Fidelity-Experten sehen letzte Kaufchance bei Bitcoin

Bitcoin coin with rising price charts symbolizing 85,000 dollar target

Bitcoin startet schwächer in die neue Handelswoche. Auch die Aktienmärkte notieren überwiegend im Minus, während der Ölpreis infolge der erneuten Eskalation zwischen den USA und dem Iran deutlich zulegt. Damit rücken zugleich die Inflationsrisiken wieder stärker in den Fokus. Höhere Energiepreise könnten den Spielraum der Notenbanken für Zinssenkungen begrenzen und belasten entsprechend riskantere Anlageklassen. Bitcoin fiel zeitweise in Richtung 62.000 US-Dollar zurück, hält sich damit jedoch weiterhin über dem bisherigen Bärenmarkttief bei rund 58.000 US-Dollar.

Dieses Niveau wurde seit beinahe sechs Monaten nicht mehr unterschritten. Fidelity sieht Bitcoin nun allerdings in einer langfristig interessanten Akkumulationszone.

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Fidelity sieht Bitcoin nahe einer langfristigen Kaufzone

Grundlage der Einschätzung ist ein langfristiges Bewertungsmodell von Jurrien Timmer, Director of Global Macro bei Fidelity Investments. Dieses sogenannte Power-Law-Modell versucht, die langfristige Entwicklung des Bitcoin-Kurses anhand einer mathematisch abgeleiteten Wachstumskurve abzubilden. Dabei unterscheidet Fidelity zwischen einer übergeordneten Trendlinie, einer oberen Widerstandslinie und einer unteren Unterstützungslinie.

Nach den jüngsten Berechnungen lag Bitcoin bei rund 62.700 US-Dollar und damit nur noch wenige Prozent oberhalb der langfristigen Power-Law-Unterstützung. Je nach exaktem Berechnungszeitpunkt verläuft diese untere Begrenzung derzeit im Bereich von ungefähr 56.500 bis 58.000 US-Dollar. Ein weiterer Rücksetzer in diese Zone wäre dem Modell zufolge somit möglich. Genau daraus leitet sich das häufig genannte Szenario eines „finalen Rückgangs“ in Richtung 56.500 US-Dollar ab.

Entscheidend ist jedoch nicht allein die Unterstützungslinie. Fidelity betrachtet zusätzlich, wie weit Bitcoin aktuell unterhalb seines langfristigen Power-Law-Trends handelt. Diese Abweichung liegt laut Timmers Grafik bei etwa minus 56 Prozent. Vergleichbar niedrige Bewertungen traten unter anderem rund um die größeren Markttiefs von 2018 und 2022 auf. Entsprechende Bereiche bezeichnet das Modell deshalb als Akkumulationszonen.

Ein zweiter Indikator vergleicht Bitcoin mit Gold. Der 52-Wochen-Z-Score des Bitcoin-Gold-Verhältnisses ist auf ungefähr minus 100 Prozent gefallen. Das zeigt, dass Bitcoin gegenüber Gold ungewöhnlich stark zurückgeblieben ist. Timmer argumentiert, dass spekulatives Kapital zunächst aus Bitcoin in Gold und zuletzt verstärkt in Halbleiteraktien geflossen sei.

Fidelity erklärt den aktuellen Bereich damit als potenzielle langfristige Kaufzone, ruft jedoch ausdrücklich keinen bestätigten Boden aus. Ohne einen neuen fundamentalen oder makroökonomischen Kurstreiber könne Bitcoin zunächst weiter konsolidieren und die untere Unterstützung nochmals testen.

CryptoQuant: NUPL nähert sich einer historischen Bodenmarke

Auch die On-Chain-Daten von CryptoQuant deuten darauf hin, dass sich Bitcoin einer wichtigen Phase innerhalb des Marktzyklus nähert. Im Mittelpunkt steht der sogenannte Net Unrealized Profit/Loss, kurz NUPL. Dieser Indikator misst, welcher Anteil der Bitcoin-Marktkapitalisierung aktuell auf nicht realisierten Gewinnen beziehungsweise Verlusten basiert. Positive Werte bedeuten, dass das Netzwerk insgesamt im Gewinn liegt. Negative Werte zeigen dagegen, dass ein großer Teil der Anleger rechnerisch Verluste hält.

Um kurzfristige Schwankungen herauszufiltern, betrachtet der Analyst den exponentiellen 100-Tage-Durchschnitt des NUPL. Dieser liegt derzeit noch bei rund 0,21, bewegt sich jedoch deutlich in Richtung der Nulllinie. Gleichzeitig ist bereits der kurzfristigere 30-Tage-Durchschnitt unter den 100-Tage-Durchschnitt gefallen. Dies signalisiert zunächst abnehmendes Momentum und eine zunehmende Verschlechterung der Gewinnsituation am Markt.

Historisch war insbesondere ein Rückgang des 100-Tage-NUPL unter null relevant. Ein solches Signal trat in der Nähe der großen Bitcoin-Zyklustiefs von 2011, 2015, 2018 und 2022 auf. Damals wurden Werte von ungefähr minus 0,58, minus 0,22 beziehungsweise rund minus 0,15 erreicht. Auffällig ist, dass die Ausschläge mit jedem Zyklus weniger negativ ausfielen. Der Analyst führt dies auf die zunehmende Reife und Größe des Bitcoin-Marktes zurück.

Für den aktuellen Zyklus ergeben sich daher zwei mögliche Szenarien: Entweder fällt der 100-Tage-NUPL erneut unter null und bestätigt damit das historische Bodenmuster. Oder Bitcoin bildet erstmals einen Zyklusboden, ohne dass der langfristige Durchschnitt negativ wird. Das würde zum Trend immer flacherer NUPL-Tiefs passen. Der Indikator liefert allerdings kein konkretes Kursziel. Entscheidend bleibt in den kommenden Wochen, ob die Nulllinie tatsächlich getestet oder unterschritten wird.

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Zuletzt aktualisiert am 13. Juli 2026

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Martin SchwarzExperte für Kryptowährungen

Martin, mit einem MSc. in Wirtschaftsinformatik und Fokus auf asymmetrischer Kryptographie und M2M-Kommunikation, ist seit 2015 in der Welt von Bitcoin und Kryptowährungen unterwegs. Schon mit 17 begann er mit dem Handel von Kryptowährungen und erwarb seinen ersten Bitcoin. Neben seinem Interesse an Kryptowährungen widmet er sich in seiner Freizeit Online-Casinos und Sportwetten, wo er mit 18 Blackjack-Strategien entwickelte und sogenannte Sure-Bets durchführte. Seine Expertise dokumentierte er frühzeitig als Autor zu Themen wie Kryptowährungen, Trading, Aktien, Casinos und Sportwetten, wodurch er heute als gefragter Experte und Autor mit über 10 Jahren Erfahrung gilt.

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