter Bedingungen bzw. vordefinierter Kriterien automatisch ausgeführt werden. Die Bezeichnung dApps steht für dezentrale Anwendungen (decentralized apps), bei denen es sich um über eine Blockchain betriebene Anwendung handelt, welche durch mehrere Smart Contracts betrieben wird.

Weil davon ausgegangen wird, dass sich letztendlich eine oder wenige Blockchain-Plattformen als Standard-Blockchain zur Ausführung von dApps etablieren werden (Unternehmen und Programmierer werden sich vermutlich auf wenige Plattformen konzentrieren), hat man den Kampf um den „King of dApps“ tituliert. King of dApps wird jene Blockchain-Plattform sein, die sich als Standard für die Erstellung und Ausführung von dApps durchsetzen wird.

Cardano vs. EOS Mining

Cardano kann nicht direkt gemint werden, weil es nicht Proof-of-Work, sondern Proof-of-Stake verwendet. Jeder Benutzer, der Cardano in seiner Wallet hält, kann für das Verifizieren von Transaktionen zufällig ausgewählt werden. Bei EOS sind bereits alle Coins ausgegeben worden, sodass kein Mining mehr erforderlich ist.

Das Thema Cardano Mining darf nicht im klassischen Sinne angegangen werden. Bei Bitcoin oder Ethereum lädt man einfach einen Client herunter und beginnt zu minen, bei Cardano ist das nicht möglich. Weil Proof-of-Stake verwendet wird, kann jeder Besitzer von ADA-Token diese einsetzen (= „staken“) und in Abhängigkeit der Menge seiner Token mit höherer Wahrscheinlichkeit per Zufallsprinzip als Ersteller des nächsten Blocks ausgewählt werden. Cardano brüstet sich damit, mit seinem eigenen Algorithmus „Ouroboros“ den ersten wirklich komplett zufälligen Proof-of-Stake-Algorithmus, der noch dazu wissenschaftlich überprüft wurde, erstellt zu haben. Für jeden, der „Cardano minen“ will, heißt das: kaufe dir ADA-Token und hodle sie in deiner Wallet.

Viele Krypto-Beginner interessieren sich auch für EOS Mining, bis sie erfahren, dass dies  eigentlich nicht möglich  ist. Bei EOS wurden nämlich bei Erstellung des Protokolls 1 Milliarde EOS Token ausgegeben – oder „premined“ wie man dies im Fachjargon bezeichnet. Eigentlich sind bereits alle Token ausgegeben, Mining nicht mehr möglich oder erforderlich. Dennoch erhöht sich die Geldmenge jedes Jahr um 5% (5 Millionen EOS-Token, 5% Inflation pro Jahr), wobei 1% davon an die Blockersteller des Netzwerks verteilt werden. Aktuell wird darüber abgestimmt, ob die Gesamtinflation von 5% auf 1% reduziert werden soll, was wahrscheinlich erscheint.

Cardano vs. EOS dApp-Nutzung

Sowohl Cardano als auch EOS sind als Plattform zur Ausführung von dApps konzipiert. Bei der Anzahl der vorhandenen dApps bestehen aber enorme Unterschiede. Cardano hat noch keine dApps, EOS bereits knapp 410 live.

EOS ist in den letzten Monaten für dApp-Entwickler so beliebt geworden, dass manche Analysten gar schon meinen, dass EOS Ethereum vom Thron des „King of dApps“ gestoßen hätte. Ein Blick auf das Online-Service DappRadar zeigt, dass auf EOS aktuell knapp 410 dApps gehostet und ausgeführt werden (die meisten davon übrigens im Gaming-Bereich).

Anders sieht die Sache hingegen bei Cardano aus. Ende 2017 war man vielversprechend gestartet und konnte einen großen Teil der Krypto-Community überzeugen, dass man Ethereum bald ernsthafte Konkurrenz machen könnte. Bis heute allerdings lassen  wirkliche Cardano dApps auf sich warten.  Aktuell sind keine dApps bekannt, welche auf der Blockchain-Plattform Cardano aufsetzen.

Cardano vs. EOS Skalierbarkeit

Eines der größten Probleme der Blockchain-Technologie ist aktuell das Thema Skalierbarkeit.

Was bedeutet Skalierbarkeit?
Skalierbarkeit bedeutet im weitesten Sinne, dass ein System in Größe wachsen kann und dabei seinen Zweck weiterhin effizient erfüllen kann. Im Sinne eines Blockchain-Netzwerks heißt dies, dass es mehr und mehr Nutzer bzw. Transaktionen bedienen kann, ohne dass diese ineffizienter (also teurer oder langsamer) abgewickelt werden. Skalierbarkeit auf der Blockchain kann man primär in Durchsatz (Transaktionen pro Sekunde, TPS), Netzwerkbandbreite und Datenskalierung messen.

Cardano und EOS verfolgen das gleiche Ziel besserer Skalierbarkeit, allerdings mit unterschiedlichen Ansätzen. Als Richtmarke für praktisch alle Kryptowährungen gilt das Kreditkarten-Zahlungsnetzwerk VISA, welches aktuell knapp 34.000 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten kann. Weil Kryptowährungen genau dieses System ersetzen wollen, arbeitet man daran, dieses Niveau oder gar eine höhere Anzahl an Transaktionen zu erreichen.

