
Der Kryptomarkt steht erneut massiv unter Druck. Bitcoin hat in den vergangenen sieben Tagen rund 15 Prozent an Wert verloren und notiert inzwischen nur noch knapp über der Marke von 63.000 US-Dollar. Damit testet die größte Kryptowährung der Welt erneut die Tiefs des aktuellen Bärenmarkts.
Von einer Erholung fehlt bislang jede Spur. Das Momentum bleibt schwach, Käufer treten kaum in Erscheinung und jeder kurzfristige Anstieg wird bislang konsequent abverkauft. Viele Anleger hoffen auf einen Boden, doch die aktuellen Marktdaten zeichnen ein anderes Bild. Der Verkaufsdruck bleibt hoch und weitere Rücksetzer erscheinen kurzfristig wahrscheinlicher als eine nachhaltige Trendwende.
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Bitcoin war historisch selten so günstig bewertet
Trotz der schwachen Kursentwicklung gibt es einen bemerkenswerten Gegenpol zur aktuellen Marktstimmung: Fundamentale Bewertungsmodelle deuten darauf hin, dass Bitcoin inzwischen zu den günstigsten Zeitpunkten der vergangenen Jahre gehört.
Verschiedene On-Chain-Indikatoren zeigen, dass sich Bitcoin inzwischen deutlich unter seinem fairen Wert bewegen könnte. Historisch entstanden in solchen Phasen häufig attraktive langfristige Einstiegsmöglichkeiten. Während kurzfristig Angst und Unsicherheit dominieren, sehen langfristig orientierte Investoren zunehmend Bewertungsniveaus, die in der Vergangenheit oft nahe bedeutender Marktzyklen lagen.
Besonders auffällig ist dabei die Diskrepanz zwischen Preisentwicklung und Netzwerkaktivität. Obwohl Bitcoin deutlich korrigiert hat, bleibt die grundlegende Infrastruktur des Netzwerks intakt. Gleichzeitig werden viele Coins inzwischen mit Verlust bewegt, was auf eine Kapitulation schwächerer Marktteilnehmer hindeutet. Solche Phasen treten häufig in fortgeschrittenen Bärenmärkten auf.
Bitcoin daily RSI is now tied with February and the Covid crash with being the most oversold reading since 2015 (Coinbase charts start from Jan 2015). Only one time was more oversold at the bottom of the 2018 bear market.
So far we have had a perfect technical breakdown from… pic.twitter.com/wecHTL2llz
— Lark Davis (@LarkDavis) June 5, 2026
Allerdings bedeutet eine günstige Bewertung nicht automatisch eine sofortige Trendwende. Historisch konnte Bitcoin über Wochen oder sogar Monate günstig erscheinen, bevor letztlich der finale Tiefpunkt erreicht wurde. Genau darin liegt derzeit die Herausforderung für Anleger. Fundamentale Unterbewertung und kurzfristiger Verkaufsdruck können gleichzeitig existieren.
Der Markt befindet sich damit in einer spannenden Phase. Während die Stimmung kaum schlechter sein könnte und die Kurse weiter fallen, deuten zahlreiche Bewertungsmodelle darauf hin, dass Bitcoin langfristig betrachtet bereits deutlich attraktiver bewertet ist als noch vor wenigen Monaten. Kurzfristig dominieren jedoch weiterhin die Bären das Geschehen.
MVRV Z-Score signalisiert Unterbewertung: Doch Geschichte mahnt zur Vorsicht
Ein besonders beachteter On-Chain-Indikator ist der MVRV Z-Score. Die Kennzahl vergleicht die aktuelle Marktkapitalisierung von Bitcoin mit der sogenannten Realized Cap, also dem Wert, zu dem sich die Coins zuletzt tatsächlich bewegt haben. Vereinfacht gesagt zeigt die Metrik, ob Bitcoin historisch betrachtet eher über- oder unterbewertet ist.
Aktuell ist der MVRV Z-Score auf Werte gefallen, die in den vergangenen Jahren häufig attraktive Kaufzonen markierten. Von den euphorischen Niveaus der Hausse 2024 und 2025 ist die Kennzahl inzwischen weit entfernt. Das deutet darauf hin, dass sich Bitcoin fundamental deutlich günstiger präsentiert als noch vor wenigen Monaten.

Allerdings liefert die Historie auch einen wichtigen Warnhinweis. Die aktuelle Situation erinnert stark an Mai 2022. Damals war Bitcoin ebenfalls bereits deutlich gefallen und der MVRV Z-Score signalisierte eine zunehmende Unterbewertung. Viele Anleger gingen davon aus, dass der Großteil der Korrektur bereits hinter dem Markt lag. Doch genau das erwies sich als Trugschluss.
Im Sommer 2022 folgte eine weitere Schwächephase. Die Kurse fielen nochmals deutlich tiefer, obwohl die Bewertung bereits günstig erschien. Der Markt benötigte Zeit, um überschüssige Spekulationen vollständig abzubauen und einen nachhaltigen Boden auszubilden.
Genau dieses Risiko besteht auch heute. Zwar spricht der MVRV Z-Score dafür, dass Bitcoin langfristig zunehmend attraktiv bewertet ist. Gleichzeitig gibt es bislang kaum Anzeichen für neues bullisches Momentum. Die Nachfrage bleibt schwach, das makroökonomische Umfeld belastet und der Verkaufsdruck hält an. Der Indikator spricht somit gegen eine Überbewertung, aber nicht zwangsläufig für ein unmittelbar bevorstehendes Kursfeuerwerk. Solange keine neue Nachfrage in den Markt zurückkehrt, bleibt der Bärenmarkt intakt und ein weiterer schwacher Sommer erscheint durchaus möglich.
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Zuletzt aktualisiert am 5. Juni 2026


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