Bitcoin zeigt sich heute überraschend robust. Nach der Eskalation im geopolitischen Konflikt zwischen Iran, Israel und den USA geriet der Markt zunächst deutlich unter Druck – doch die Verluste wurden binnen kurzer Zeit komplett aufgeholt. Aktuell notiert BTC wieder bei rund 67.000 US-Dollar und damit spürbar fester als noch am Vortag.
Die erste Marktreaktion wirkt damit klar positiv: Risikoassets stabilisieren sich, Liquidität kehrt zurück, Panikverkäufe bleiben aus. Gerade im Kontext geopolitischer Spannungen ist diese Resilienz bemerkenswert. Dennoch stellt sich die Frage, ob diese Erholung bereits ausreicht, um die mittelfristige Marktlage wirklich zu verbessern – oder ob strukturell weiterhin Vorsicht geboten ist. Die Bitcoin Prognose:
Bärenmarkt weiterhin bestätigt? Diese On-Chain-Metrik sendet ein klares Signal
Trotz der kurzfristigen Stärke bleibt das größere Bild angespannt. Darauf verweist eine Analyse des On-Chain-Analysten Darkfost, der den sogenannten „Adjusted Realized Price“ betrachtet – also den realisierten Durchschnittspreis aller im Umlauf befindlichen Bitcoin, bereinigt um langfristig inaktive Coins.
📉 For the first time in this cycle, BTC’s price appears to be sustainably trading below the adjusted realized price.
This metric excludes the portion of circulating supply that remains inactive.
Here, I used a threshold of more than 7 years of dormancy to classify supply as… pic.twitter.com/voi3c3cx77
— Darkfost (@Darkfost_Coc) February 28, 2026
Konkret werden Coins ausgeschlossen, die seit mehr als sieben Jahren nicht bewegt wurden. Diese gelten als verloren oder dauerhaft illiquide. Dadurch entsteht ein präziseres Bild des tatsächlichen durchschnittlichen Einstandspreises aktiver Marktteilnehmer. Nach dieser Berechnung liegt die durchschnittliche Kostenbasis aktuell bei rund 72.700 US-Dollar.
Entscheidend: Bitcoin handelt nun seit fast einem Monat nachhaltig unterhalb dieses Niveaus. Historisch war genau dieses Signal hochrelevant. Immer dann, wenn BTC über längere Zeit unter dem bereinigten Realized Price notierte, folgte eine ausgeprägte Bärenmarktphase. Diese Phasen dauerten in der Vergangenheit typischerweise zwischen sechs und zwölf Monaten.
Warum ist diese Marke so wichtig? Weil sie darüber entscheidet, ob ein Großteil der Marktteilnehmer im Gewinn oder im Verlust steht. Notiert Bitcoin unterhalb der durchschnittlichen Kostenbasis, befinden sich viele Investoren im Minus. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit von Verkaufsdruck bei Erholungen, da Anleger Break-even-Niveaus nutzen, um Positionen abzubauen.
Für eine strukturelle Trendwende müsste Bitcoin dieses Niveau daher überzeugend zurückerobern. Erst wenn die Mehrheit der Investoren wieder im Gewinn ist, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Rücksetzer gekauft statt verkauft werden.
Kurzfristig mag die Dynamik also positiv erscheinen – doch solange BTC unterhalb der bereinigten Kostenbasis bleibt, ist der Bärenmarkt aus rein datenbasierter Perspektive weiterhin intakt.
Bitcoin Analyse: 23-Monats-Zyklus – ist das finale Tief bereits erreicht?
Ein weiterer viel diskutierter Ansatz stammt aus der Zyklusanalyse. Einige Analysten verweisen darauf, dass Bitcoin historisch sein Bärenmarkttief rund 23 Monate nach dem jeweiligen Allzeithoch markiert hat. Betrachtet man die vergangenen Zyklen, ergibt sich tatsächlich ein auffälliges Muster: Vom Hoch bis zum finalen Tief vergingen in mehreren Fällen etwa 21 bis 23 Monatskerzen. Aktuell befinden wir uns erneut ungefähr in diesem Zeitfenster.
BREAKING: 🚨 Bitcoin has hit its bear market bottom at exactly 23 months after the ATH in every single cycle.
We are sitting at 23 months right now.
This has never failed. pic.twitter.com/R75IhRYBw2
— Coinvo Trading (@CoinvoTrading) February 24, 2026
Doch die Interpretation ist differenzierter, als es auf den ersten Blick scheint. Zwar sehen auch diese Analysten den Markt weiterhin im Bärenmodus – geprägt von unterdurchschnittlicher Liquidität, vorsichtigem Sentiment und struktureller Schwäche unter wichtigen On-Chain-Niveaus. Gleichzeitig argumentieren sie, dass sich der Markt nun statistisch in einer Phase befindet, in der das Abwärtspotenzial zunehmend begrenzt sein könnte.
Mit anderen Worten: Der Bärenmarkt ist noch nicht klar beendet – doch aus zyklischer Perspektive rückt ein struktureller Wendepunkt zumindest näher.
Bitcoin Ausblick: Langfristige Trends machen trotz Bärenmarkt Hoffnung
So schmerzhaft ein Rückgang von 48 % auch wirkt – zyklische Korrekturen sind integraler Bestandteil jedes Bitcoin-Marktes. Historisch folgte auf jede Phase extremer Euphorie eine Phase der Bereinigung: Überhebelte Positionen werden aus dem Markt gespült, spekulatives Kapital zieht sich zurück, schwache Hände kapitulieren. Genau in diesen Phasen entsteht jedoch die strukturelle Grundlage für den nächsten Aufschwung.
Entscheidend ist, dass sich die Marktstruktur parallel weiterentwickelt. Während der Preis korrigiert, wandern Coins zunehmend in langfristig orientierte Hände – institutionelle Investoren, Staaten, strategische Unternehmensreserven. Gleichzeitig sinkt das frei verfügbare Angebot auf Börsen kontinuierlich. Nach dem Halving ist das jährliche Neuangebot ohnehin begrenzt. Wenn Nachfrage strukturell steigt, während das handelbare Angebot schrumpft, verändert sich das Gleichgewicht im Hintergrund nachhaltig.
Bitcoin Is Down 48%. The Buyers Have Never Been Bigger.
Bitcoin is down 48%.
That is what the price says.
The ownership shift says something very different.
Bitcoin trades around $66K, down from ~$126K in October 2025. Sentiment is washed out. Headlines say the move is over.…
— David (@david_eng_mba) February 28, 2026
Bärenmärkte sind daher nicht das Gegenteil eines Bullenmarktes, sondern dessen Vorbereitung. Sie schaffen Bewertungen, die wieder attraktiv werden. Sie stärken Überzeugung bei langfristigen Investoren und reduzieren spekulative Exzesse.
Zyklische Kultur gehört zu Bitcoin – seit über einem Jahrzehnt. Jeder große Aufwärtstrend wurde von einer Phase tiefer Skepsis eingeleitet.
Zuletzt aktualisiert am 1. März 2026


Fragen und Antworten
Sie haben eine Frage? Unser Experten-Panel beantwortet gerne Ihre Fragen.