Cardano versucht bei allen 3 genannten Indikatoren anzusetzen. In Sachen TPS will man mit Hilfe von Sidechains, einer Möglichkeit einzelner Teilsegmente der Blockchain auszulagern, eine schnellere und dennoch sichere Möglichkeit zur Skalierung der Cardano-Blockchain schaffen. Die Netzwerkbandbreite erhöht man durch 3 unterschiedliche Arten von Nodes: Core-Nodes sind Slot-Leader und die einzigen, die Blöcke erstellen können. Relay-Nodes hingegen dienen der Weiterleitung von Transaktionen zwischen Edge-Nodes und Core-Nodes. Core-Nodes erstellen Wärungstransaktionen, während  Relay-Nodes diese an Core-Nodes übermitteln.

In Sachen Datenskalierung verfolgt Cardano den ungewöhnlichen Ansatz, dass nicht alle Nodes die vollständige Kopie des Ledgers besitzen müssen. Zur Reduktion dieser Anzahl nutzt man eine Vielzahl von Techniken wie Pruning, Partitionierungen, Sharding und Sidechains. Eine nähere Darstellung dieser Konzepte würde den Rahmen dieses Beitrags allerdings sprengen.

EOS will das Thema der Skalierbarkeit einzig durch seinen innovativen Delegated Proof-of-Stake-Algorithmus lösen. Schlüssel hierfür sind die Begriffe der „Delegation“ und die Zahl 21. In klassischen Blockchain-Netzwerken muss die Gesamtheit aller Nodes hergenommen werden, um die Korrektheit einer Transaktion zu validieren bzw. Nachrichten zwischen diesen zu koordinieren. Bei EOS müssen nur die 21 Delegierten bzw. produzierenden Nodes herangenommen werden, um den Transfer von Blockchain-Nachrichten zwischen diesen zu koordinieren. Die äußerst geringe Anzahl an Nodes ermöglicht natürlich eine viel effizientere Abwicklung – ohne, dass dies auf Kosten der Sicherheit geht, wie man bei EOS betont. So schafft EOS aktuell bereits mehrere Tausende TPS.

Cardano vs. EOS Vergleich im Schnellüberblick [Tabelle]

Cardano EOS
Was ist es? Token Token
Kryptowährung ADA EOS
Erfinder Charles Hoskinson, IOHK Block.one, Daniel Larimer, Brendon Blumer
Live seit 2015 Juni 2017
Konsensmechanismus Proof-of-Stake „Ouroboros“ Delegated Proof-of-Stake
Mining nicht möglich nicht möglich
Programmiersprache Haskell Web Assembly
Lizenz Open Source Open Source
Transaktionen pro Sekunde (TPS) unknown 4000
Anzahl gehosteter dApps none yet ca. 410
Preis Aktueller Preisindex Aktueller Preisindex
Zweck Skalierfähige Blockchain-Plattform, die mit anderen Blockchains interkompatibel ist und effiziente, sichere und skalierbare Ausführung von Smart Contracts und dApps bietet Blockchain-Plattform für die transaktionskostenfreie, effiziente und sichere Ausführung von Smart Contracts und dApps

 

Cardano vs. EOS – Ideologische Unterschiede

Einen wichtigen Unterschied gibt es auch in den Prinzipien und Leitgedanken der beiden Netzwerke. Cardano setzt auf wissenschaftliche Forschung und will Interoperabilität erreichen. EOS hingegen will zum King of dApps werden und sein Netzwerk maximal ausbauen.

Bei Cardano standen von Anfang an zwei ganz wichtige Punkte im Vordergrund. Ziel war es mit wissenschaftlichem Vorgehen und universitärer Forschung begründet und transparent das umfassendste Blockchain-Netzwerk der Welt zu schaffen. Man möchte eine Blockchain-Plattform der 3. Generation schaffen, wobei man darunter ein Netzwerk versteht, welches mit allen anderen Blockchain-Plattformen kompatibel bzw. interoperabel ist.

EOS hingegen verfolgt einen zentralisierteren Ansatz insofern, als dass EOS alle anderen Smart Contract-fähigen Plattformen im Rennen um den King of dApps besiegen will. Man hat keinen expliziten Fokus auf die Interoperabilität oder Zusammenarbeit mit anderen Netzwerken, vielmehr möchte man möglichst viele Nutzer – privater und kommerzieller Seite – für seine eigene Plattform gewinnen.

Fazit

Sowohl Cardano als auch EOS sind  sehr leistungsstarke Blockchains die über starke Teams und ausgezeichnete Technologien verfügen. Allerdings ist EOS aktuell im Entwicklungsstand um einiges voraus, bei Cardano wird intensiv an den nächsten Releases gearbeitet. Erst dann soll Cardano extreme Skalierbarkeit und die ersten dApps bieten.

Allerdings ist das nicht alles, wenn es darum geht, zu entscheiden, in welche Kryptowährung man jetzt investieren sollte. Cardano und EOS haben bisher bereits eine sehr tolle Performance gezeigt. EOS ist seit Jahresbeginn um fast 300% angezogen, auch Cardano hat immerhin 220% dazugewonnen.

Bevor du in Kryptowährungen investieren wirst, stelle dir zunächst noch ein paar Fragen. Kläre für dich einmal, warum die in Kryptowährungen investieren willst. Welches Ziel willst du damit verfolgen? Und vergiss nicht, das Kryptowährungen recht hohe Volatilität aufweisen und Investitionen immer mit Risiken verbunden sind – wie hoch ist deine Risikobereitschaft?

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Letztes Update:

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Christian Brandstötter

MMSc. Christian ist Anfang 2015 auf das Thema Kryptowährungen gestoßen und beschäftigt sich als Autor und Enthusiast seither intensiv mit den Themen Kryptowährungen, Blockchain und STOs.