Nach einer schwachen Phase zeigt sich der Kryptomarkt wieder deutlich fester. Ethereum konnte sich in den letzten 24 Stunden um rund 8 % erholen und notiert wieder oberhalb der Marke von 2.000 US-Dollar. Damit gelingt eine spürbare Gegenbewegung nach einem massiven Abverkauf in den vergangenen drei Monaten. Trotz der kurzfristigen Stärke bleibt das mittelfristige Bild angeschlagen.
Die Korrektur hat nicht nur Privatanleger getroffen, sondern auch Ethereum-Treasury-Unternehmen unter Druck gesetzt. Im Sektor zeichnet sich zunehmend eine Phase der Konsolidierung ab. Doch was zeigt die Ethereum Prognose?
Ethereum-Kurs stabilisiert sich – Treasury-Firmen unter Druck
Der jüngste Rebound bei Ethereum erfolgt nach einer Phase intensiver Schwäche. Über mehrere Monate hinweg stand die zweitgrößte Kryptowährung unter Verkaufsdruck, ausgelöst durch makroökonomische Unsicherheiten, rückläufige Kapitalzuflüsse in Altcoins und Gewinnmitnahmen institutioneller Investoren. Der Anstieg zurück über 2.000 US-Dollar wirkt technisch zunächst konstruktiv, ändert jedoch nichts daran, dass der Markt zuvor deutlich an Bewertung verloren hatte.
Besonders sichtbar wird dieser Druck im Bereich der sogenannten Ethereum-Treasury-Unternehmen. Diese Firmen halten große ETH-Bestände in ihren Bilanzen und sind damit stark von Kursbewegungen abhängig. On-Chain-Daten zeigten zuletzt, dass einzelne Akteure signifikante Mengen ETH veräußerten, um Liquidität zu sichern oder Risiken zu reduzieren. Das deutet auf eine strategische Neuausrichtung im Sektor hin.
Für zusätzliche Nervosität sorgte zudem die Meldung, dass die Ethereum-Treasury-Firma FG Nexus erneut größere Bestände verkauft hat. Laut On-Chain-Analysen wurden 7.550 ETH im Wert von rund 14 Millionen US-Dollar abgestoßen, nachdem zuvor bereits 21.025 ETH veräußert worden waren. Ursprünglich hatte das Unternehmen rund 50.770 ETH zu einem Durchschnittspreis von 3.860 US-Dollar akkumuliert. Trotz der Verkäufe hält FG Nexus weiterhin über 30.000 ETH – aktuell mit einem erheblichen Buchverlust.
🚨ETH TREASURY FIRM FG NEXUS DUMPS MORE ETH
LookOnChain flags FG Nexus selling 7,550 ETH ($14M), after previously offloading 21,025 ETH at $2,649.
They bought 50,770 ETH at a $3,860 average in Aug–Sep 2025 and still hold 30,094 $ETH, now sitting on an estimated $82.8M loss. pic.twitter.com/i8ONjqWU26
— Coin Bureau (@coinbureau) February 25, 2026
Parallel dazu kam es zu strukturellen Veränderungen. Das Unternehmen ETHZilla hat jüngst einen klaren Strategiewechsel vollzogen und sich stärker auf Real-World-Assets (RWA) fokussiert. Statt primär ETH als Treasury-Asset zu halten, wird das Geschäftsmodell nun stärker auf tokenisierte Vermögenswerte und renditeorientierte Strukturen ausgerichtet. Dieser Pivot zeigt, dass reine Treasury-Strategien in einem volatilen Marktumfeld an Attraktivität verlieren können.
🚨 ETHZILLA ABANDONS ETH TREASURY STRATEGY, REBRANDS AS FORUM AFTER STOCK COLLAPSES 96%
ETHZilla is dropping its Ethereum balance sheet model after shares plunged -96% from 2025 highs, and rebrands to Forum Markets ($FRMM) – pivoting to tokenized real world assets. pic.twitter.com/SeWgkPlaP5
— Coin Bureau (@coinbureau) February 26, 2026
Gleichzeitig bleibt Ethereum technologisch relevant. Die Layer-2-Ökosysteme wachsen weiter, und institutionelle Anwendungen im Bereich Tokenisierung und On-Chain-Finanzierung nehmen zu. Dennoch zeigt sich, dass bilanzgetriebene ETH-Modelle sensibel auf Marktzyklen reagieren. Die aktuelle Phase wirkt daher wie eine Marktbereinigung innerhalb des Treasury-Segments.
Konsolidierung im Treasury-Sektor: Bitmine bleibt bullisch
Im Ethereum-Sektor hingegen ist die Landschaft fragmentierter. Mehrere Treasury-Akteure mussten zuletzt ihre Strategien anpassen, Bestände reduzieren oder Geschäftsmodelle erweitern. Die Konsolidierung dürfte sich fortsetzen, da nur kapitalkräftige und strategisch diversifizierte Unternehmen langfristig bestehen können.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt Ethereum zuletzt durch eine bullische Einschätzung von Marktstratege Tom Lee, die von Anup Dhungana aufgegriffen wurde. Lee argumentiert, dass der ETH-Preis stärker im Kontext des ETH/BTC-Verhältnisses betrachtet werden sollte. Würde sich die Relation auf das Niveau von 2021 zurückbewegen und Bitcoin perspektivisch 250.000 US-Dollar erreichen, ergäbe sich rechnerisch ein mögliches Kursziel von rund 22.000 US-Dollar für Ethereum. Diese These basiert weniger auf kurzfristiger Marktstimmung, sondern auf relativer Bewertungslogik zwischen den beiden größten Kryptoassets. Ob sich dieses Szenario realisiert, hängt maßgeblich von der Kapitalrotation im nächsten Marktzyklus ab.
🔥 Tom Lee says #Ethereum could reach $22K, arguing its price should be viewed through the ETH/BTC ratio — a return to the 2021 ratio implies ~$22K if BTC hits $250K.#ETHUSDT pic.twitter.com/tUqFYY4iKe
— Anup Dhungana (@CryptoAnup) February 18, 2026
Der Markt steht damit an einem Wendepunkt. Einerseits zeigt der aktuelle Rebound, dass Kaufinteresse zurückkehrt. Andererseits macht die Entwicklung im Treasury-Segment deutlich, wie stark unternehmerische Strategien von Preiszyklen abhängig sind. Langfristig dürfte eine Konsolidierung bei den Ethereum-Treasury-Unternehmen jedoch bullisch sein.
Zuletzt aktualisiert am 26. Februar 2026



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