Während die Aktien-Futures zum Wochenstart deutlich im Minus notieren und die geopolitische Eskalation rund um den Iran-Konflikt für Nervosität sorgt, zeigt sich der Kryptomarkt bislang überraschend stabil. Bitcoin notiert weiterhin um 66.000 US-Dollar – nahezu auf dem Niveau vom Samstag, als die ersten Meldungen zur militärischen Eskalation eintrafen.
Auf den initialen Abverkauf folgte ein schneller Rebound, seither konsolidiert der Markt in enger Spanne. Diese relative Stärke wirft Fragen auf: Ist das Schlimmste bereits eingepreist? Oder steht eine größere Bewegung noch bevor?
Fest steht: Die kommende Woche bringt mehrere potenzielle Impulse, die für neue Dynamik sorgen könnten.
Bitcoin vor der Entscheidung: Die Range verengt sich
Charttechnisch spitzt sich die Lage bei Bitcoin weiter zu. Die zuvor breitere Handelsspanne hat sich in den vergangenen Tagen deutlich verengt. Aktuell bewegt sich der Kurs im Wesentlichen zwischen 63.000 und 68.000 US-Dollar, wobei sowohl Volumen als auch Volatilität zuletzt spürbar zurückgegangen sind – und das trotz geopolitischer Schlagzeilen. Eine solche Kompression ist historisch häufig der Vorbote einer stärkeren Expansion, so zeigen Bitcoin Prognosen.
Bitcoin: Decision time is getting closer.
The broader range was wider before, but lately price action has compressed into a much tighter band, essentially just moving between $63k and $68k.
Volume has declined and volatility, despite the Iran headlines, has cooled again.
As… pic.twitter.com/4iEBCRaEUk
— Daniel R. (@DanielRobrecht) March 2, 2026
Strukturell bleibt das Bild auf höheren Zeitebenen jedoch leicht bärisch geprägt. Der übergeordnete Trend zeigt weiterhin eine Serie tieferer Hochs, was darauf hindeutet, dass Erholungen bislang eher korrektiver Natur waren. Ein nachhaltiger Ausbruch über den Bereich von 70.000 bis 72.000 US-Dollar würde das Chartbild deutlich aufhellen und Raum in Richtung 75.000 US-Dollar eröffnen. Auf der Unterseite bleibt die Zone um 60.000 bis 62.000 US-Dollar entscheidend.
Die aktuelle Marktphase wirkt wie ein Spannungsfeld: geringe Volatilität, sinkendes Volumen, enger werdende Range. Solche Phasen enden selten in Bedeutungslosigkeit. Vielmehr nähert sich Bitcoin einer ersten entscheidenden Richtungsentscheidung – mit potenziell erhöhter Dynamik.
Makrodaten im Fokus: Arbeitslosenrate als Risiko-Faktor
Neben der Charttechnik rückt in dieser Woche vor allem die Makro-Seite in den Vordergrund. Besonders relevant ist die Veröffentlichung der US-Arbeitslosenrate. In den vergangenen Monaten hat sich zunehmend die Sorge breitgemacht, dass der rasche Fortschritt im Bereich Künstliche Intelligenz strukturelle Veränderungen am Arbeitsmarkt auslösen könnte. Erste Rationalisierungen in technologiegetriebenen Branchen sowie Effizienzsteigerungen durch Automatisierung nähren die Diskussion um einen möglichen Anstieg der Arbeitslosigkeit.
Sollten die kommenden Daten eine spürbare Verschlechterung signalisieren, könnte dies eine erneute Risk-Off-Bewegung auslösen. Steigende Arbeitslosigkeit würde Rezessionsängste verstärken und könnte die Erwartungshaltung hinsichtlich Zinspolitik und Unternehmensgewinnen verändern. In einem solchen Umfeld reagieren Investoren häufig mit Kapitalabzug aus risikoreicheren Assets – wozu sowohl Aktien als auch Kryptowährungen zählen.
🇺🇸Major macro us data for this week :
– Monday :
🔹ISM Manufacturing PMI– Wednesday :
🔹ADP Employment Change
🔹S&P Global Composite PMI Final
🔹ISM Services PMI– Thursday :
🔹Export/Import Prices MoM JAN
🔹Jobless claim
🔹Nonfarm Productivity QoQ Prel Q4– Friday :
🚨Non… pic.twitter.com/dJeSv5CWsP— Darkfost (@Darkfost_Coc) March 1, 2026
Aktienmarkt und Krypto: Bleibt die hohe Korrelation bestehen?
Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Reaktion des Aktienmarktes auf die geopolitische Lage. In den vergangenen Monaten war eine erhöhte Korrelation zwischen Aktienindizes und Bitcoin zu beobachten. Risk-On- und Risk-Off-Phasen verliefen oft synchron. Sollte sich diese Korrelation fortsetzen, könnte ein anhaltender Abverkauf bei US-Aktien auch Druck auf den Kryptomarkt ausüben.
Bislang zeigt sich Bitcoin jedoch vergleichsweise resilient. Während die Futures deutlich nachgeben, bleibt der Kurs nahe der jüngsten Niveaus. Das könnte darauf hindeuten, dass ein Teil des geopolitischen Risikos bereits eingepreist wurde – oder dass Marktteilnehmer Bitcoin zunehmend als eigenständige Anlageklasse betrachten.
Entscheidend wird sein, ob sich die Aktienmärkte im Laufe der Woche stabilisieren oder ob es zu einer Ausweitung der Verluste kommt.
The million dollar question:
What happens to the stock market this week? Here's our view:
In the lead up to this weekend's events in Iran, we saw a large geopolitical risk premium priced into many parts of this market.
Oil prices are up +20% in 6 weeks and gold prices surged…
— The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) March 1, 2026
Der Markt hat vor dem Iran-Konflikt bereits eine hohe geopolitische Risiko-Prämie eingepreist: Öl ist in sechs Wochen um rund 20 % gestiegen, Gold um etwa 13 %. Jetzt, beim Futures-Start, erwartet man einen kurzfristigen Öl-Anstieg und fallende Aktienkurse, weil der Straße von Hormus-Risiko im Fokus steht – eine mögliche Schließung könnte Öl über 100 US-Dollar treiben und Inflation anheizen. Ein kurzer Konflikt könnte aber die Risikoprämie schnell wieder abbauen.
Zuletzt aktualisiert am 2. März 2026


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