PlanB: Bitcoin-Bärenboden erst bei 52.000 Dollar – Realized Price im Fokus

Bitcoin coin sinking in dark water representing bear market price decline to support levels

Bitcoin hat den Juni 2024 mit einem Verlust von 20,5 Prozent abgeschlossen – der schwächste Monatsabschluss seit Juni 2022. Der Schlusskurs lag bei 58.526 US-Dollar, unterhalb des 200-Wochen-Durchschnitts von 62.000 Dollar. Jetzt warnt der bekannte Krypto-Analyst PlanB, der Schöpfer des Stock-to-Flow-Modells, dass der eigentliche Tiefpunkt des Bärenmarktes noch bevorsteht.

Konkret hält PlanB einen Rückgang auf 52.000 US-Dollar für möglich – ein Niveau, das dem sogenannten Realized Price entspricht, also dem gewichteten Durchschnittspreis aller im Umlauf befindlichen Bitcoins. Dieser Wert gilt als eine der wichtigsten On-Chain-Stützmarken in Bärenphasen.

PlanBs Kernthese: Bärenboden liegt historisch unter dem Realized Price

Die Begründung von PlanB ist historischer Natur. „Alle bisherigen Bärenmarkt-Tiefs lagen unterhalb des Realized Price“, erklärte der Analyst. Der aktuelle Schlusskurs von 58.526 Dollar liegt zwar noch über dem Realized Price von 52.000 Dollar, aber bereits unter dem 200-Wochen-Durchschnitt – eine Konstellation, die laut PlanB in früheren Zyklen stets auf weitere Kursverluste hindeutete.

„Bitcoin ist aktuell unterbewertet, kann aber von hier aus noch weiter fallen – auch unter den Realized Price“, so PlanB weiter. Gemessen am Allzeithoch von 126.000 US-Dollar aus Oktober 2023 würde ein Rückgang auf 52.000 Dollar einem Verlust von rund 60 Prozent entsprechen. Zum Vergleich: Im Bärenzyklus 2018 fiel Bitcoin um 83 Prozent, 2022 um 76 Prozent.

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Weitere Analysten sehen 55.000 Dollar als nächste Schlüsselmarke

Andri Fauzan Adziima, Research-Leiter beim Bitrue Research Institute, teilt die Einschätzung, dass der Zyklustief noch aussteht. Er erwartet eine Kapitulation erst Ende 2026: „Ich rechne mit einem Kapitulationsmoment gegen Ende 2026, bevor der nächste Aufwärtszyklus beginnt – wobei der Rückgang dieses Mal aufgrund institutioneller Beteiligung flacher ausfallen könnte.“

Lacie Zhang, Research-Analystin bei Bitget Wallet, sieht die aktuelle Konsolidierung nahe 60.000 Dollar als Annäherung an eine mögliche Bodenzone. Sie beziffert das nächste relevante Unterstützungsniveau auf 55.000 US-Dollar, sollte der Abwärtsdruck anhalten. Benjamin Cowen, Gründer von ITC Crypto, verweist zudem auf ein saisonales Muster: In US-Midterm-Wahljahren – die nächsten Midterms finden am 3. November 2024 statt – markierte die zweite Jahreshälfte historisch häufig den Akkumulationsbereich eines Marktzyklus.

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ETF-Abflüsse und Makrodruck verschärfen die Lage

Der Juni-Einbruch kam nicht im Vakuum. Laut Marktdaten wurden im vergangenen Monat rund 4,5 Milliarden US-Dollar netto aus den US-Spot-Bitcoin-ETFs abgezogen – der schwächste Monat seit dem Start der Produkte im Januar 2024. Parallel liquidierten Händler gehebelte Positionen im Volumen von über 7 Milliarden US-Dollar, was den Verkaufsdruck zusätzlich verstärkte.

Gleichzeitig belastet das Makroumfeld: Verzögerte Zinssenkungserwartungen und höhere Anleiherenditen treiben Anleger aus risikoreicheren Assets – Bitcoin verhält sich dabei zunehmend wie ein High-Beta-Risikotitel statt wie ein Makro-Hedge. Genau diese Kombination aus institutionellen Abflüssen und nachlassendem Risikoappetit macht die aktuelle Situation für Anleger besonders unübersichtlich.

Boden oder weitere Verluste? Die entscheidende Frage

Die vorliegenden On-Chain-Daten und Analysteneinschätzungen zeichnen ein klares Bild: Bitcoin ist historisch betrachtet unterbewertet, hat aber das typische Muster eines Bärenmarkttiefs – einen Kursrückgang unter den Realized Price – noch nicht vollzogen. Solange dieser Test ausbleibt, besteht laut PlanB und Adziima weiteres Abwärtspotenzial.

Ob der Boden bei 55.000, 52.000 oder noch tiefer liegt, hängt maßgeblich von zwei Faktoren ab: der Entwicklung der ETF-Zuflüsse im Juli sowie dem weiteren Verlauf der US-Zinspolitik. Erst wenn einer dieser Katalysatoren dreht, dürfte sich das Sentiment nachhaltig stabilisieren.

Zuletzt aktualisiert am 2. Juli 2026

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Martin SchwarzExperte für Kryptowährungen

Martin, mit einem MSc. in Wirtschaftsinformatik und Fokus auf asymmetrischer Kryptographie und M2M-Kommunikation, ist seit 2015 in der Welt von Bitcoin und Kryptowährungen unterwegs. Schon mit 17 begann er mit dem Handel von Kryptowährungen und erwarb seinen ersten Bitcoin. Neben seinem Interesse an Kryptowährungen widmet er sich in seiner Freizeit Online-Casinos und Sportwetten, wo er mit 18 Blackjack-Strategien entwickelte und sogenannte Sure-Bets durchführte. Seine Expertise dokumentierte er frühzeitig als Autor zu Themen wie Kryptowährungen, Trading, Aktien, Casinos und Sportwetten, wodurch er heute als gefragter Experte und Autor mit über 10 Jahren Erfahrung gilt.

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